ETH-Studie beweist Fast Food macht dumm

ZÜRICH - Schuld sind die gesättigten Fette, die in vielen Fast-Food-Produkten stecken.

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Fettreiches Essen kann die Reifung des Gehirns stören. (Symbolbild) KEYSTONE/AP/GENE J. PUSKAR

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Eine Ernährung mit zu vielen gesättigten Fetten kann die Reifung des Gehirns stören. Darauf deutet eine Studie Zürcher Forscher an Mäusen hin. Die Folge könnten Defizite bei Hirnfunktionen sein. Ab welcher Menge Fett es gefährlich wird fürs Gehirn, ist allerdings unklar.

Viele Teenager lieben Fast Food, aber gerade ihnen könnte das fettreiche Essen besonders schaden: Eine unausgewogene Ernährung mit einem Übermass an gesättigten Fettsäuren, wie sie besonders im Junk Food vorkommen, könnte die Entwicklung eines wichtigen Hirnareals stören.

Bei Versuchsmäusen haben Forschende der ETH und der Universität Zürich festgestellt, dass eine extrem fettreiche Ernährung über längere Zeit die Entwicklung des sogenannten Präfrontalen Cortex stört. Heranwachsende Mäuse entwickelten nach vier Wochen mit dieser Ernährung kognitive Defizite - noch bevor sie Fett ansetzten, berichtet das Forscherteam um Urs Meyer im Fachblatt «Molecular Psychology«.

So fettreich wie Labormäuse futtern Kinder nicht

Der Präfrontale Cortex ist Teil der Hirnrinde und unter anderem für Gedächtnis, Handlungsplanung und Impulskontrolle wichtig. Die Entwicklung und Funktionen dieser Hirnregion seien bei Menschen und Mäusen vergleichbar, wie die ETH am heute in einer Mitteilung schrieb. Die Ergebnisse bei Mäusen könnten daher auch für Menschen gelten.

Da die Reifung des Präfrontalen Cortex länger dauert als die anderer Hirnregionen, ist er besonders anfällig für schädliche Umwelteinflüsse wie Stress, Infektionen, Traumata oder eine stark unausgewogene Ernährung. Schwere Schäden an dieser Hirnregion durch einen Unfall oder Tumor können dazu führen, das Betroffene Mühe mit komplexen Lernprozessen und der Kontrolle von Emotionen und Impulsen haben.

Allzu beunruhigt müssen Eltern jedoch nicht sein, wenn ihr Teenager ab und zu Fast Food isst: Für ihre Versuche wählten die Forschenden bewusst extreme Bedingungen, um einen möglichen Zusammenhang zwischen gesättigten Fettsäuren und einer gestörten Hirnentwicklung überhaupt erst einmal nachzuweisen: Über 60 Prozent der Kalorien, die die Mäuse erhielten, bestanden aus Fetten. «Derart fettreich essen wohl nur die wenigsten Kinder und Jugendlichen», sagte Meyer gemäss der Mitteilung ein.

Erwachsene gegen Fast Food «immun»

Ab welcher Menge fettreiches Essen schädigend auf die Hirnreifung wirken könnte, haben die Forschenden in dieser Studie nicht untersucht. «Wer einmal die Woche Fast Food isst, wird kaum betroffen sein", so Meyer. Allerdings solle einer ausgewogenen Ernährung bei Kindern und Jugendlichen durchaus mehr Beachtung geschenkt werden, findet der Forscher.

Erwachsene müssen gemäss der Studie wohl eher nicht um ihre Hirnfunktionen bangen: Die ausgewachsenen Mäuse zeigten trotz der extremen Fett-Ernährung keine Verhaltensänderungen. Sie verfetteten nur.

Ganz auszuschliessen sei allerdings nicht, dass fettreiche Ernährung auch die Gehirne erwachsener Mäuse schädigen könne, betonte Meyer. Übergewicht steht zudem in Zusammenhang mit anderen Gesundheitsproblemen, wie einem erhöhten Risiko für Diabetes, Herz-Kreislauf-Erkrankungen und verschiedenen Krebsarten.

Ganz neu sind die Erkenntnisse übrigens nicht. Letztes Jahr kam eine Studie der US-Uni in Georgia auf ähnliche Ergebnisse. Auch dort wurde im Tierversuch an Mäusen getestet. (SDA/bö)

Publiziert am 15.11.2016 | Aktualisiert am 17.11.2016
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12 Kommentare
  • René  Widmer aus Ersigen
    15.11.2016
    Ah, jetzt wissen wirs: McDonalds ist Schuld an Trumps Wahlsieg:-)
  • Andreas  Ruefer 15.11.2016
    Schade schafft es Blick nicht, zwischen Fastfood und Junkfood zu unterscheiden. Es gibt nähmlich ganug gesunde Alternativen wie Sandwiches oder Veggiebuden, welche durchaus gesundes Essen anbieten.
  • Patrik  Bärtschi , via Facebook 15.11.2016
    Vielen Dank für die Info. Jetzt ist mir endlich klar geworden wieso die Schweiz am verblöden ist!
  • Chr  Burri aus Meikirch
    15.11.2016
    Und ich habe immer gedacht, Fastfood mache intelligent. ETH sei Dank! Das erklärt natürlich jetzt auch das Ergebnis der Wahlen in den USA.
  • Thomas  Zürcher 15.11.2016
    Fast Food macht dumm!

    ....übrigens der zweit reichste Mensch der Welt Warren Buffett (70Mia.Dollar) ist bekannt das er seit Jahrzehnten eine Vorliebe für Junk- Food hat und auf sein tägliches Cola nie verzichten würde.
    • Thomas  Hager aus Luzern
      15.11.2016
      Ok das heisst wir sollten alle Junk-Food essen und werden deswegen reich.