Erste Schwulen-Generation wird alt Jetzt kommt das Homo-Heim

ZÜRICH - Die Spitex für Schwule oder Lesben gibt es schon. Nun will der Zürcher Verein «queerAltern» ein Haus mit Alterswohnungen für Homo- und Transsexuelle Menschen einrichten.

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Pink Cross kämpft für die Gleichstellung der Schwulen (Symbolbild) Keystone

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Die Spitex «Gaynursing» pflegt schwule, lesbische, bisexuelle und transsexuelle Paare oder Einzelpersonen zuhause. Denn nicht jeder mag seine Latex-Outfits oder Fotos ihrer Liebsten vor den Pflegern verstecken. Nach einem Leben in Freiheit mögen Betroffene nicht im Alter noch stigmatisiert werden. Denn die erste Homo-Generation wird nun alt.

Weil die Spitex irgendwann einmal nicht mehr reicht, soll es in wenigen Jahren in Zürich die ersten Alterswohnungen für solche Menschen geben. Am Dienstag will der Verein «queerAltern» seine Gründung feiern, schreibt die Schweiz am Sonntag.

Alte homosexuelle werden gemobbt

Geplant ist, in drei bis vier Jahren ein Haus für homo- und transsexuelle ältere Menschen zu eröffnen. Denn heute müssten viele Bewohner in Pflegesituationen ihre sexuelle Orientierung verstecken.

Schwule, lesbische, bi- und transsexuelle Menschen würden sich laut einer Umfrage von 2012 nach einer eigenen Pflegeeinrichtung sehnen, sagt Vincenzo Paolino, Mitgründer des Vereins. Denn sie würden vor allem von Älteren oder Pflegern oft diskriminiert. «Und das in einem Alter, wo die eigene Biografie mit der ersten Liebe, mit prägenden Ereignissen sehr wichtig wird.»

Wer sich outet, würde in einem normalen Heim riskieren, von den Bewohnern ausgeschlossen und von den Pflegern schlechter behandelt zu werden.

Nichts aufgeben müssen

Der Wunsch, auch im Alter offen zu seiner Homosexualität zu stehen, nehme zu. «Wir haben es heute mit der ersten Generation von queeren Menschen zu tun, die offen gelebt hat und jetzt pflegebedürftig wird», sagt Vincenzo Paolino, der selber schwul ist.

«Wenn es bei mir einmal so weit ist, möchte ich auch nicht etwas aufgeben, das ich bisher frei leben konnte.» (ct)

Publiziert am 26.10.2014 | Aktualisiert am 27.10.2014
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