Finanzen Luzerner Sinfonieorchester demonstriert mit Flashmob gegen Sparplan

Das Luzerner Sinfonieorchester hat am Samstag in Luzern mit einem unangekündigten Konzert auf der Rathaustreppe gegen die Sparpläne der Kantonsregierung protestiert. Das Orchester soll ab 2018 eine halbe Million Franken weniger Subventionen erhalten.

Musiker des Luzerner Sinfonieorchesters beim Flashmob-Konzert am Samstag am Fusse in Luzern. play
Musiker des Luzerner Sinfonieorchesters beim Flashmob-Konzert am Samstag am Fusse in Luzern. Thomas Oswald/sda

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Das Luzerner Sinfonie Orchester (LSO) könne eine weitere Reduktion der staatlichen Beiträge nicht verkraften, sagte Intendant Numa Bischof Ullmann am Samstag nach der zehnminütigen musikalischen Kundgebung der Nachrichtenagentur sda. Die Kürzung sei wohl das Ende des ältesten Sinfonieorchesters der Schweiz.

An den öffentlichen Subventionen hingen zahlreiche Projekte, ohne die auch private Zuschüsse wegfallen würden, sagte Numa Bischof Ullmann. Mit einer Verkleinerung würde das rund 70 Stellen umfassende Orchester auseinanderfallen. Dieses wäre für junge, internationale Künstler nicht mehr attraktiv.

Das Orchester mit einem Aufwand von rund 14 Millionen Franken pro Jahr erzielt je 3,5 Millionen Franken Einnahmen aus privaten Beiträgen und Tickets. 4 Millionen stammen vom Engagement beim Luzerner Theater.

Dazu erhält das Orchester öffentliche Subventionen von 3 Millionen Franken. Diese will die Luzerner Kantonsregierung aus Spargründen ab 2018 um eine halbe Million kürzen. Das Kantonsparlament entscheidet im November und Dezember über die Pläne.

Das LSO startete eine Petition gegen die Beitragskürzungen. Prominente Unterstützer aus Wirtschaft, Politik und Kultur sollen zudem Einfluss auf Kantonsräte ausüben, damit diese gegen eine Kürzung stimmen.

Das Luzerner Sinfonieorchester besteht seit 210 Jahren. Es ist das älteste Sinfonieorchester der Schweiz und residiert im KKL in Luzern. Es konzertierte in den letzten zehn Jahren weltweit in 25 Ländern und in 77 Städten. Chefdirigent ist seit 2011 der US-Amerikaner James Gaffigan. (SDA)

Publiziert am 22.10.2016 | Aktualisiert am 22.10.2016
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