ZÜRICH – Schweizer Schulen wollen ein generelles Handyverbot durchsetzen. Die Politik soll dabei helfen.
Das Klingeln von hunderten von Handys gehört mittlerweile zum Schulalltag, wie das Läuten der Schulglocke zur ersten Stunde. Der Unterricht verkommt zu einem DJ-Pult diverser elektronischer Sounds. Das Repertoire erstreckt sich über:Ankommende SMS.Verschiedenste Arten von Klingeltönen, die gerade gestern aus dem Netz herunter geladen wurden und dringend den Freunden vorgeführt werden müssen.Dem Vibrationsalarm, den «rücksichtsvollere» Schüler nutzen – der aber trotzdem das Klassenzimmer zum beben bringt. Nun wollen die Schulen diesem wilden Treiben Einhalt bieten. Die
EVP will Handys an Schweizer Schulen verbieten. Helfen soll hierbei die Zürcher Bildungsdirektion. Heute hat der Kantonsrat ein entsprechendes Postulat mit 80 zu 46 Stimmen zugewiesen. 19 Ratsmitglieder enthielten sich der Stimme.Viele melden sich heute zu diesem polarisierenden Thema. Der allgemeine Kanon ist klar. Handys in Klassenzimmern und auf Pausenplätzen werden als Problem erkannt. Auch dass dagegen etwas getan werden muss, darüber sind sich alle einig – ausser wahrscheinlich die handy-verwöhnten Schüler.Kein generelles VerbotGenerell verbieten wollen aber nicht alle: Die Zürcher Bildungsdirektorin Regine Aeppli (
SP), sowie Stimmen aus der
SVP und der
FDP halten eine ausnahmslose Sperre an Schulen für übertrieben. Die Schulleitungen sollten das Problem ohne die Politik lösen. Eigenständige und individuelle Entscheidungen seien von Nöten. Auch eine Sprecherin der
Grünen wies darauf hin, dass schon heute an manchen Schulen Handyverbote in der Hausordnung verankert seien. (SDA/s5j)Was halten Sie von einem Handyverbot an Schweizer Schulen? Schreiben Sie uns Ihre Meinung!