
Bitte melden Sie sich an, um Ihren Kommentar abzugeben.
Wenn Sie ein Konto bei Facebook haben, können Sie sich damit anmelden.
Kurz vor 12 Uhr landete der Airburs A310 mit dem deutschen Staatspräsidenten Christian Wulff und Gattin Bettina auf dem Flughafen in Zürich. Auf dem Rollfeld empfing ihn Bundespräsidentin Doris Leuthard mit Ehemann Roland Hausin. Zum Empfangskommitee gehörten Bundeskanzlerin Corina Casanova, der Zürcher Regierungspräsident Hans Holenstein, sowie die Staatssekretären Jean-Daniel Gerber (EVD) und Peter Maurer (EDA).
Es ist der erste Staatsbesuch eines deutschen Bundespräsidenten seit 10 Jahren in der Schweiz. Danach ging es im Extrazug in Begleitung von Leuthard nach Bern, wo Wulff vor dem Bundeshaus mit militärischen Ehren empfangen wird. Die Ehrenkompanie besteht aus 80 Panzer-Rekruten der RS Thun unter Major Philipp Deriaz.
Am Nachmittag geht es dann im Leuchtersaal des Bernerhofes zur Sache: Wulff und Leuthard haben viel zu besprechen: Fluglärm, Steuerstreit, geklaute Bankdaten. In den letzten Monaten waren die Beziehungen zwischen der Schweiz und Deutschland wegen diesen strittigen Dossiers nicht immer freundschaftlich. Der frühere Finanzminister Peer Steinbrück (SPD) löste in der Schweiz Empörung aus, als er die Schweizer mit verängstigten «Indianern» verglich und mit der «Kavallerie» drohte.
«Wir sollten freundschaftlich nach vorne blicken», sagt jetzt Wulff in einem Interview mit der NZZ. Und er windet auch Doris Leuthard ein Kränzchen. Frau Kollegin Leuthard habe kürzlich in einem Interview eine Brücke gebaut, wonach die Schweiz dafür sorgen müsse, dass sie nicht attraktiv sei für unversteuertes Geld.
Freundlich im Ton, aber hart in der Sache: Wulff verteidigt wie Finanzminister Wolfgang Schäuble vor ein paar Tagen die Verwendung geklauter CD-Daten. Nach einem offiziellen Gespräch mit Leuthard steht ein Treffen mit Wirtschaftsvertretern auf dem Programm.
Das Staatsbankett findet heute Abend im Bankettsaal des Bernerhofes statt. Morgen Donnerstag besucht der Bundespräsident die Technische Hochschule in Lausanne. Wulff will danach an der Universtität in Zürich an einer Podiumsdiskussion teilnehmen.