FDP bringt Fulvio Pelli in Stellung

  • Publiziert: 18.06.2009, Aktualisiert: 03.01.2012
play Sagt er Ja oder Nein? Die Tessiner FDP verlangt, dass Fulvio Pelli Couchepins Nachfolger wird. (Keystone)

LUGANO – Die Tessiner FDP will Fulvio Pelli als Nachfolger von Bundesrat Pascal Couchepin. Die Kantonalpartei sieht keinen anderen Kandidaten als den FDP-Präsidenten.

Auf eine offizielle Nomination Pellis als Bundesratskandidat verzichteten die Verantwortlichen der Partei bewusst. Dies würde zum jetztigen Zeitpunkt bloss für unnötigen Wirbel sorgen, sagte Giovanni Merlini, der Präsident der Tessiner FDP.

Stattdessen liess sich die Parteispitze von den Mitgliedern das Mandat erteilen, eine allfällige Nomination Pellis in Eigenregie vorantreiben zu dürfen. Diese Lösung trage der delikaten Situation Rechnung, sagte Merlini.

Der 58-jährige Pelli, Präsident der FDP Schweiz, hatte seine Kantonalpartei am Freitag gebeten, ihn nicht für die Nachfolge von Couchepin zu portieren. Eine eindeutige Aussage darüber, ob das ein ausdrücklicher Verzicht ist, liess sich Pelli aber nicht entlocken.

Keine Alternative zu Pelli

«Wir geben Fulvio Pelli Zeit, seine Situation zu prüfen und halten ihm gleichzeitig alle Optionen offen», erklärte Merlini. Eine Alternative zu Pelli gebe es für die Tessiner FDP nicht. Es sei unrealistisch, an den Erfolg einer anderen Kandidatur zu denken.

In den Medien waren zuletzt verschiedene Tessiner FDP-Exponenten ins Spiel gebracht worden: etwa die beiden Staatsräte Gabriele Gendotti und Laura Sadis oder die Nationalräte Ignazio Cassis und Fabio Abate.

Seit einem Jahrzehnt nicht mehr im Bundesrat

Das Tessin stellte seit dem Rücktritt von Flavio Cotti (CVP) vor zehn Jahren keinen Bundesrat mehr. Remigio Ratti (CVP) und Patrizia Pesenti (SP) erlitten mit ihren Kandidaturen 1999 und 2002 Schiffbruch.

Auch Pelli ist bereits mit einer Bundesratskandidatur gescheitert: Er hatte sich im Jahr 2003 vergeblich um die Nachfolge von Kaspar Villiger beworben. (SDA)

Am 10. August wird entschieden

Die Meldefrist für Kandidaturen läuft bis am 10. August, die Nomination durch die Bundeshausfraktion soll am 28./29. August erfolgen. Aus Sicht der FDP-Spitze sollten die nominierten Kandidaten in jedem Fall die lateinische Schweiz vertreten.

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