Feuer-Angriff auf Weltraum-Pionier Jaussi Es geht um Drohungen, Missgunst und sehr viel Geld

PAYERNE (VD) - Der brutale Überfall auf den Schweizer Weltraum-Pionier Pascal Jaussi bleibt mysteriös. Gründe für die Attacke gibt es viele.

Feuer-Angriff auf Pascal Jaussi: Tatmotiv wirft viele Fragen auf play
Der frühere Schweizer Astronaut Claude Nicollier stand Pascal Jaussi als Berater zur Seite. "Für mich ist das alles ein grosses Fragezeichen", sagt der Waadtländer. Keystone / Sandro Campardo

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Der Fall Pascal Jaussi gibt weiterhin Rätsel auf. Der am 28. August von zwei unbekannten Männern bei Payerne VD brutal attackierte und schwer verletzt zurückgelassene Schweizer befindet sich zwar mittlerweile auf dem Weg der Besserung. Über das Motiv des Überfalls herrscht aber Ungewissheit.

«Das ist alles ein grosses Fragezeichen»

Der bekannte Schweizer Astronaut Claude Nicollier (72) ist bestürzt über den Angriff auf Jaussi. Nicollier kennt den Waadtländer Unternehmer persönlich und steht dessen Firma Swiss Space Systems (3S) seit Jahren als Berater zur Seite. «Für mich ist das alles ein grosses Fragezeichen«, sagt Nicollier gegenüber BLICK.

Feuer-Angriff auf Pascal Jaussi: Tatmotiv wirft viele Fragen auf play
Claude Nicollier steht der Firma 3S als Berater zur Seite.

Er höre zum ersten Mal von einem solchen Vorfall in dieser Branche, erklärt Nicollier weiter. Klar sei aber auch: Das Geschäft mit Weltall-Reisen sei ein hart umkämpfter Markt. Firmen wie SpaceX von US-Unternehmer Elon Musk seien grosse Konkurrenz für S3.

Wollten die Angreifer mit ihrer Attacke das Schweizer Unternehmen möglicherweise aus dem Markt vertreiben? Kannte Jaussi die Täter sogar? «Kennen ist ein grosses Wort», sagt Claudia Jaussi gegenüber «Le Temps» vielsagend. Die Schwester des Opfers und zugleich Sprecherin bei S3 will aber nicht mehr zum Überfall sagen.

Hohe Wahrscheinlichkeit von Zahlungsausfällen

In der Genfer Zeitung hält ein Szene-Kenner noch eine weitere Erklärung für möglich. Mehrere Länder hätten demnach ein grosses Interesse daran, mit neuen Raketenstartplätzen das grosse Geld zu verdienen. Pascal Jaussi und seine Firma S3 würden diesen Plänen mit Weltall-Reisen von Flugplätzen aus einen gewaltigen Strich durch die Rechnung machen.

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Mit Space-Shuttle-Flügen vom Dach eines Airbusses aus wollen Swiss Space Systems (S3) den Markt erobern. Swiss Space Systems

Geld spielte bei Swiss Space Systems in den letzten Jahren eine immer wichtigere Rolle. Wie die «Handelszeitung» schreibt, erhielt die Weltraumfirma in den Jahren 2015 und 2016 Zahlungsbefehle von über 4 Millionen Franken. Bei der Risikobeurteilung von von S3 heisst es bei Teledata: «Die Wahrscheinlichkeit, dass bei der Firma Swiss Space Systems Holding mit Zahlungsausfällen zu rechnen ist, wird nach dem statistischen Prognosemodell als hoch eingestuft.«

Was auch immer hinter der Attacke auf Pascal Jaussi steckt, für Claude Nicollier ist es vor allem aus menschlicher Sicht eine Tragödie: «Ich habe Jaussi in dieser Sache immer motiviert, denn er hatte Mut und es ist eine edle Idee.» Für die Firma S3 sei das ganze ein grosser Rückschlag, meint Nicollier. «Die Zukunft wird schwer.»

Publiziert am 06.09.2016 | Aktualisiert am 14.09.2016
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4 Kommentare
  • Ernst  Leu aus Hegnau
    07.09.2016
    Wir von der Gesellschaft der Weltall-Philatelie verfolgen sehr interessiert das Schweizer Space geschehen vor Ort und natürlich im Internet. Wir wünschen vor allem jetzt gute Genesung Herrn Jaussi und den Mitarbeitern einmal viel Glück die Internetseite wieder positiv aufzuschalten. Den im Netz verbindet man auch Freunde heute und in der interessanten tollen Space Zukunft.
    Ernst Leu Präsident der www.g-w-p.ch
  • Walter  Reusser , via Facebook 06.09.2016
    Wenn ich das Geld hätte würde ich Herrn Jaussi helfen seine Ideen zu verwirklichen. Die Schweiz hätte ein wohl einmaliges zukunftsträchtiges Projekt. Unsere Erde wird in ca. 5000 Milliarden Jahren durch die Sonne zerstört werden und wenn wir es nicht schaffen in den Weltraum zu gehen bleibt von uns nur Staub übrig! Also Schweizer Millionäre denkt nach und gebt euch einen Schubs und helft Mr. Jaussi für die gute Sache.
  • Peter  Kuster 06.09.2016
    Diese Story glaubt ihr aber selber nicht. Elon Musk ist viel weiter und der wird nicht bedroht. Der Hinweis auf Zahlungsausfälle sehe ich eher als Grund. Da will jemand sein Geld eintreiben.
  • Pascal  Ottiger , via Facebook 06.09.2016

    Edle Ideen hatten schon immer ein Profit Problem. Und bei der Sachlage würde ich mal den Darlehn Ordner öffnen, dann hast du sicher auch den Täter oder Auftraggeber. Und überlebt hat er nicht mit Glück sondern damit er Geld zurück bezahlt. Weil Tote ja bekanntlich noch schlechtere Zahler sind. Somit war die Zukunft der Firma schon Geschichte bevor die Story gedruckt wurde. Also toitoi, schnell neue Hochglanz Broschüren Drucken und sofort wieder auf Investment suche.