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Donnerstagabend. Claude Covassi steht am Hafen von Las Palmas an der Zollkontrolle. In der Hand hält er sein SchiffSbillet und den Pass. Er ist innerlich angespannt. Fürchtet, dass er mit Haftbefehl gesucht wird.
Nicht ohne Grund. Claude Covassi ist der V-Mann, der im Auftrag des Schweizer Inland-Geheimdienstes (DAP) islamistische Kreise infiltrierte. Als seine Maulwurf-Tätigkeit publik wurde, tauchte er auf den Kanarischen Inseln unter. Aus seinem Versteck erhob er schwere Vorwüfe an den Inland-Geheimdienst: Der DAP nehme Folter in Kauf, habe kein Interesse an gefährlichen Islamisten und lasse ausländische Spione in der Schweiz schalten und walten (BLICK berichtete).
«Als ich dem Zöllner den Pass gab, stimmten die Daten nicht mit denen in ihrem Computer überein», sagte Claude Covassi gestern Abend zu SonntagsBlick. «Sie haben mich in einen Raum geführt, in dem ich unter Bewachung auf ihre weiteren Abklärungen warten musste. Ich befürchtete das Schlimmste.»
Die Probleme fingen schon ein paar Stunden zuvor an. Claude Covassi musste sein Versteck im Hotel auf Las Palmas fluchtartig verlassen. «Man hat dort Erkundigungen über mich eingezogen. Da wurde mir die Sache zu heiss.»
Am Zoll war er überzeugt, in der Falle zu sitzen. «Der Gesichtsausdruck der Beamten liess Schlimmes erahnen», sagt Claude Covassi. Doch er hatte Glück. «Sie teilten mir mit, dass sie zu dieser späten Stunde im Hauptquartier von Madrid niemand erreichen könnten, um meine Daten zu überprüfen.»
Eine Stunde später lief das Schiff mit Claude Covassi aus dem Hafen von Las Palmas aus. Wohin die Reise geht, will er nicht sagen.