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Heute werden 200 000 Unterschriften eingereicht: Es geht ohne Rentenklau

Schon zum zweiten Mal innert kurzer Zeit sollen die Pensionskassen-Renten gekürzt werden. BLICK zeigt, warum das nicht nötig ist. Das letzte Wort hat das Volk. Zum Glück!

Von Silvio Bertolami | Aktualisiert um 01:07 | 08.04.2009
Die Unia hat – zusammen mit anderen Organisationen – erfolgreich das Referendum gegen die Kürzung der Renten ergriffen. (Keystone)
Die Unia hat – zusammen mit anderen Organisationen – erfolgreich das Referendum gegen die Kürzung der Renten ergriffen. (Keystone)
Bereits im Gange ist eine Kürzung der Renten um mehr als fünf Prozent: Der sogenannte Umwandlungssatz wird schrittweise von 7,2 auf 6,8 Prozent gesenkt.

Und schon wollen Bundesrat und Parlament eine weitere Senkung auf 6,4 Prozent erzwingen. Im Klartext: Pro 100 000 Franken Altersguthaben soll es nur noch 6400 Franken Rente pro Jahr geben – 800 Franken weniger als aktuell. Das bedeutet eine Kürzung um insgesamt 11 Prozent.

Das Departement von Sozial­minister Pascal Couchepin behauptet: Diese Kürzung sei nötig, weil das angelegte Geld nicht mehr genügend Rendite abwerfe. Auf den Kapitalmärkten sei im Schnitt der Jahre nur noch 4,3 Prozent zu holen. Das reiche bloss für einen Umwandlungsatz von 6,4 Prozent.

Was stimmt: Die Finanzmärkte stecken in einem miserablen Jahrzehnt. Doch solch schlechte Zeiten hat es immer schon gegeben. Und immer folgten auf die mageren wieder die fetten Jahre. Was wirklich zählt, ist die langfristige Ren­dite. Und die ist bei unseren Pen­sionskassen überraschend gut.

Die Tabelle rechts zeigt, welche Renditen die Pensionskassen erwirtschaften konnten – seit der Jahreswende 1984/85. Damals trat das Obligatorium der beruflichen Vorsorge (zweite Säule) in Kraft.

  •  Je grösser der Zeithorizont, umso höher die Rendite.

  • Auf lange Sicht schneidet die Anlage-Strategie mit dem höchsten Aktienanteil am besten ab.

  • Langfristig haben alle drei Strategien mehr als 5 Prozent Rendite erzielt.

    Dabei reichen laut Departement Couchepin schon 4,9 Prozent Rendite aus, um einen Umwandlungssatz von 6,8 Prozent zu sichern. Es gibt keinen Grund, um in Hektik auszubrechen. Eine weitere Kürzung von 6,8 auf 6,4 Prozent ist unnötig.

    Zum Glück wird heute das ­Referendum dagegen eingereicht. Nötig wären bloss 50 000 Unterschriften. Die Konsumenten-Zeitschriften «K-Tipp», «Saldo» und «Bon à Savoir» haben über 70 000 Unterschriften gesammelt. Zusammen mit der Gewerkschaft Unia, SP und weiteren Organisationen durchbrachen sie die 200 000er-Marke. Ein Riesenerfolg. Und der Beweis dafür, dass den Schweizerinnen und Schweizern nicht nur die AHV, sondern auch die Pen­sionskassen-Renten heilig sind.

