Heute werden 200 000 Unterschriften eingereicht Es geht ohne Rentenklau

  • Publiziert: 08.04.2009, Aktualisiert: 20.01.2012
  • Von Silvio Bertolami

Schon zum zweiten Mal innert kurzer Zeit sollen die Pensionskassen-Renten gekürzt werden. BLICK zeigt, warum das nicht nötig ist. Das letzte Wort hat das Volk. Zum Glück!

Bereits im Gange ist eine Kürzung der Renten um mehr als fünf Prozent: Der sogenannte Umwandlungssatz wird schrittweise von 7,2 auf 6,8 Prozent gesenkt. Und schon wollen Bundesrat und Parlament eine weitere Senkung auf 6,4 Prozent erzwingen. Im Klartext: Pro 100 000 Franken Altersguthaben soll es nur noch 6400 Franken Rente pro Jahr geben – 800 Franken weniger als aktuell. Das bedeutet eine Kürzung um insgesamt 11 Prozent.Das Departement von Sozialminister Pascal Couchepin behauptet: Diese Kürzung sei nötig, weil das angelegte Geld nicht mehr genügend Rendite abwerfe. Auf den Kapitalmärkten sei im Schnitt der Jahre nur noch 4,3 Prozent zu holen. Das reiche bloss für einen Umwandlungsatz von 6,4 Prozent.Was stimmt: Die Finanzmärkte stecken in einem miserablen Jahrzehnt. Doch solch schlechte Zeiten hat es immer schon gegeben. Und immer folgten auf die mageren wieder die fetten Jahre. Was wirklich zählt, ist die langfristige Rendite. Und die ist bei unseren Pensionskassen überraschend gut.Die Tabelle rechts zeigt, welche Renditen die Pensionskassen erwirtschaften konnten – seit der Jahreswende 1984/85. Damals trat das Obligatorium der beruflichen Vorsorge (zweite Säule) in Kraft.  Je grösser der Zeithorizont, umso höher die Rendite.Auf lange Sicht schneidet die Anlage-Strategie mit dem höchsten Aktienanteil am besten ab.Langfristig haben alle drei Strategien mehr als 5 Prozent Rendite erzielt.Dabei reichen laut Departement Couchepin schon 4,9 Prozent Rendite aus, um einen Umwandlungssatz von 6,8 Prozent zu sichern. Es gibt keinen Grund, um in Hektik auszubrechen. Eine weitere Kürzung von 6,8 auf 6,4 Prozent ist unnötig.Zum Glück wird heute das Referendum dagegen eingereicht. Nötig wären bloss 50 000 Unterschriften. Die Konsumenten-Zeitschriften «K-Tipp», «Saldo» und «Bon à Savoir» haben über 70 000 Unterschriften gesammelt. Zusammen mit der Gewerkschaft Unia, SP und weiteren Organisationen durchbrachen sie die 200 000er-Marke. Ein Riesenerfolg. Und der Beweis dafür, dass den Schweizerinnen und Schweizern nicht nur die AHV, sondern auch die Pensionskassen-Renten heilig sind.Was halten Sie von weiteren Rentenkürzungen? Diskutieren Sie mit!

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