ETH-Student stirbt im Wallis abseits der Piste Tod in Lawine - trotz Rucksack-Airbag

Am Samstag werden vier Freerider im Wallis von einer Lawine mitgerissen. Nur zwei überleben. Unter den Toten: ETH-Doktorand Minh B.

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Am Samstag riss eine Lawine bei Verbier VS vier Freerider mit sich. Alle waren mit einem Lawinen-Airbag ausgerüstet. Trotzdem konnten sich nur zwei der jungen Männer aus dem 200 auf 300 Meter grossen Schneebrett befreien.

Für ihre beiden Kollegen kam jede Hilfe zu spät. Einer wurde von den Schneemassen gegen einen Baum gedrückt. Der andere verlor seinen Rettungsrucksack, als er mitgerissen wurde. Eines der Todesopfer ist Minh B.* (†34), Doktorand an der ETH Zürich und ein halbprofessioneller Skifahrer. Der Deutsche zügelte für seine Passion extra von Heidelberg (D) nach Verbier, seinem Lieblings-Skigebiet.

Nun trauern seine Freunde im Internet: «Minh fährt jetzt im Himmel Ski», schreibt einer. Bittere Ironie: Der letzte Post, den Minh auf seiner Facebook-Seite hatte, lautete: «Sei vorsichtig. Es ist supergefährlich im Moment.»

Das zweite Todesopfer heisst Lukas R.(†26) und stammt wie die zwei überlebenden Kollegen aus Österreich. Einer der beiden, ein 32-Jähriger, spricht über den Horror: «Ich schaute nach oben und sah eine riesige Lawine auf uns zukommen. Ich konnte noch schreien, da wurden wir schon erfasst.»

Er wurde zwar ebenfalls komplett verschüttet, zu seinem Glück aber relativ dicht unter der Oberfläche. «Ich konnte mein Gesicht freimachen, dann hat mich der zweite Überlebende auch schon rausgezogen.» Sofort beginnen die beiden mit der Suche nach den Verschütteten. Sie finden sie relativ schnell. Aber dennoch zu spät für jede Hilfe.

Wie konnte das Drama passieren? Jean-Marie Bornet von der Kantonspolizei Wallis sagt, die Selbstüberschätzung sei vor allem neben der Piste gross. «Die Leute haben eine Top-Ausrüstung und meinen, das sei eine Lebensversicherung. Das stimmt aber nicht.» Und weiter: «Die Gruppe hat bereits vor dem tödlichen Schneebrett eine Lawine ausgelöst, beschloss aber, weiterzufahren.»

Diese Darstellung bestätigt der Überlebende, von Selbstüberschätzung will er aber nichts wissen: «Minh war quasi ein Einheimischer. Er kannte das Risiko und die Berge ganz genau. Wir wurden Opfer des Restrisikos.»

* Namen der Redaktion bekannt

Publiziert am 20.01.2016 | Aktualisiert am 19.04.2016
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Test im Vallée de la Sionne (VS) Hier wird eine Lawine gesprengt

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29 Kommentare
  • Regula  Hiltebrand aus Au
    20.01.2016
    In jedem seriösen Lawinenkurs wird gelernt, dass bei hohem Risiko nicht neben den Pisten gefahren wird. Wenn einer diese Warnungen nicht erst nimmt oder meint, für ihn gelte dies nicht, ist er selber schuld.
  • daniel  weidmann 20.01.2016
    wer mit dem leben spielt!! hat mit den Konsequenzen zu rechnen,und sei es der Tod!! kein mitleid mit ihm!!!
    • Regula  Hiltebrand aus Au
      20.01.2016
      Jeder weiss, dass bei einer solch hohen Lawinengefahr nur auf Pisten gefahren wird.
  • Tamara  Bachmann aus Lyss
    20.01.2016
    Aha, wenn man Einheimischer ist, weiss man natürlich ganz genau, wann und wo eine Lawine runter kommt!
  • Adi  Caminada 20.01.2016
    Tja Pech gehabt Junge
  • Thomas  Noth 20.01.2016
    Kein Pardon, ist nicht mal die Rede wert darüber zu berichten, jedes Jahr das gleiche Abseits der Pisten von Lawine überschütet. Wann lernen die es endlich mal, am besten jede Hilfe bis auf den letzten Rappen selbst bezahlen lassen. Wenn Sie Guthaben haben alles für die Rettungskosten benutzen. So lernen Sie es endlich, wer Abseits der Pisten ist, hat Selbstverantwortung.