Fledermaus schafft 160 km/h Zürcher Forscherin entdeckt schnellstes Flugtier der Welt

Die Wissenschaftlerin Dina Dechmann hat zusammen mit einer Gruppe von Forschern herausgefunden, dass Fledermäuse die schnellsten fliegenden Tiere sind. Eine Entdeckung, die bei manch einem für Erstaunen sorgt.

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Keiner fliegt schneller als sie: Die Brasilianische Bulldoggfledermaus. Max-Planck-Institut für Ornithologie

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Dina Dechmann mit ihrem liebsten Forschungsobjekt: Einer Fledermaus.  MAX-PLANCK-INSTITUT FÜR ORNITHOLOGIE

Mit einer erstaunlichen Entdeckung hat eine Zürcher Forscherin diese Woche weltweit für Schlagzeilen gesorgt. Die Biologin Dina Dechmann erforschte zusammen mit fünf weiteren Wissenschaftlern das Flugverhalten von Fledermäusen. Klingt unspektakulär? Von wegen! In ihrer Studie haben die Forscher herausgefunden, dass eine brasilianische Fledermausart bis zu 160 km/h schnell durch die Luft flitzen kann – was 44 Metern pro Sekunde entspricht. Damit ist die Fledermaus das schnellste Flugtier überhaupt. Und die Studie von Dechmann und ihren Kollegen eine Sensation, nicht nur in der Wissenschafts-Community.

Bei der Art, bei der das Rekordtempo gemessen wurde, handelt es sich um die Brasilianische Bulldoggfledermaus oder Tadarida Brasiliensis. Bisher hat man geglaubt, dass nur Vögel aus eigener Kraft so schnell fliegen können. Der Mauersegler galt mit 110 Kilometern pro Stunde als schnellstes Flugtier. Doch die Fledermaus-Flitzer stossen ihren gefiederten Tierfreund vom Thron.

Vom Echo überrumpelt

Dass die Studie für solch grosses Medienecho sorgen würde, damit hat Dechmann nicht gerechnet. «Ich habe extrem viele Reaktionen erhalten», sagt die Zoologin, die am Max-Planck-Institut in Deutschland forscht. «Obwohl die Ergebnisse wirklich speziell sind, hat mich der Ansturm überrascht.»

Ungläubigkeit erntet sie vor allem von Seiten der Vogel-Forscher. In den Köpfen der Leute herrsche der feste Glaube, dass Vögel besser angepasst und die besseren Flieger seien. Die Leute müssten sich deshalb «erst an die Resultate gewöhnen».

Für die Studie statteten die Forscher insgesamt sieben Fledermäuse aus der Frio-Fledermaushöhle in Texas mit kleinen Transmittern aus. Sie klebten die winzigen Geräte auf den Rücken der 12 Gramm schweren Säugetiere. Ein kleines Flugzeug flog den Fledermäusen jeweils nach und nahm die Daten auf. Dabei legte es jeweils eine Strecke von 50 bis 160 Kilometer zurück.

Faszination Fledermaus 

Dechmann ist seit Langem von Fledermäusen fasziniert. Dabei gelangte sie eher durch Zufall zu diesem Forschungsgebiet: «Ich wollte eigentlich Wölfe erforschen und begann deshalb Biologie an der ETH zu studieren», erzählt sie.

Irgendwann habe sie eine Freiwilligenarbeit beim Fledermausschutz aufgenommen. Weil Dechmann Biologiestudentin war, zeigte ihr der Chef die Fledermäuse etwas genauer. «So wurde ich hineingezogen!»

Neben den Fledermäusen ist Dechmann auch von Spitzmäusen und unzähligen anderen Tieren begeistert. Doch die fliegenden Säugetiere geniessen einen ganz besonderen Platz in ihrem Herzen. Sie ist überzeugt: «Ich werde immer mit Fledermäusen arbeiten.»

Publiziert am 13.11.2016 | Aktualisiert am 15.12.2016
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8 Kommentare
  • Stefan  Heiniger 14.11.2016
    Liebe Kommentarschreiber. Ein Sturzflug ist nicht "aus eigener Kraft", das ist die Schwerkraft. Aber Frau Dechmann hat schon recht, wenn sie sagt, dass die Vogelfraktion sich zuerst noch an das Ergebnis gewöhnen muss...
  • Dracomir  Pires aus Bern
    14.11.2016
    Alles falsch: Das schnellste Tier ist der Wanderfalke. Der macht im Sturzflug über 300 km/h und ist auch auf der Geraden viel schneller als die Fledermaus. Ist übrigens überall nachzulesen.
    • neuffer  igor aus Zürich
      14.11.2016
      Lesen bildet. Im Sturzflug ist auch ein Stein schnell. Es geht um den Horizontlflug.
    • Martin  Vraspir , via Facebook 14.11.2016
      Ein Hoch auf die Generation Google. Jahrelang studieren, forschen, Daten analysieren? Ach was, ich google das mal kurz... ^^
  • Rolf  Kramer , via Facebook 13.11.2016
    Springen Sie vom Eiffelturm. Im Sturzflug werden den Falken deutlich übertreffen und sind dann das schnellste Säugetier.
    • Daniel  Metzener , via Facebook 14.11.2016
      Herr Kramer - kann sein aber nach dem Sprung als Mensch ist man danach tot und der Falke überlebt. Die Auswahl liegt bei Ihnen.
  • Andy  Schenk aus Schüpfheim
    13.11.2016
    Das schnellste Flugtier ist der Falke. Er erreicht eine Geschwindigkeit von über 250 km/ h im Sturzflug.
    • Martin  Vraspir , via Facebook 13.11.2016
      Aber nur im Sturzflug. Im Horizontalflug nicht.
      Das war bis anhin gemäss Guinness Buch der Rekorde ein Albatros mit 127 km/h.