Ergreifende Abschiedsfeier für Super-Puma-Pilot Matthias Löchel († 39) «Er ist in eine andere Welt geflogen»

Vor zehn Tagen stürzten Matthias Löchel und André Bättig (†50) mit einem Super Puma auf dem Gotthardpass ab. Gestern nahmen Familie, Freunde und Kameraden Abschied vom Major im Generalstab Matthias Löchel, Milizpilot in der Schweizer Armee und im Zivil­leben Linienpilot bei der Swiss.

Aktuell auf Blick.ch

Top 3

1 Nach Facebook-Aufruf zum Geburtstag 31 Kisten Post für behinderte Denise
2 Hakenkreuz und Hitlergruss Nazi-Schande auf dem Waffenplatz
3 Wildwest beim «Saloon» in Wetzikon ZH Polizist springt auf Fluchtauto

Schweiz

Immer informiert - Abonnieren Sie den Blick-Newsletter!
Bitte geben Sie eine gültige E-Mail-Adresse ein.
Schön, dass wir Ihnen unsere BLICK News des Tages senden dürfen. Möchten Sie zusätzlich den BLICK Sport Newsletter erhalten?
teilen
teilen
323 shares
14 Kommentare
Fehler
Melden

Vier Helikopter flogen gestern um 13.45 Uhr über die reformierte Kirche Gossau ZH. Die Piloten halten die Missing-Man-Formation – als letzten Gruss an ihren abgestürzten Kollegen Matthias «Maedde» Löchel († 39).


 

Alle Augen blicken starr in den Himmel. Trotz ihrer Uniformen wirken die sonst so starken und unnahbaren Militärs in diesem Moment fast verletzlich.

Die grosse Kirche ist bis auf den letzten Platz besetzt. Blumenkränze, eine Schweizer Flagge, die Flagge der Luftwaffe und ein Porträt des Verstorbenen schmücken den Altar. Vor diesem Altar hatte Löchel im Juli 2010 geheiratet. Der gleiche Pfarrer, der ihn und seine Frau damals traute, muss nun den Trauergottesdienst für den Fami­lienvater abhalten.

Der Tod der beiden Piloten traf die Schweizer Armee schwer. Luftwaffenchef Aldo C. Schellenberg (58) ist sichtlich bewegt, als er ans Mikrofon tritt: «Wir sind entsetzt, traurig und ratlos, dass uns ein lieber Freund einfach entrissen wird.» Die Ballung der tragischen Unfälle der letzten Wochen sei wie verhext. Erst Ende August war der F/A-18- Pilot David G.* († 27) bei einem Trainingsflug im Sustengebiet tödlich verunglückt.

«Maedde ist in eine andere Welt geflogen. Er hinterlässt eine leuchtende Spur wie ein erloschener Stern», sagt Schellenberg und ringt um Fassung. «Der Mensch ist erst wirklich tot, wenn niemand mehr an ihn denkt», zitiert er den deutschen Lyriker Bertolt Brecht. Löchel werde immer in ihren Herzen bleiben. ­Genau wie sein Kamerad André Bättig.

Mutige Helfer hatten die beiden Piloten und einen Flugbegleiter aus dem abgestürzten Heli gezogen, bevor er in Flammen aufging. Für Löchel und Bättig kam jede Hilfe zu spät – der Flugbegleiter überlebte das Unglück. Ihm geht es mittlerweile besser. Er nahm gestern ebenfalls an der Abdankungs­feier teil.

Beim Auszug aus der Kirche verabschieden sich die Luftwaffen-Kollegen standesgemäss von ihrem Kameraden: Sie salutieren ein letztes Mal vor seinem Porträt.

         * Name der Redaktion bekannt       
Publiziert am 07.10.2016 | Aktualisiert am 08.10.2016
teilen
teilen
323 shares
14 Kommentare
Fehler
Melden

TOP-VIDEOS

14 Kommentare
  • Baldrian  Hugentobler 08.10.2016
    Bei aller Tragik, die mit diesen Unfall-Toten verbunden sind, hier noch ein paar Worte zur Ernuechterung. Es ist Armeematerial in erheblichem Wert zerstoert worden, wofuer der Steuerzahler aufkommen muss. Ebenso muss er fuer die teuren Flugstunden bezahlen, die die zur Beerdigung herbeigeflogenen Helikopter verursacht haben. Ich wage den Vergleich schon gar nicht auszudruecken, wie hoch der Aufwand bei einem WK Soldaten waere, der waehrend der Dienstzeit bei einem Unfall umkommt.
  • Victor  Brunner aus Erlenbach
    08.10.2016
    Etwas Fakt muss schon sein, bei aller Verehrung.Der Pilot ist nicht in eine andere Welt geflogen, er ist abgestürzt wegen eines Fehlers der Crew!
  • Paul  Bosshart 08.10.2016
    Was ist eigentlich mit Andre Bättig,ist der nicht auch ums Leben gekommen?,Man hört und liest immer nur von Löchel!!
  • Heinz  Butz aus Sundlauenen
    08.10.2016
    Mein herzliches Beileid an die Angehörigen. Aber da wird ein solches Theater gamacht für einen Unfalltoten. Wenn ein Vertreter einen tödlichen Unfall hat oder ein Lastwagenfahrer tödlich verunfallt kräht kein Hahn danach, aber Militärpiloten sind anscheinend eine besondere Gattung Mensch. Sie mögen in Frieden ruhen. Amen.
    • Daniel  Frei 08.10.2016
      Genau meine Gedanken. Ausserdem haben die beiden Piloten den Unfall selbst fahrlässig verursacht und Armeematerial zerstört. Und kommt mir jetzt nicht mit der Moralkeule. Jeder, der im WK einmal eine Beule in einen Pinz gefahren hat kommt dran, nur bei der Luftwaffe wird man noch heroisiert.
    • Lucio Silva  Safnanno aus San Vito Lo Capo
      08.10.2016
      Herr Frei, genau richtig! Und das kommt daher, weil die Herren Piloten Offiziere sind wohingegen der Pinzfahrer ein Kanonenfutter.
    • Anna  Rusch 08.10.2016
      @Butz: Leider haben Sie recht. Das Militär wird in den Medien immer so beschrieben, als seinen alle dort Helden und im Alltag versterben wirkliche Helden jeden Tag und ohne Berichte über viele Tage hinaus! Wie finanzieren das Militär und dennoch erfährt man nichts über die Bezahlung der zerstörten Maschinen, über evtl.Abfindungen, über die Konsequenzen von fahrlässigem Verhalten! Wir haben das Recht dazu, denn wir bezahlen diesen Zirkus mit Steuergeldern! Das Militär macht was es will!
  • Willi  Meier aus Saland
    08.10.2016
    Er ist in eine andere Welt geflogen.Woher hat Herr Schellenberg denn das?Tönt gut für viele Leute.Aber eine Erklärung fehlt da noch.In was für eine andere Welt ist er geflogen?Herr Schellenberg was meinten sie mit einer andern Welt?