Heute «nur» -21 Grad Es wird immer kälter – reichts am Wochenende zum Rekord?

BERN - In der Nacht auf heute fiel verbreitet Schnee. Die Temperaturen kletterten im Vergleich zu gestern leicht nach oben, doch ab heute geht es konstant bergab. Obs am Wochenende reicht, um den Kälterekord zu knacken?

  • Publiziert: 02.02.2012

«In der Nacht war es am Jungfraujoch mit -21.8 Grad am kältesten», sagt Ivo Sonderegger von «MeteoNews» zu Blick.ch. Im Jura fielen die Temperaturen auf -12.4 Grad, in St. Gallen auf -11.2. «Bis Samstag gehts stetig bergab», sagt er. Am Wochenende werden in den Bergen Temperaturen bis zu -30 Grad erwartet und im Flachland könnten sie unter die -20 Grad-Grenze fallen.

Mit der eisigen Kälte kam der Schnee ins Flachland. Auch Zürich wurde bei -8 Grad mit einer weissen Decke überzogen. «Es fielen etwa zwei Zentimeter Schnee», sagt Sonderegger. «Das ist nicht viel, aber es sieht schön aus.» Es könne im Laufe des Tages noch mehr Schneeflocken geben.

«Mildes Klima» in La Brévine

Der Höhepunkt der momentanen Kältewelle dürfte am Wochenende erreicht werden. Ob es zu einem neuen Kälterekord kommt, ist fraglich, denn in La Brévine im Neuenburger Jura, wo am 12. Januar 1987 minus 41,8 Grad gemessen wurden, war es heute Mittag «nur» gerade minus 12,4 Grad kalt.

Dass es im «Sibirien der Schweiz» derzeit nicht frostiger ist, hänge mit der Bise zusammen, hiess es dazu auf Anfrage bei Meteomedia. Auf dem Jungfraujoch auf 3500 Metern über Meer wurden am Donnerstagnachmittag minus 21 Grad registriert, auf der Glattalp im Kanton Schwyz auf 1860 Metern über Meer minus 15,7 Grad.

In Samedan im Engadin auf 1700 Metern waren es minus 9,1 Grad, auf dem Flughafen Zürich minus 8,5 und auf dem Flughafen Genf- Cointrin minus 4,5 Grad. In Stabio im Mendrisiotto, also in einem der südlichsten Winkel der Schweiz, zeigte das Thermometer Mitte Nachmittag minus 2,4 Grad an.

Viele Kältetote in Europa

Die eisige Kälte fordert in Europa immer mehr Opfer. Vor allem im Osten Europas ist die Lage dramatisch. In der Ukraine erhöhte sich die Zahl der Erfrorenen um 20 auf 63. In Polen lebten die meisten der inzwischen 29 Opfer auf der Strasse. Dort starben erneut neun Menschen bei Rekordtemperaturen von bis zu minus 32 Grad.

In Rumänien erfroren innert 24 Stunden acht Menschen. Damit stieg die Gesamtzahl der Todesopfer auf 22, wie das Gesundheitsministerium in Bukarest am Donnerstag mitteilte. In Serbien stieg die Zahl der Kältetoten auf mindestens sechs. Bis zu 11'000 Menschen sind von der Aussenwelt abgeschnitten.

Unfälle in der Schweiz

Der leichte Schneefall in der Nacht auf Donnerstag führte erneut zu mehreren Unfällen auf Strassen. Den Schienenverkehr traf es am Donnerstag mit einer Fahrleitungsstörung zwischen Sitten und Martigny, einem Auto auf den Geleisen der Frauenfeld-Wil-Bahn in Matzingen TG sowie Weichenstörungen zwischen Gossau und St. Gallen sowie auf dem Berner S-Bahn-Netz bei Worblaufen.

Am Mittwochabend hatte zudem ein Lieferwagen bei Aarwangen BE die Geleise einer Regionalzugslinie blockiert. Ein Zug erfasste das Auto und schob es trotz Notbremsung auf die Seite. Es entstand ein Sachschaden von mehreren zehntausend Franken.

20 Kälte-Tote in der Ukraine

In der Ukraine ist die Zahl der im Extremfrost erfrorenen Menschen um 20 auf mittlerweile 63 gestiegen. Die Temperaturen sanken wieder bis auf minus 30 Grad Celsius. Die meisten der Kälte-Toten sind Obdachlose. Die Lage werde immer dramatischer, berichten ukrainische Medien. Nach Angaben des Zivilschutzministeriums wurden in den vergangenen sechs Tagen mehr als 900 Menschen wegen Erfrierungen und Unterkühlungen in Spitäler gebracht.

 

Auch in Polen starben in den vergangenen 24 Stunden neun Menschen an den Folgen der Kälte. Damit stieg die Zahl der Kälte-Toten in Polen auf 29. In Tschechien kamen seit Wochenbeginn mindestens vier Menschen in der Kälte ums Leben. (SDA)

Kommentare (7)

  • Heinz  Muenger
    Mir macht die extreme Kälte wesentlich weniger zu schaffen, als im Sommer sehr hohe Temperaturen. Mir reichen schon 25-26 Grad. Bei Kälte kann jeder heizen und sich entsprechend wärmer kleiden. Bei Hitze nützt auch totales Entkleiden nichts mehr, so kann man ja auch nicht unter die Leute; oder nur noch klimatisierte Räume. Menschen empfinden die Temperaturen verschieden, gut sind diese durch die Natur gegeben. Lieber trocken und kalt, als nass und etwas weniger kalt.Viel Spass dabei!
    • 03.02.2012
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  • André  Christen
    Der bunte Schalensitz erklärt alles...
    • 02.02.2012
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  • Marco  Moli , Basel
    Wie war jetzt das mit Global Warming?
    • 02.02.2012
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  • Aldo  Jöri
    Bitte hört auf mit dem Riesentamtam wegen der Kälte.Was ist an 15 bis 20 Grad minus im Winter aussergewöhlich? Die letzten Winter waren wesentlich kälter, und zwar anhaltend, so dass viele Wildtiere sterben mussten. Schon vergessen?
    • 02.02.2012
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  • Hans  Gusen , Zug
    Durch das Erwärmen dieser kalten Luft sinkt die relative Luftfeuchtigkeit und die Innenluft wird extrem trocken - Schleimhäute trockenen aus und das Risiko, sich anzustecken, vervielfacht sich.
    • 02.02.2012
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    • Rudi  Worb , Goms
      Aha....
      Was Mann nicht alles lernt.
      • 02.02.2012
      • als Kommentar auf Hans  Gusen , Zug
      • 1 Gefällt mir
    • Upe  Moser
      Du meine Güte, wie wahr. Es ist ein bisschen Winter.
      • 02.02.2012
      • als Kommentar auf Hans  Gusen , Zug
      • 0 Gefällt mir

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