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Schludrige Arbeit ist ja grundsätzlich nichts Positives. In diesem Fall aber schon. Die Schredder-Gruppe, die der damalige Bundesrat Christoph Blocher zur Beseitigung der hochbrisanten Akten im Atomschmuggelverfahren gegen die Familie Tinner eingesetzt hat, arbeitete lausig. Das Reisswolf-Team unter Michael Leupold, Direktor des Bundesamts für Justiz, hat nicht alles erwischt.
Gemäss BLICK-Informationen ist in den letzten Wochen ein ganzer Aktenberg wieder aufgetaucht. Es handelt sich um Kopien brisanter und verfahrensrelevanter Unterlagen, die bisher als unwiderruflich vernichtet galten. Die kamen offenbar in irgendeiner Abstellkammer bei der Bundesanwaltschaft zum Vorschein.
Die Geschäftsprüfungsdelegation (GPDel) der eidgenössischen Räte machte jetzt dem Vernehmen nach Druck beim Bundesrat, dass die auf wundersame Weise wieder zum Vorschein gekommenen Akten nicht wieder geschreddert werden. Vielmehr werden sie dem eidgenössischen Untersuchungsrichter Andreas Müller, der das Tinner-Verfahren führt, zur Verfügung gestellt.
Das aufgefundene Material soll der Untersuchung gegen die Tinners neuen Schub verleihen.
Nicht gerade freuen werden sich die Amerikaner. Sie hatten massiven Druck auf Blocher und die Schweiz ausgeübt, dass die Akten vernichtet werden.
Den Amis ging es darum, Spuren des eigenen Geheimdienstes CIA zu verwischen, für den die Tinners zuletzt gegen eine Millionenentschädigung arbeiteten.
Der Bundesrat hatte die geheime, von BLICK publik gemachte Aktenvernichtung damit begründet, dass es um hochbrisante Pläne zum Bau von Atomwaffen gegangen sei.
In Tat und Wahrheit enthielt ein Grossteil der zerstörten Akten Bankdokumente und Geschäftsunterlagen der Tinners, die unter anderem ihre Zusammenarbeit mit den Amis dokumentierten.
Die GPDel hatte die Aktenvernichtung als unnötig und unzweckmässig kritisiert. Darum wehrt sie sich jetzt dagegen, dass die Akten ein weiteres Mal dem Reisswolf zum Opfer fallen.