Fahndungs-Erfolg bei Kochtopf-Bomber in New York Wieso gibts hier keine Warn-SMS?

Der Kochtopf-Bomber in New York wurde dank Massen-SMS gefasst. In der Schweiz ist dieser Service vorerst kein Thema.

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In New York erhielten Millionen eine Push-Nachricht. Screenshot SRF

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Die Pendler in der New Yorker U-Bahn erlebten Anfang Woche eine Action-Thriller-Szene: Gleichzeitig gaben Millionen Smartphones ein schrilles Pfeifen von sich. Auf unzähligen Bildschirmen der Pendler erschien die Nachricht: «Gesucht: Ahmad Khan Rahami, 28-jähriger Mann, Fotos entnehmen Sie den Medien, rufen Sie 911 an, wenn Sie ihn sehen.»

Das SMS half offenbar. Wenige Zeit später wurde Rahami nach einer Schiesserei mit der Polizei gefasst und verhaftet.

Keine App notwendig für Warn-SMS 

Dass diese Warn-Nachricht massenweise verschickt werden konnte, ist einer uralten Technologie namens Cell Broadcast Service (CBS) zu verdanken. Sie funktioniert auf jedem Handy, benötigt kein App, kein Internet und belastet anders als Millionen «echter SMS» kaum das Handynetz.

Die Vorteile gegenüber einem Warn-App liegen auf der Hand.
Das weiss auch der Bund. Wie Kurt Münger Sprecher vom Bundesamt für Bevölkerungsschutz (Babs) gegenüber BLICK erklärt, sind aber solche ultraschnellen Alarm-Massen-Nachrichten vorerst kein Thema.

Alarm-SMS bietet Spam-Gefahr

Das Babs habe die Alarmierung der Bevölkerung via CBS-Nachrichten geprüft. Eine Studie der Fachhochschule in Rapperswil ergab jedoch, dass «das Cell Broadcast auf absehbare Zeit nicht flächendeckend empfangbar sein wird».

Die Gründe der Experten leuchtet ein: Die CBS-Technologie öffnet eine Türe für «unerwünschte Nutzung», wie etwa Werbung. Standardmässig ist sie deshalb auf den meisten Handys deaktiviert. Die Mobilfunk-Anbieter könnten dies zwar ändern. Jedoch sei die Sensibilisierung für solche «unerwünschte Nutzung» in der Schweiz besonders hoch.

Der Bund deshalb eine andere Vision für die Alarmierung der Bevölkerung: Er will bis in zwei Jahren seine Alertswiss-App ausbauen und bekannter machen. Ein grosses Vorhaben, denn bis heute wurde es nur gerade mal 40'000 mal heruntergeladen. 

Publiziert am 21.09.2016 | Aktualisiert am 29.11.2016
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  • Aegerter   Fritz aus Luzern
    21.09.2016
    Die Schweiz ist doch daran das Problem zu lösen. Es braucht einfach drei Fachgruppen, drei Expertengruppen, vier Jahre Zeit und etwa 248 Millionen Franken, dann können wir das auch.