Entwarnung nach dem Beben: Experte: «Stärke 4,2 ist nicht aussergewöhnlich»

ZUG - ZG - Die Schweiz ist am späten Samstagabend von einem Erdbeben. Das Epizentrum des Bebens lag in der Region Zug, zwischen Ägeri- und Zugersee. Grössere Schäden wurden keine gemeldet.

  • Publiziert: 12.02.2012

Nach Angaben des Schweizerischen Erdbebendienstes der ETH Zürich (SED) ereignete sich das Beben um 23.45 Uhr und hatte die Stärke von 4,2 auf der Richterskala. Der Erdstoss war in weiten Teilen der Deutschschweiz, im Jura und bis ins Tessin spürbar.

Epizentrum zwischen Zuger und Ägerisee

Das Epizentrum lag gemäss manueller Messung in rund 30 Kilometer Tiefe unter dem Albis, zwischen dem Zuger- und dem Zürichsee, wie der Erdbebendienst auf Anfrage mitteilte. Kleinere Schäden seien bei einem Beben in dieser Tiefe möglich, aber unwahrscheinlich.

Jedoch dürfte die Erde in der ganzen Schweiz leicht gebebt haben.  Insbesondere in weiten Teilen der Deutschschweiz, im Berner Jura, und bis ins Tessin, wie der (SED) berichtet.

Auch Blick.ch-Leser aus den Kantonen Bern, Aargau, Luzern oder Wallis berichten von einem heftigen Knall, gefolgt von einem Sekunden langen Brummen und Vibrieren. Auch im Baselbiet war der Erdstoss zu spüren. Selbst in Vorarlberg und im Tirol konnte das Beben wahrgenommen werden, wie der Österreichische Erdbebendienst der Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik meldete.

380 Notrufe allein in Zürich

Besorgte Einwohnerinnen und Einwohner riefen die Polizei an. Etwa in Zürich: Wie Martin Sorg, Sprecher der Kantonspolizei ZH sagte, wurden zwischen 350 und 380 Telefonanrufe registriert. «Die Leute wollten wissen, was passiert war.» Schäden wurden aber keine gemeldet.

Bereits Ende Januar war in Teilen der Schweiz ein Beben spürbar, dessen Epizentrum zwischen Parma und dem Apennin-Gebirge lag (Blick.ch berichtete).

Laut SED hat sich in der Gegend zwischen Zuger- und Ägerisee letztmals am 23. Oktober 1997 ein ähnlich tiefes Beben ereignet, allerdings mit Magnitude 3.2 etwas schwächer als das Beben von Samstag Nacht. (rrt/SDA)

SED-Experte: «Heftiges Rütteln nicht untypisch»

Zwar hatte das Beben kurz vor Mitternacht «nur» eine Stärke von 4,2, dennoch berichten zahlreiche Blick.ch-Leser von heftigen Erschütterungen. «Das ist nicht untypisch», sagt Dr. Florian Haslinger, stellvertretender Direktor beim Schweizerischen Erdbebendienst (SED). «In der Nähe des Epizentrums nimmt man bereits kleinere Beben stärker wahr.» Zum Knall kommt es, wenn die Erdbebenwellen an die Oberfläche treten. Mit Schäden bei Gebäuden rechnet man in der Regel ab einem Beben der Stärke 4. «Da sich dieses Beben jedoch tief unter der Erde abspielte, erwarteten wir keine grösseren Schäden», so Haslinger zu Blick.ch.

 

Kein Zusammenhang mit dem Beben im Januar

 

Ende Januar erschütterte ein Beben der Stärke 5,4 Norditalien. Es war auch in der Schweiz spürbar. Laut Geophysiker Haslinger besteht jedoch kein Zusammenhang. «Wir stellen keine aussergewöhnliche Häufung von Beben in der Region fest, die zeitliche Nähe der beiden Erdbeben ist Zufall.» (rrt)

Kommentare (53)

  • Hans  Seeberger , Kippel
    Es ist gut, dass es auch einmal in der Region Zürich ein Erdbeben gegeben hat. Bisher war man immer der Meinung, dass in der Schweiz nur Basel und das Wallis erdbebengefährdet sind. Vielleicht sollte man Erdbeben doch als zusätzliches Element gesamtschweizerisch in die Elementarschadenversicherung hineinnehmen? Solidarität istwar doch eine Stärke unseres Landes!
    • 13.02.2012
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  • Bea  Habegger , Bern
    Die Erde bebt in der Schweiz ohne Meeranstoss, ach nöh? Ich würde auch beben wenn die Menschheit wegen Klimatheater, Erdwärme und Erdsonden immer wieder in meine Existenz bohrt und pfuscht. Liebe Grüsse von der Mutter Erde.
    • 12.02.2012
    • 1 Gefällt mir
  • hansr  bloch
    es war etwa 3 sek.ein vibrieren und anschl.wie ein winstoss um 23.15
    • 12.02.2012
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    • Rolf  Dolder
      Denke eher um ca. 23:45 Uhr
      • 12.02.2012
      • als Kommentar auf hansr  bloch
      • 0 Gefällt mir
  • moira  gnagi
    Wieso wird immer gleich der Polizei angerufen? Was könnten die denn tun,das Erdbeben festnehmen?
    Wir haben immer wieder mal,im Verhältnis zu anderen Ländern, leichtere Beben. Man erschrickt weil es nicht alltäglich ist. Wir sind kein Einzefall, es bebt auf der ganzen Welt. Panikmache also zwecklos.
    Bei uns klirrten auch die Gläser im Schrank und der Knall war auch da,Aber deshalb gleich die Polizei anrufen....ehrlich ich weis nicht, wo bleibt der gesunde Menschenverstand?!?
    • 12.02.2012
    • 1 Gefällt mir
  • Ch   B , Zürich
    In der Schweiz da hats gebebt - jetzt wissen wir, ja die Schweiz die lebt. Es hat gerumpelt und geschüttelt - und die Leute wachgerüttelt. Schnell zu Telefon - da muss man hin - sagen das ich noch am Leben bin. Ein riesen Krach - die Schweiz ist wach. Pasiiert ja sonst nicht viel im Land - das nimmt ja schon fast Überhand. Drum lässt Gott die Erde beben - damit wir merken - ja wir leben. Und die Moral von der Geschicht - leider weiss ich die nicht. die Ironie soll hoch leben
    • 12.02.2012
    • 1 Gefällt mir
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