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René Kuhn hat seine politische Karriere im August 2009 an den Nagel gehängt, weil er mit seinen Äusserungen über «ungepflegte Emanzen» und «Vogelscheuchen» zum Weiberlästerer abgestempelt wurde (Blick.ch berichtete). Den Anti-Feminismus scheint er mittlerweile als seine Berufung erkannt zu haben. Davon zeugt auch seine neue Homepage Antifeminismus.ch, die er mit Betroffenen und Gleichgesinnten betreibt, wie er sagt.
Die Interessengemeinschaft Antifeminismus hat es sich zum Ziel gesetzt, zur Abwechslung die Rechte der Männer in den Mittelpunkt zu rücken. Zum Beispiel, weil Männer bei Scheidungen und bei Gewaltanschuldigungen immer schlechter da stünden. «Sie sind nur noch zum Zahlen da», prangert Kuhn an.
Auf seiner Webseite entlarvt er auch die Tatsache, dass Frauen im Beruf nachweislich schlechter bezahlt werden als Männer als «feministisches Dogma». Dieses werde vor allem von den Medien immer wieder kritiklos übernommen.
Kuhn und seine Mitstreiter wollen mit ihrem Engagement dafür sorgen, dass der «ewige Privilegienregen für Frauen» ein Ende findet. Der gehe nämlich zu Lasten der Männer.
Bei der Durchsetzung seiner heeren Ziele unterstützen ihn nach eigener Aussage auch schon 25 Frauen – Tendenz steigend.
Wer die Anti-Emanzen sind, möchte Kuhn aber nicht preisgeben. Anscheinend ist nicht jede(r) so mutig, sich kritisch gegenüber der Bevorzugung von Frauen zu äussern wie Familienvater Kuhn.
Der 47-jährige Informatiker ist nach eigenen Aussagen glücklich mit einer Russin verheiratet und hat eine Tochter.
Wie René Kuhn und seine Anti-Feministen ihre Ziele erreichen wollen, geht aus der Website nicht eindeutig hervor.
Dafür kann man sich aber mit Zitaten eindecken, die man bei der nächsten Diskussion über den kleinen Unterschied abfeuern kann. Die schlimmste Befürchtung der Anti-Feministen hat wohl die deutsche Volksschauspielerin Heidi Kabel vorweggenommen: «Die Emanzipation ist erst dann vollendet, wenn auch einmal eine total unfähige Frau in eine verantwortliche Position aufgerückt ist.»
play
Die Laune will sich René Kuhn von den Feministinnen nicht verderben lassen. (Keystone)