BERN - Syphilis, Aids und Co. lassen sich nicht per SMS bekämpfen. Der Bund deaktivierte den Dienst nach wenigen Stunden. Jetzt gibts nur noch die Light-Version.
Die Kampagne «Check-your-lovelife» vom Bundesamt für Gesundheit (BAG) fordert Personen mit Geschlechtskrankheiten auf, mit dem Partner darüber zu sprechen.
Wer sich das nicht getraut, kann den eigens dafür geschaffenen Service des BAG in Anspruch nehmen und das per Brief, SMS oder E-Mail tun. Im eigenen Namen oder anonym.
Am Freitag wurde der Dienst aufgeschaltet. Nur wenige Stunden später war die SMS-Funktion bereits wieder deaktiviert.
Hatten einige Scherzkekse das Angebot zweckentfremdet und ihre Kollegen damit veräppelt? Der Nachrichteninhalt würde sich dafür bestens eignen: «Hallo. Bei mir wurde Syphilis diagnostiziert. Das ist sexuell übertragbar. Lass dich bei Teststelle oder Hausarzt untersuchen, auch wenn du keine Symptome hast. Ohne Behandlung kann die Infektion Folgen für deine Gesundheit haben.»
Mona Neidhart, Sprecherin des BAG, zu «Le Matin»: «Die SMS-Funktion wurde wegen Missbrauchs für unbestimmte Zeit deaktiviert.»
Mittlerweile ist eine Light-Version des SMS-Dienstes wieder aufgeschaltet. Die Textvorlage für das SMS ist online. Man soll sie kopieren oder als Inspiration nutzen. Die SMS muss man aber selbst verschicken. Anonymität gibts keine mehr.
Weiterhin möglich bei «check-your-lovelife.ch»: die anonyme Benachrichtigung per Brief oder E-Mail. Oder man sagt es dem Partner persönlich. (whk)
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