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Exklusiv! BLICK trifft Oprah Winfrey zum grossen Interview: «Ich wollte nicht die Schweiz anklagen»

Ihr Vorwurf, sie sei in einer Zürcher Edel-Boutique wegen ihrer Hautfarbe diskriminiert worden, sorgte auf der ganzen Welt für Schlagzeilen. BLICK hat Oprah Winfrey (59) am Montag in Los Angeles zum grossen Interview getroffen.

  • Publiziert: , Aktualisiert:

Talk-Ikone Oprah Winfrey schildert noch einmal den Vorfall. Sie bedauert, dass ihre Zürcher Shopping-Tour eine «Nationalaffäre in der Schweiz wurde. Das hatte ich nicht beabsichtigt». Schliesslich habe sie den Namen der Boutique ja nicht genannt. «Aber ihr habt den Namen herausgefunden», sagt Winfrey. Erst durch die Berichte erfuhr sie, dass sich die ­Sache auch ohne öffentliches Aufsehen hätte aus der Welt schaffen lassen können. «Ja, ich habe gehört, dass die Besitzerin der Boutique so wie ich auch Gast bei der Hochzeit von Tina Turner war.»

BLICK: Wie kam es eigentlich dazu, dass Sie den Vorfall im US-TV erzählten?
Oprah Winfrey:
Ich ­wurde in einem Interview in der TV-Show «Entertainment ­Tonight», in dem es um meinen Film ging, gefragt, ob ich auch schon mit Rassismus konfrontiert worden sei. Meine Antwort: «Nicht auf dieselbe Art wie andere, weil ich so bekannt bin. Ausser auf Twitter wagt es keiner, mich mit Schimpfwörtern wie N ... (sie vermeidet das Wort Nigger) zu belei­digen. Ich spüre Diskriminierung auf andere Weise.»

Inwiefern?
Die Einstellung, mit der man mir an Orten begegnet, wo man mich nicht kennt. Meine Antenne empfängt dann ein unterschwelliges «Was hat denn die hier zu suchen?». Ich habe dann das Beispiel Zürich genannt, weil es gerade passiert war.

In den USA müssen sich Schwarze täglich mit Rassismus aus­einandersetzen. Kann es sein, dass Sie in Zürich besonders sensibel reagiert haben?
Nein! Ich kenne zwar keinen schwarzen Mann, der nicht schon mal wegen seiner Hautfarbe von der Polizei gestoppt oder verfolgt wurde, aber bei Frauen ist das anders. Was ich in der Schweiz erlebt habe, ist mir vorher erst einmal in meinem Leben passiert. Ich wollte damit nicht die Schweiz anklagen. Es war ein einzelner Vorfall. Ein Vorfall, den Leute mit schwarzer oder brauner Hautfarbe täglich erleben. Es war allerdings ungewöhnlich, dass mir das passiert. Glauben Sie mir, normalerweise freuen sich Verkäufer, wenn ich zu ihnen ins Geschäft komme. Es ist sehr ­ungewöhnlich, dass ich nicht regelrecht in eine Boutique reingezogen werde. Draussen vor dem Schaufenster drücken sich Dutzende die Nase platt, um mir beim Shoppen zuzuschauen.

Und diesmal?
Ich war die einzige Person im Laden. Ich hatte mich extra herausgeputzt, weil ich weiss, dass es in dieser Art von Läden sehr snobistisch zugehen kann. Die Mit­arbeiter achten als Erstes ­darauf, welche Kleider du trägst. Deshalb habe ich ein Donna-Karan-Outfit gewählt und mir sogar die Haare gewaschen. Damit sie mich nicht für irgendeine Obdachlose halten, die sich in ihren Laden verirrt hat.

Und was ist dann passiert?
Die Frau wollte einfach nicht die Tasche runterholen, die ich mir anschauen wollte. Der Aufwand war ihr zu gross, weil sie so einfach nicht dran kam. Darauf hat sie zu mir gesagt, dass die Tasche einfach zu teuer sei. Und ich meinte: «Ich will sie aber trotzdem sehen.» Stattdessen hat sie mir billigere Taschen vorgeführt.

