ETH Zürich gibt Behinderten Hoffnung Dieser Anzug lässt Gelähmte wieder gehen

ZÜRICH/GENF - Er wiegt nur sieben Kilo, die Batterie reicht für zwei Stunden: Prof. Robert Riener (49) von der ETH Zürich entwickelte einen Anzug, der Gelähmten hilft, wieder zu gehen und Treppen zu steigen.

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Im Kinofilm «Avatar» steigt der gelähmte Soldat in ein Exoskelett und kann wieder gehen. 2009 war das noch pure Science-Fiction. Jetzt ist die ­Vision wahr geworden: Forscher der ETH Zürich haben einen Anzug entwickelt, mit dem Gelähmte wieder selbständig gehen können: Exosuit Maxx.

«Er ist sowohl für die Therapie wie für die Unterstützung im Alltag gedacht», sagt Professor Robert Riener (47) von der ETH Zürich und der Uniklinik Balgrist. Seine Arbeit stellte er an einer Fachkonferenz in Genf vor. «Bereits zum Jahresende beginnen die Tests mit Patienten.»

Mehr Lebensqualität

Nur sieben Kilo wiegt das neuste Modell des künstlichen Aussenskeletts aus weichen, anschmiegsamen Hightech-Kunstfasern. Es wird wie normale Kleidung getragen. In die verstärkten Teile sind ein Motor und eine Batterie mit zwei Stunden Laufzeit eingebettet.

«Er soll den Rollstuhl nicht ersetzen, sondern ergänzen», sagt Riener. «Wenn ein Patient damit zum Bäcker fährt, kann er allein aufstehen, die Stufen zum Geschäft hinaufsteigen und mit der Verkäuferin auf Augenhöhe sprechen.»

Jedes Jahr erleiden 16 000 Schweizer einen Schlaganfall. Ihnen kann das Exoskelett helfen, partielle Lähmungen schneller zu überwinden. Querschnittsgelähmte mit gewissen erhaltenen Restfunktionen könnten es dauerhaft nutzen.

«Wir sind fast am Ziel», sagt Riener. «Die neue Generation ist komfortabler und unauffälliger als herkömmliche Exoskelette. Das bietet mehr Lebensqualität.» Er schätzt, dass der Verkaufspreis unter 20 000 Franken liegen wird.

Publiziert am 13.09.2016 | Aktualisiert am 29.10.2016
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2 Kommentare
  • Jürg  Brechbühl aus Eggiwil
    14.09.2016
    Zwei Anmerkungen: 1) Dieser Roboter wurde nicht von einem Professor entwickelt, sondern von mehreren Dutzend Forschern und Studenten unter seiner Anleitung. 2) In meinem Gespräch mit Maschinenbaustudenten hatte ich als Biologe den Eindruck, dass diese Leute ein etwas allzu naives Verständnis vom Menschen, Wahrnehmung und Bewegung haben, wenn sie meinen, man könne damit in der Therapie von Schlaganfallpatienten "helfen, partielle Lähmungen schneller zu überwinden".
  • Peter  Müller aus Winterthur
    13.09.2016
    Bravo! Unsere ETH ist top und wir kommen mit unserer Technologie wieder an die Weltspitze! ETH, Stadler Rail und all die tollen Unternehmen. Was für eine Freude der Menschheit wenn Verunfallte Personen wieder gehen können. Ich wünsch Allen von Herzen das Beste und viel Erfolg!!!