Unfall am Zürcher Bürkliplatz Extrem-Tierschützer verhöhnt die zwei toten Fischer

  • Publiziert: 15.07.2010, Aktualisiert: 03.01.2012
  • Von Ann Guenter

ZÜRICH – Ein ausser Kontrolle geratenes Auto rast letzten Sonntag in zwei Fischer und tötet sie. Der Unfall macht viele betroffen. Nur einen nicht. Der extreme Tierschützer Erwin Kessler (66) freut sich sogar.

Erwin Kessler setzt sich mit seinem Verein gegen Tierfabriken für Tiere ein. Dabei legt der 66-Jährige sich immer wieder mit den ganz Grossen an. Mit der Migros, mit dem Schweizer Fernsehen, mit Novartis-Chef Daniel Vasella und mit der Bauernschaft in der ganzen Schweiz. Kessler ist extrem. Er deckt zwar immer wieder einmal schlechte Tierhaltung auf – doch sein Kampf für die Rechte der Tiere ist längst ausgeartet.

Kessler ist ein Besessener. Er schreckt nicht davor zurück, Leute auf seiner Homepage www.vgt.ch zu verunglimpfen. Und so beschäftigt Kessler die Gerichte immer wieder aufs Neue. Der studierte Bauingenieur ist längst zum tierischen Behördenschreck geworden.

«Erfreulich: Zwei Tierquäler weniger»

Sein Fanatismus hat jetzt einen neuen, traurigen Höhepunkt erreicht. Kessler bejubelt auf seiner Webpage den Tod zweier Menschen.

Wir erinnern uns: Er rast in zwei Fischer (†60, 34) hinein. Beide Männer haben keine Chance. Sie sterben.

Der Unfall entsetzt die ganze Schweiz. Auch weil sich jeder ausmalen kann, wie sich das idyllische Bild der friedlich in der Morgensonne fischenden Männer abrupt in blutigen Horror verkehrte. Von überall her gibt es Beileidsbekundungen – nur nicht bei Tierschützer Kessler.

Im Gegenteil. Kessler schreibt auf seiner Homepage: «Erfreulich: Zwei Tierquäler weniger»!

Er schreibt weiter: «Am Bürkliplatz in Zürich hat ein Autofahrer zwei Fischer in flagranti, bei Ausübung ihres Tierquäler-Hobbys, zu Tode gefahren.» Das Schweizer Fernsehen habe dies als «äusserst tragischen Unfall» bezeichnet. Für Kessler ist das «Mitleid mit den Tätern. Kein Gedanke an die dadurch geretteten unschuldigen Opfer.»

Bei dem schrecklichen Unfall denkt Kessler also an Fische, die nicht geangelt wurden. Der Tod der Fischer lässt ihn kalt. Schlimmer noch: Er erfreut ihn.

Kessler-Sympathisanten bleiben anonym

Kesslers skandalöse Aussagen bleiben nicht unbeantwortet. Auf seiner Homepage gibt es wütende Reaktionen: Dies sei «erbärmlich, respekt- und geschmacklos». «Solche Texte können nur von Terroristen stammen». «Sie sind doch nicht normal, Herr Kessler!».

Doch es gibt auch einige wenige, die Kesslers krasse Aussagen stützen. Kesslers Anhänger empfinden «Schadenfreude»: «Jetzt hat es mal die Gegenseite erwischt». Bezeichnenderweise bleiben diese Forum-Schreiber anonym.

Kesslers neuste Grichtstermine

Auf Erwin Kessler warten zwei Gerichtstermine: Novartis-Chef Daniel Vasella hat den militanten Tierrechtler verklagt. Der Prozess findet am 25. August vor dem Bezirksgericht Bülach statt. Kessler wird sich selbst vertreten. Am 21. September steht Kessler wieder vor Gericht. Diesmal vor dem Zürcher Obergericht wegen Antisemitismus im Zusammenhang mit seiner Kritik am Schächten.

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