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Nicolas Blancho bei der Demonstration im Jahr 2006. (RDB)
Knapp zwei Wochen nach dem umstrittenen Ja zum Minarett-Verbot ruft der Islamische Zentralrat Schweiz zur Demo auf. Eine «Kundgebung gegen die Islamhetze». Einen Rückschlag haben sie schon erlitten: Der deutsche Islamprediger Pierre Vogel darf nicht in die Schweiz einreisen (Blick.ch berichtete). Der Ex-Boxer will es dennoch illegal versuchen (siehe Box rechts).
Die Organisatoren sind ebenfalls irritiert: «Es geht jetzt drunter und drüber», sagt Initiant Nicolas Blancho (26). Eigentlich habe man ein Programm für morgen gehabt. Eröffnung mit Reden. Eben auch von Pierre Vogel. Dazu der gedankliche Austausch. Und Informationsstände. «Aber jetzt ist die Lage anders.» Wies nun genau abläuft, will Blancho nicht erläutern.
Auf jeden Fall finde die Kundgebung statt. «Wir werden falsch dargestellt und wollen Stellung nehmen dazu», erklärt Nicolas Blancho. «Wir wollen Ängste abbauen.» Ganz sicher sei es nicht Absicht, nochmals etwas aufzuschüren.
Stellt sich nur die Frage, ob da der radikale Prediger Pierre Vogel, der die Ganzkörperverhüllung aller Musliminnen und eine strikte Trennung der Geschlechter verlangt, der richtige Gast gewesen wäre.
Der Anlass ist nicht bei allen Muslimen in der Schweiz erwünscht. Die offizielle Muslim-Dachorganisation Koordination islamischer Organisationen Schweiz (KIOS) unterstützt die Kundgebung nicht. «Wir haben eingeladen, nicht daran teilzunehmen», sagte KIOS-Präsident Farhad Afshar. «Wir befinden uns in einer sehr angespannten Situation und glauben, dass es vernünftiger ist, mit den Behörden und den Schwester-Religionen Christentum und Judentum Gespräche zu führen, um die Probleme zu lösen», erläutert Afshar gegenüber SF.
Zweifelhaft ist auch die Rolle des Organisators Nicolas Blancho. Mit 16 Jahren konvertierte der gebürtige Bieler zum Islam. Aus eigenem Antrieb. Weil der Islam die Antworten auf die Fragen des Lebens bereit halte, wie Blancho gegenüber «OnlineReports» erläuterte.
Der 26-Jährige ist bereits im Jahr 2006 bekannt geworden. Er organisierte damals – auch auf dem Bundesplatz – eine Demonstration gegen die Mohamed-Karikaturen. Rund 1000 Muslime folgten dem Aufruf.
Blancho gilt als einer, der eine rigide und buchstabengetreue Form des Islams lebt. Ist er extrem? «Nein», sagt Blancho. So richtig definieren will er das aber nicht. Auf die Frage, ob sich seine Frau verhülle, sagt er: «Ja.» Ob das stimmt, oder ob er damit nur provozieren will, bleibt unklar.