Koma-Saufen Erwachsene schlimmer als Teenies

  • Publiziert: 13.03.2010, Aktualisiert: 14.01.2012

BERN - Nicht Jugendliche, sondern vor allem Erwachsene trinken immer öfter bis zur Bewusstlosigkeit. Das zeigt eine neue Studie des Berner Inselspitals.

Die Notfallstation des Spitals registrierte 2000 noch 134 Fälle, 2007 bereits 373. Vor zehn Jahren hatten noch 1,4 Prozent der eingelieferten Patienten eine Alkholvergiftung. 2007 waren bereits 3,3 Prozent aller Fälle sogenannte Koma-Trinker.

Rekord von 4,4 Promille

Im Mittel hatten die Trinker 2,25 Promille Alkohol intus. Der höchste je gemessene Wert betrug 4,4 Promille, wie Monika Haberkern, Co-Leiterin der medizinischen Notfallstation und Studienleiterin, im Interview mit den Zeitungen „Tages-Anzeiger“ und „Bund“ sagt.

Derart hohe Blutalkoholwerte werden nicht bei jugendlichen Trinkern gemessen. «Typischerweise sind es 30- bis 40-jährige alkoholkranke Männer, die einmal noch massiver über die Stränge schlagen als sonst», sagt Haberkern. Häufig hätten diese Patienten die Arbeit verloren und seien verwahrlost.

Die Zahl der in die Notfallstation eingewiesenen Koma-Trinker stieg bei den 16- bis 25-Jährigen von 29 im Jahr 2000 auf 74 im Jahr 2007.

Typischer Koma-Säufer: 25- 55 Jahre alt

Jugendliche sind nicht für den Anstieg der Fallzahlen verantwortlich. Die übers Ganze wachsende Zahl der Patienten, die ein zweites Mal mit einer Alkoholvergiftung im Notfall landen, weist darauf hin, dass vor allem 25- bis 55-Jährige die stark steigenden Fallzahlen verursachten.

Bei den über 25-Jährigen ist die Zahl der Zweiteinweisungen im Vergleich zu den Fallzahlen höher als bei Jugendlichen und den über 55- jährigen Alkoholpatienten. (SDA/nce)

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