    Was halten Sie von weiteren Rentenkürzungen? Diskutieren Sie mit!
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    Junge warnen vor dem «Rentenloch»

    Ein Komitee aus Jungpolitikern stellt sich im Referendumskampf gegen Unia und SP. «Senken wir den Umwandlungssatz jetzt nicht, erwartet uns Junge später ein ­Rentenloch», sagt Lena Schneller (30), Präsidentin der Jungfreisinnigen. Es gehe jetzt um Gerechtigkeit zwischen den Generationen. «Wer die zweite Säule durch zu hohe Versprechungen aushöhlt, gefährdet die Renten künftiger Generationen», sagt Schneller. «Und die Zeche zahlen wir Jungen.» Im Komitee machen neben den Jungfreisinnigen auch die Junge SVP und CVP sowie Jungpolitiker der Grünliberalen mit.
    Marcel Speiser

    Klicken Sie für eine grosse Ansicht auf die Grafik. (Quelle: Pictet BVG-Index 2000)
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    Elda B. Widmer, Brittnau - 18:50 | 08.04.2009
    » Frage: wo sind die Gewinne und Ueberschusse der vergangenen Jahren.? Vielleicht verteilt....aber nicht an die Rentner. Warum sollen jetzt die Rentner zahlen, und nicht diejenigen die in den guten Jahren kassiert haben Die Rentner haben sowieso jedes Jahr weniger weil die Krankenkasse jedes Jahr teurer wird! So wie Grund-Lebensmittel auch mehr kosten! Oben kassieren, unten zahlen...was sonst...!
    Roger Pord, Volketswil - 13:22 | 08.04.2009
    » Der Umwandlungssatz wird bald keine Rolle mehr spielen, da unsere Währungen im Zuge des kommenden Absturzes des US-Dollars bzw. des weltweiten Währungssystems inflationieren werden, wie noch nie. 100 Franken werden nach wie vor 100 Franken sein, aber für 100 Franken wirst du dir nur noch einen Bruchteil von dem kaufen können, was du einst konntest. Schau dich doch mal um, wie alle Regierungen Geld aus dem Nichts zaubern (USA druckt direkt, BRD machts über die Abwrackprämie etc.). Deshalb wird der Umwandlungssatz "Wurscht" sein. Die 1. Welt wird hyperinflationieren!!!
    alex s., bern - 13:08 | 08.04.2009
    » Sorry, aber ihr habt alle KEINE AHNUNG VOM PK GESCHäFT!!! ich arbeite bei einer PK! erstens muss der Umwandlungsatz massiv gekürzt werden, dafür die Mindestverzinsung anheben! Wer kann heute noch unterstützen, dass von CHF 100'000 eine jährliche Rente von CHF 6'800 bezahlt wird??? vorallem berücksichtigt mal den Vermögensverzehr!! In der heutigen Zeit im minimum 6.8% Rendite zu erzielen ist schlicht nicht mehr möglich! Und wer die heilige Kuh Rentner nicht zur Kasse bitten will... sorry.. aber wieder keine Ahnung! Wer mehr als CHF 60'000 Altersrente aus der PK hat muss zur Kasse gebeten werden! Die haben immer gut verdient und die AHV zusätzlich ergibt eine Jahresrente von mindestens CHF 75'-80'000! Und diese Rentner müssen zahlen, die haben eh schon genug! Bitte zuerst informieren, überlegen und dann erst stänkern! Sonst.... einfach mal die F***** halten!
    Gary Bruegger, Daettlikon - 12:56 | 08.04.2009
    » Wenn unsere Politiker so weitermachen verkommt die Schweiz zu einem Armenhaus in Europa. Fuers Ausland haben wir immer genuegend Geld vorhanden, wird ja auch vom Buezer abgenommen (legal durch unsere Politiker geklaut), aber was bleibt dem Buezer unter dem Strich (Kaufkraft) noch? Nicht mehr viel, oder? Nun, ihr Politiker es reicht langsam mit der unendlichen ausbeuterei.
    priska seglias, zürich - 10:11 | 08.04.2009
    » Kaum wird eine Altersvorsorge obligatorisch, will heissen staatlich, ist sie so gut wie pleite. Als nächstes wird bestimmt die 3. Säule obligatorisch und schon geht es ihr dann schlecht. Habt Ihr alle das noch nicht mitbekommen. Sobald der Staat seine Finger drin hat ists vorbei mit der Vorsorge. Schliesslich müssen all die Verwaltungsräte (Politiker) finanziert werden!!!!!
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