(Fleisch-)Spiessbürger Türkei streitet über das Schweizer Kebab-Verbot

Was wie ein Spass-Vorstoss klingt, wird mittlerweile ernst diskutiert: In der Türkei wurden Proteste gegen das Schweizer Kebab-Verbot laut. Auch Daniel Graf, der Erfinder der Initiative, tut mittlerweile ganz ernst.

Türkei protestiert gegen Spass-Initiative Kebab-Verbot von Daniel Graf play
Für Daniel Graf ist der Kebab eine Gefahr für die Schweizer Ess-Kultur. dpa Picture-Alliance / Robert Schlesinger

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Schweiz

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Der Schweizer Nationalrat spricht sich mit 88:87 Stimmen für ein nationales Burkaverbot aus. Der Polit-Kampagnenmacher Daniel Graf hat diesen Entscheid erwartet. «Die Burka-Debatte ist Kopfkino nach dem Geschmack der SVP: politische Blockbuster-Themen wie Terrorangst, Frauenrechte und Fremdenfeindlichkeit werden zusammengeschnitten», so Graf.

Geht es nach ihm, müsse man jetzt auch über ein Kebab-Verbot diskutieren. Nachdem der BLICK bereits über seine Idee berichtete, plant er bereits eine Volksinitiative. «Auf eine Burka kommen in der Schweiz mindestens 1 Million Kebabs. Wenn im Bundeshaus über Kultur diskutiert wird, dann nicht über Kopfbedeckungen, sondern bitte auch über unsere Esskultur.»

Protest aus der Türkei

Dass es bei Grafs Initiativ-Idee um einen Spass-Vorstoss handelt, liegt auf der Hand. Er selbst argumentiert jedoch sehr ernst. Und BLICK weiss, dass bereits Bürger für ein nationales Komitee angefragt wurden. Ganz ernst wird das Kebab-Verbot auch in der Türkei diskutiert.

Städte wie Sanliurfa und Gaziantep, die als Hochburg des Kebabs gelten, protestierten gegenüber der türkischen Nachrichtenagentur Anadolu gegen Grafs Pläne. Die Forderung der Städte: Graf solle seine Initiative zurückziehen.

«Ich habe gar kein Verständnis für das Verbot. Es ist unlogisch», sagt Mehmet Kacak, Präsident des Gastronomen-Verband in Sanliurfa. Seiner Ansicht nach gehöre der Kebab zur türkischen Tradition und verweist auf die Türken in der Schweiz. «Das Verbot macht über 70'000 Türken traurig», so Kacak.

Graf tut ganz ernst

Verbotsgegner aus Gaziantep erinnern derweil daran, dass man nicht alle Kebabs in einen Topf werfen dürfe. Jede Stadt habe ihre eigene Kebab-Kultur, heisst es.

Graf kontert und meint, seine Initiative sehe Ausnahmen vor. Etwa für Volksfeste, wo es «heute schon überall Kebab-Stände gebe», wie er auf Anfrage erklärt. Nach dem Ja zum Burka-Verbot drescht aber Graf mit seiner gespielten Ernsthaftigkeit weiter: «Wer Nein zur Burka sagt, muss jetzt mutig Ja zum Kebabverbot sagen.» Dies auch um Erdogan zu zeigen, wer in der Schweiz das Sagen hat: «Hinter dem Shitstorm steckt wohl Präsident Erdogan persönlich.» (pma)

Publiziert am 27.09.2016 | Aktualisiert am 15.10.2016
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  • Mike  Wisler aus cham
    27.09.2016
    Ich weiss imner noch nicht was am Burka tragen gut sein soll? Linke kreise sind mittlerweile geradezu begeistert vom Tragen einer Burka. Ja die Burka komnt aus dem arabischen Raum. Mohammed hat es seiner damaligen Frau erlaubt, ein Kopftuch tu tragen. Es war nie die Rede von Burkas. Und ja, Kaffee, Kebap, und der Samichlaus kommen aus dee Türkei. Aber was um himmelswillen hat das mit dem tragen einer Burka und Kulturverständnis zu tun?
  • Muhamed  Omerovic , via Facebook 27.09.2016
    Was ist mit Lidl,Aldi u.s.w??
    ;-)
    Einfach X Milionen von Franken für Volksinitiative wegwerfen oder müssen wir jeden Monat für irgendwas abstimmen??
  • Mauro  Cappilli 27.09.2016
    Es sterben unschuldige Menschen an Orte, wo es niemand erwartet hätte, durch die Hand von hasserfüllten Extremisten. Brauchen wir also in dieser Zeit wirklich solche Provokationen? Wirklich, sehr intelligent Ihre "Spass Initiative" Herr D. Graf
  • Sven  Jeker , via Facebook 27.09.2016
    Was sollen solch Schwachsinnige Vorstösse? Kosten nur unnütz Steuergelder! Ich bin absolut auf der SVP Seite, das heisst aber nicht das ich automatisch gegen alles Ausländische bin. Vorallem nicht wens ums Essen geht. Diese "Ausländer" in den Kebap-Buden arbeiten Tag für Tag, ernähren ihre Familien und tragen zu unserer Kultur bei. Gegen die hat niemand was! Im Gegenteil! Aber solche "Schweizer" die sich damit noch gross aufsspielen... Egal,hab gerade einen sehr leckern Kebap gegessen! War SUPER
    • Herbert  Staub , via Facebook 28.09.2016
      Was ist überhaupt Kebap? Für mich ist dies folgendes. Am Morgen werden alle in der Nacht überfahrene Tiere eingesammelt. DAs Fell ab, die Eingeweide (hoffentlich) raus, zusammen geprest und dann auf einen Spiess gebraten. En Guete
    • Thomas   Wassmer 28.09.2016
      Für den Herr Staub mag das so sein. Aber für den Kontrolleur ist es entweder Kalbfleisch oder Poulet.
      Beim Dönerstand meines Vertrauens bekomme ich zumindest immer qualitativ sehr gutes Fleisch und frisches Gemüse im Kebab.
      Sie dürfen die Realität schon ignorieren, das ist ihre Sache, Herr Staub.
    • Sven  Jeker , via Facebook 28.09.2016
      Solange es gut ist, ist mir egal was drin ist! In meinem Heimatdorf (ich bin Schweizer), ist es heute noch gang und gäbe, das zu essen was man überfahren hat... Währe ja auch schade um die leckeren Marder, Füchse und Katzen, wen man die einfach so tot fährt und ungenutzt liegen lässt.
      Ausserdem, was genau ist im Züri-Gschnäzelten oder in einer Cervelat drin? Man weis es nicht so genau...
  • Silvio  Valentino aus Winterthur
    27.09.2016
    Es ist erschütternd. Realsatire, nicht zu toppen. Hey Leute, das ist ein JUX, niemand braucht durchzudrehen. Macht euch nicht lächerlich.