Fehler im Tower soll zum F/A-18-Crash geführt haben Bekam David G. (†27) eine falsche Höhenangabe?

MEIRINGEN - BE - Laut der TV-Sendung «10 vor 10» gibt es Hinweise, dass die Flugsicherung in Meiringen BE den verstorbenen Berufspiloten David G. mit falschen Daten versorgte.

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F/A-18-Crash: Hinweise dass Pilot falsche Höhenangaben erhielt play

An dieser Krete im Susten-Gebiet zerschellte die F/A-18 am 29. August.

Philippe Rossier

David G.* (†27) startete seinen letzten Flug am Montag, wenige Minuten nach 16 Uhr. Vier Minuten nach dem Start brach der Kontakt zu ihm ab.

Die Bilder von der Absturzstelle brachten tags darauf die schreckliche Gewissheit: Jungpilot und Oberleutnant G. war an einer Krete zerschellt. Nur wenig fehlte, und er wäre darüber hinweggeflogen. Ein gespenstischer schwarzer Fleck zeugt vom Aufprall.

Piloten können Fehler nicht von Auge korrigeren

Wie kann einem Militärpiloten so ein Fehler passieren? Die SRF-Sendung «10 vor 10» präsentierte gestern Recherchen, die das erklären könnten. Demnach lag der Fehler nicht bei David G., sondern bei der Flugsicherung des Militärflugplatzes Meiringen BE.

F/A-18-Crash: Hinweise dass Pilot falsche Höhenangaben erhielt play
Der Tower des Militärflugplatzes Meiringen BE. Reuters

Offenbar gab der Tower dort dem Piloten eine falsche Höhenangabe mit. Das würde bedeuten, dass der Bordcomputer der verunfallten F/A-18 die tödliche Krete schlicht für niedriger hielt, als sie wirklich war. Ein Fehler, den der Pilot bei diesem Tempo nicht von Auge korrigieren kann. Gemäss «10 vor 10» habe der Tower die Fehlangabe zwar bemerkt, aufgrund von «Kommunikations-Problemen» aber nicht mehr rechtzeitig mitteilen können.

Die Behörden bestätigen die Recherchen nicht. Die Militärjustiz teilte lediglich mit, dass weiter ermittelt werde und noch nicht alle Mitarbeiter hätten befragt werden können.

F/A-18-Crash: Hinweise dass Pilot falsche Höhenangaben erhielt play
David G. (†27)

Die Angehörigen von David G. flogen gestern früh noch einmal über die schwer zugängliche Absturzstelle am Hinter Tierhorn. Auch Spezialisten eines Care-Teams waren mit an Bord. Der Schmerz ist gross, auch bei den Kameraden, wie BLICK weiss: Manche von ihnen begannen zu weinen, als man ihnen den Absturz mitteilte.

David G. lebte ganz in der Nähe des MIlitärflugplatzes in Payerne VD

Auch im kleinen Waadtländer Dorf, wo David G. aufgewachsen ist, steht man unter Schock. «Er war ein charismatischer Typ und wurde von uns allen sehr geschätzt», sagt ein Mitglied der örtlichen Jugendgruppe. «Er brachte uns alle immer zum Lachen. Besonders dann, wenn er Anekdoten über Deutschschweizer erzählte und dabei Französisch mit ihrem Akzent sprach.»

Unihockey und Jugendgruppe: Der Waadtländer war immer aktiv, wie sich ein Freund aus jenen Tagen erinnert. «Dann fehlte ihm wegen der Pilotenausbildung irgendwann die Zeit.» David G. machte in Lausanne die Matura. 2009 absolvierte er die Offiziersschule in Payerne VD. Dort war der Pilot stationiert und lebte mit seiner Freundin unweit des Militärflugplatzes. Bis letzten Montag.

* Name der Redaktion bekannt

Publiziert am 02.09.2016 | Aktualisiert am 02.09.2016
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28 Kommentare
  • Peter  Saluz aus Bern
    02.09.2016
    1. Wir haben keinen kalten Krieg. Niemand muss gefährlich im Gebierge starten 2. Normalerweise steige ich auf prov. auf 4000 subito wenn Gipfel bei 3200 in Umgebung 3. War es nicht notwendig bei schlechtem Wetter zu fliegen. Das kann man auch sicher in Schweden üben, wo alles flach ist.
    • Daniel  Schlatter , via Facebook 03.09.2016
      1. Ich wohnte noch in Dübendorf, als die Jets von dort starteten. Fragen Sie mal Einwohner von Uster, wie das damals war, als die Vögel über ihren Köpfen Schub gaben! Mir reichte es jedenfalls! 2. was heisst "subito"? Der Crash geschah 4 Min. nach Start. Eines Flugzeugs, nicht einer Rakete. 3. der Ernst tritt weder nur zu Bürozeiten noch lediglich bei Sonnenschein ein. Also trainiert man auch diese Umstände. 4. Und wenn Sie das nicht wollen, schaffen wir die Flieger ab. Was wollen Sie?
  • Rudi  Schuster aus Kuala Lumpur
    02.09.2016
    Herr Schwenke, der Pilot hat sicher gewusst in welcher Hoehe er sich befindet aber er hat nicht gewusst wie hoch soll er fliegen um den Hinderniss zu ueberfliegen. Diese sichere Flughoehe muss er von Flugsicherung erhalten. Das gillt sowohl fuer Zivil- als auch fuer Miltaerflugzeuge.
    Bei einer Geschwindigket von ca. 280-300m/sek hat der Pilot in Bergebiet ohne sichere Navigation kaum eine Chance zu ueberleben.
    Ich hoffe dass sie es jetzt verstehen.
  • Mensch  Meier aus Bern
    02.09.2016
    .".Es ist natürlich schon tragisch , denn es fehlt der Luftwaffe ein Flugzeug " !? Jesses Gott , ist das jetzt das grösste Problem . Solche doofen fragen zu stellen ist jetzt bestimmt nicht der richtige Zeitpunkt dafür !!!
  • Hans  Bapst , via Facebook 02.09.2016
    Ich werde meinen Kommentar erst schreiben, wenn die Unglücks Ursache 100 Prozent geklärt ist ! bis jetzt alles nur Spekulationen !
    R.I.P David G.
  • Peter  Kunz aus Biberist
    02.09.2016
    Offensichtlich verstehen viele Kommentatoren nicht wie die Höhemessung und die damit zusammenhängenden Regeln in der Luftfahrt funktionieren.
    An alle die es genau wissen möchten:
    Mit google "QNH" oder "Höhenmessung Luftfahrt" suchen.