Ihre Reaktion?
Ich sagte: «Okay, vielen Dank! Aber ich will wirklich die andere sehen.» Sie hat mir trotzdem wieder die billigeren vorgehalten. Um ehrlich zu sein, habe ich gerade erst herausgefunden, wie viel diese verdammte Tasche kostet. Wissen Sie was? Die Frau hatte recht: Ich hätte das Ding nicht gekauft – viel zu teuer!
38 000 Dollar!! Ich wäre in Ohnmacht gefallen, wenn ich das Preisschild gesehen hätte.

Sie nehmen das heute mit Humor.
Ja, jetzt schon. Die Verkäuferin hat gesagt, es handle sich um die Jennifer-Aniston-Tasche, die Tom Ford nur für Jennifer kreiert hatte. Mir ist durch den Kopf geschossen, vielleicht mal selbst Jennifer oder Tom anzurufen. Ich kenne beide sehr gut. Zu der Verkäuferin habe ich gesagt: «Okay, ich verstehe das. Die Tasche ist also nur für Jennifer, und nur sie darf sie kaufen, richtig?» Die Frau hat «Nein, nein» gesagt und dann wieder versucht, das irgendwie zu erklären. Aber ich hörte nicht mehr zu. Ich sagte: «Vielen Dank, Sie haben wohl recht dass ich sie mir nicht leisten kann.»

Dann sind Sie gegangen?
Ja! Ich wollte keine Szene machen. Wirklich nicht. Deshalb ärgert es mich jetzt auch so, dass es zur grossen internationalen Story geworden ist. Und dass die Namen von Tom Ford und Jennifer Aniston da reingezogen wurden. Die ganze Sache ist wirklich ziemlich ärgerlich.

Die Verkäuferin und die Besitzerin des Geschäfts, Trudie Götz, haben sich seither entschuldigt ...
Ja. Aber ich weiss nicht, ob die Entschuldigung etwas bringt. Diskriminierung gibt es jeden Tag überall auf der ganzen Welt. Wie gesagt, ich wollte nicht die ganze Schweiz in Verruf bringen.

Es sei nur ein Missverständnis ge­wesen, sagt die Verkäuferin ...
Vielleicht wollte sie tatsächlich nicht nach der Tasche greifen, weil sie zu weit oben war. Wer weiss? Egal, ich hatte eine grossartige Zeit in der Schweiz. Meine Freundin Tina ­Turner hat geheiratet, ich ging ­jeden Tag spazieren. Schade, dass aus dem anderen jetzt eine so grosse Sache wurde.

Beliebteste Kommentare

  • Pascal  Baumann , Kloten , via Facebook
    das passiert an der Bahnhofstrasse öfters, diese arroganten Zickenverkäuferinnen die sich selbst als Reiche und Schöne vorkommen. Hybris lässt grüssen Servicegedanke keine Spur, war mal mit einem Russen unterwegs der auch was kaufen wollte er hatte halt eine Jogginghose und ein tshirt an und wurde auch nicht bedient.
  • Beat  Hemmi , Widnau
    So typisch für das arrogante, selbstbeweihräuchernde Zürich !

Alle Kommentare (730)

  • Rene  Buxbaum , Uster
    Das wäre passiert auch wenn oprah weiss gewesen wäre. ich bin überzeugt das dieses nichts mit Ihrer Hautfarbe zu tun hat.
  • Hans-Jorg  Merz , Paracuru , via Facebook
    Nun,sie spielt die beleidigte Leberwurst, weil sie nicht erkannt wurde.
    Und ich wieder hole: Wie kann sie sich für eine Tasche aus Krokodil-Leder interessieren als "anerkannte" Tierschützerin? Alles was sie jetzt sagt ist nur noch bla,bla, bla.Warum hat ihr Blick-Mann ihr nicht diese Frage gestellt. Keine Zivilcourage!!!!!!!!!
  • Ernst  Gloor
    Blick, leg doch endlich dieses Thema auf die Seite, diese Dame soll nicht weiterhin auf Kosten der Schweiz zu gratis exclusiv PR kommen.
  • Yves  Ebneter , Winterthur
    Wow diese Frau nimmt sich aber sehr wichtig. Wenn Sie Klasse hätte wäre gar nie etwas in die Medien gelant und Sie hätte wie auch immer es war für sich behalten können. Diese Frau hat keine Grösse. Nur Geld und eine grosse Klappe.
  • gerber  rolf
    Vorher wussten die wenigsten wer diese Oprah ist. Das hat sich grundlegend geändert, oder mit andern Worten: Ziel erreicht !
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