ETH-Kooperation von Ringier, Tamedia und NZZ 7,5 Millionen Franken für Medientechnologie-Professur

  • Die ETH Zürich begründet eine Professur und ein neues Zentrum für Medientechnologie.
  • Ermöglicht wird dies durch die Partnerschaft mit den Medienhäusern Ringier, Tamedia und der NZZ-Mediengruppe.
  • Ringier und Tamedia zahlen je 3 Millionen Franken, die NZZ 1,5 Millionen.
  • Ziel des Zentrums ist es, Praxis und Forschung näher zusammenzubringen und den technologischen Fortschritt für den Medienplatz Schweiz nutzbar zu machen.
Medientechnologie-Initiative an ETH mit der Ringier, NZZ & Tamedia play
Bekommt eine neue Professur und ein «Media Tech Center»: Eidgenössische Technische Hochschule in Zürich. EQ

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Die Medienindustrie befindet sich – getrieben von der Digitalisierung – in einem fundamentalen Wandel: Medieninhalte werden zunehmend digital, mobil und zeitversetzt konsumiert.

Die Grenzen zwischen Medienproduzenten und -konsumenten lösen sich auf, der Personalisierung der Inhalte kommt ein immer höherer Stellenwert zu.

Die Datenwissenschaft nimmt in diesem Prozess eine zentrale Rolle ein. So erlauben moderne Analysemethoden die Präferenzen der Konsumenten besser einzuschätzen.

Datenjournalismus hilft Medienschaffenden, Meldungen zu überprüfen und damit die Qualität der publizierten Informationen zu steigern sowie neue Inhalte und Formate zu generieren.

Die ETH Zürich, die im Bereich Data Science bereits heute viel Fachwissen unter einem Dach vereint, will die digitale Transformation der Medien neu in einem eigenen Bereich erforschen und lehren.

Medientechnologie-Initiative an ETH mit der Ringier, NZZ & Tamedia play

«Leuchtturm für Medientechnologien»: ETH-Präsident Lino Guzzella.

Keystone
«Talentierte Köpfe anziehen»

Im Rahmen ihrer Medientechnologie-Initiative schafft die ETH Zürich eine neue Professur und ein «Media Tech Center». Die Professur verankert das Thema Medientechnologie an der ETH Zürich und bildet spezialisierte Nachwuchstalente für den sich verändernden Markt aus.

Die Professur ist dem Departement für Informatik angegliedert und stellt die Verbindung mit anderen Expertinnen und Experten im Bereich der Datenwissenschaften – sei dies ETH-intern oder extern – sicher.

Im neu zu etablierenden Zentrum für Medientechnologie werden konkrete Fragestellungen und Projekte gemeinsam mit Partnern aus der Wirtschaft und weiteren Bildungsinstitutionen angegangen und entwickelt. Ziel ist zudem, dass sich das Zentrum international mit den führenden Forschenden auf dem Gebiet vernetzt und austauscht.

«Die Initiative soll zu einem Leuchtturm für Medientechnologien werden, der weit über die Grenzen hinausstrahlt und die talentiertesten Köpfe anzieht», sagt Lino Guzzella, Präsident der ETH Zürich. «Wir möchten damit den datengetriebenen Fortschritt für den Medienplatz Schweiz nutzbar machen.»

Der richtige Professor wird jetzt gesucht

Mit Tamedia, Ringier und der NZZ-Mediengruppe sind die drei grössten privaten Schweizer Medienhäuser an der Initiative der ETH Zürich beteiligt. Tamedia und Ringier als Hauptförderpartnerinnen unterstützen die Initiative mit jeweils drei Millionen Franken, die NZZ-Mediengruppe als Förderpartnerin mit 1,5 Millionen Franken, die über die nächsten zehn Jahre an die ETH Zürich Foundation fliessen. Ringier gibt auch den BLICK heraus.

«Dies ist ein starkes Zeichen für den Standort Schweiz», sagt Ringier-CEO Marc Walder. «Und es ist ein ebenso grosses Zeichen, dass die privaten Medienunternehmen mit der Forschung zusammen gemeinsam die Herausforderungen der Digitalisierung angehen.»

Medientechnologie-Initiative an ETH mit der Ringier, NZZ & Tamedia play

«Starkes Zeichen für den Standort Schweiz»: Ringier-CEO Marc Walder.

Mit den Partnern aus der Praxis wird intensiv zusammengearbeitet, um so unter anderem die drängendsten Forschungs- und Anwendungsfragen zu eruieren. Die Medientechnologie-Initiative ist offen für weitere Förder- und Bildungspartner.

Wer die Professur innehaben wird, ist noch noch nicht bekannt. «Der Prozess der Berufung beginnt in den nächsten Tagen», sagt Donald Tillman, Geschäftsführer der ETH Foundation, zu BLICK. Die ersten Lehrgänge beginnen dann «nächstes oder übernächstes Jahr».

Datenwissenschaften – ein strategischer Fokus

Data Science ist einer der strategischen Schwerpunkte der ETH. Es werden beträchtliche Mittel in den Aufbau neuer Forschung und Lehre im Themenumfeld investiert. So bietet die ETH Zürich unter anderem ab Herbst 2017 einen neuen Masterstudiengang in Data Science an. Die Medientechnologie-Initiative ist Teil dieser ETH-weiten Stärkung des Datenwissenschaftsbereichs. «Hier wird der neue Professor dann schon beitragen», sagt Tillman. (bö)

Publiziert am 06.12.2016 | Aktualisiert am 06.12.2016
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3 Kommentare
  • Niels  Huggli aus Zug
    06.12.2016
    Die Medien sollen nicht das Schreiben, was der Leser lesen will, sondern was in der Welt passiert, und zwar ehrlich und kritisch, mit Fakten hinterlegt. Aber das wird nicht möglich sein, wie man sieht, da Medien, Wirtschaft und Politik die Dreifaltigkeit bilden. Wer keine Artikel an den Leser bringt, ist schnell weg vom Fenster, darum gehts nicht um Inhalte sondern um Unterhaltung. Trump hats bewiesen.
  • Bernd  Matzgen 06.12.2016
    Interessant, wenn Medienhäuser einen Lehrstuhl oder eine Uni finanzieren ist das offenbar kein Problem. Wenn Firmen wie Novartis oder Roche das gleiche tun, sehen dieselben Medienhäuser das aber seeeeehr kritisch!
  • Ha  Meier aus Zürich
    06.12.2016
    Super, dann können unsere Medien wieder jammern, dass es zu wenig Zuwanderung gebe, weil die sogenannten hochqulifizierten Arbeitskräfte fehlen. Medien, Universitäten und Fachhochschulen zusammen sind eine gefährliche Kombination die Abstimmungen beeinflussen.