Jetzt gerät die Geliebte von Patric Suter (32) ins Visier der Behörden. Sie soll sein Geld gewaschen haben.
Sie war eineinhalb Jahre die Geliebte von Patric Suter (32). Die Prostituierte Nicole I.* (29) hat dem geständigen Täter im Schenkkreis-Mord die grosse Liebe vorgespielt und dafür kräftig abkassiert (im BLICK). Jetzt gerät sie selber ins Visier der Justizbehörden.Donnerstag, 8 Uhr, in der deutschen Stadt Essen. Die
Polizei klingelt an der Tür von Nicole I. «Ich wollte erst nicht aufmachen, ich war noch im Bett», sagt die junge Frau.Schliesslich poltern die Beamten gegen die Tür und rufen: «Polizei». Nicole I. öffnet. Vor ihr stehen der Solothurner Staatsanwalt Jan Gutzwiller und sieben Polizisten. «Ich dachte mir gleich, dass es um Patric Suter geht», erzählt Nicole I. Die Ermittler haben einen Durchsuchungsbefehl dabei. Für Nicole I.s Wohnung und ihr früheres Appartement. Im amtlichen Dokument steht, dass Nicole I. verdächtigt wird, Geld gewaschen zu haben.Suter behauptete, Disco in der Schweiz zu besitzenHammerwerfer Patric Suter hat ihr von Juni bis August 2008 insgesamt 53 000 Euro (80 000 Franken) überwiesen. Es sei nun bekannt geworden, dass «die überwiesenen Gelder vermutlich aus Straftaten Suters und weiterer Mittäter zum Nachteil der späteren Mordopfer stammen», heisst es im Beschluss des Amtsgerichts Essen.Was bedeutet das? Stammt das Geld aus dem illegalen Schenkkreis, an dem auch die ermordete Familie Dubey aus Grenchen SO beteiligt war? Nicole I. wird auf dem Revier dazu befragt. Sie erzählt, dass Suter einer ihrer Freier war und sich dann in sie verliebte. Er hat ihr haufenweise teure Geschenke gemacht und auch monatlich Geld überwiesen, damit sie nicht mehr anschaffen geht. «Er behauptete, eine Disco in der Schweiz zu haben, die so gut läuft», sagt Nicole I.Er konsumierte und dealte mit KokainWarum er gerade von Juni bis August so viel auf ihr Konto überwies, erklärt Nicole I. so: «Er wollte, dass ich eine Reserve habe.» Sie hätte erst keine Ahnung gehabt, dass das Geld aus illegalen Geschäften stammt. Bis im September 2008. Als Suter angeblich aus dem
Krieg im Irak zurückkehrte. «Von da an konsumierte er Kokain vor meinen Augen und dealte auch damit», erzählt Nicole I.Bei der Hausdurchsuchung hoffte die Polizei Hinweise zu finden, wo das viele Geld ist. Doch beschlagnahmt hat sie lediglich SIM-Karten, eine EC-Karte von Nicole I.s Schweizer Konto und einen Brief.Die Ermittler gingen davon aus, dass Suters Ex-Freundin das Geld irgendwo versteckt hat. «Das ist Quatsch. Ich hab alles längst ausgegeben, die Geschenke verkauft.» *Name bekannt