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Mit seinem Mami Manuela (36) bastelt Valentino viel. Das macht Spass – vor allem aber: Es kostet fast nichts.
Ihr liebstes Bastelwerk hat Manuela El Moukdad eben verschenkt: ein Rentier samt Engel aus Karton. Der Familie, die Valentino mit in die Ferien genommen hat. Als Dankeschön. «Ferien für Valentino kann ich mir nicht leisten», sagt die Alleinerziehende. Sie lebt von der Sozialhilfe.
Alles in allem hat sie rund 2600 Franken netto monatlich. Die kleine Familie muss auf vieles verzichten. Fleisch gibts nur, wenn es die Kollegin in Deutschland einkauft. Die Möbel sind gebraucht. Und: «Man sitzt viel zu Hause, wenn man kein Geld hat», bedauert Manuela El Moukdad.
Im Schlafzimmer reiht sich ein Dutzend Ordner fein säuberlich aneinander. «Die bezahlten Rechnungen», steht auf einem. Stolz sagt Manuela El Moukdad: «Ordnung zu halten habe ich mir selbst beigebracht.»
Ordnung gab es in ihrer Kindheit in jeder Hinsicht wenig. Eine Mutter, die kaum da ist für die sechs Kinder. Ein Vater, der «Tag und Nacht gekrüppelt» hat. Das Geld fehlt trotzdem. Manuela wechselt schon als 4-Jährige dem kleinen Bruder die Windeln. In der Schule sagt der Lehrer, «dass ich sowieso ein Tubel bin».
Die Aargauerin macht eine Anlehre als Charcuterie-Verkäuferin und eine als Näherin. Hat einen Job. Doch als sie ihr Kind bekommt, holt sie die Vergangenheit ein. Die Frau, die auf den ersten Blick so patent wirkt, wird krank. Körperlich und psychisch. Bis zum Frühjahr erhält sie IV-Rente. Ob sie noch Anspruch darauf hat, wird derzeit abgeklärt.
«Meine Kindheit war schlimm. Jetzt geht es mir zwar besser. Aber es ist schon verrückt, wie sich das durchs ganze Leben zieht», sagt Manuela El Moukdad. «Ich weiss, was ich anders machen möchte für meinen Sohn. Deshalb hole ich mir Hilfe.»
Hilfe kommt von Valentinos Beiständin und von einer Sozialpädagogin. Manchmal auch von Nachbarn. «Der Besitzer des Tierladens um die Ecke hörte, dass Valentino so gerne ein Velo hätte. Da hat er ihm das gebrauchte seines Sohnes geschenkt.»