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Wie in LAquila sind auch bei uns viele Häuser nicht erdbebensicher. (Reuters)
Die Erdbeben-Katastrophe in Italien sorgt in der Schweiz für Unsicherheit. Auch bei uns könnte es durchaus ein Erdebeben dieser Stärke geben. Besonders die Kantone Wallis und Basel sind gefährdete Erdbebenzonen. Deshalb ist es auch nicht verwunderlich, dass diese Kantone sehr strenge Bauvorschriften bezüglich Erdbebensicherheit haben.
Laut Bundesamt für Umwelt (BAFU) ist das Erdbebenrisiko das bedeutendste Risiko auf Naturgefahren in der Schweiz. Doch 90 Prozent der Gebäude in der Schweiz weisen eine unbekannte oder ungenügende Erdbebensicherheit auf.
Falls Sie nicht im Wallis oder in Basel wohnen, könnte es durchaus sein, dass Ihre Wohnung oder Ihr Haus nicht erdbebensicher gebaut ist. Dies bedeutet, dass bei einem ähnlich starken Beben wie gestern in Italien, auch Ihre vier Wände einstürzen könnten.
Laut BAFU sind mehr als vierstöckige Gebäude aus Mauerwerk besonders gefährdet. Gravierende Schwachstellen gibt es auch bei alten gemauerten Bauten mit Holzböden sowie bei typischen Stadthäusern, in denen man im Erdgeschoss praktisch alle tragenden Wände entfernt hat, um Platz für Verkaufsgeschäfte zu schaffen.
Da in den meisten Kantonen die Anwendung der Bemessungsnormen zur Erdbebenvorsorge weder ausdrücklich als obligatorisch erklärt noch kontrolliert wird, erschwert das die flächendeckende Prävention. Zudem mangelt es den Architekten, Ingenieuren und Bauherren häufig an der erforderlichen Information und Ausbildung, so das BAFU.
Weil bei weitem nicht alle Bauherren erdbebensicheres Bauen verlangen, nimmt die Zahl der für Starkbeben anfälligen Gebäude auch heute noch laufend zu. Insbesondere bei privaten Neubauten steigt das Erdbebenrisiko in der Schweiz deshalb täglich an.
Falls Sie sich in einem Gebäude aufhalten und die Erde beginnt zu beben, sollten Sie unbedingt Schutz suchen. Dafür eignet sich am besten ein Türrahmen oder ein solider Tisch.
Nach dem Beben sollten Sie vor allem Ruhe bewahren und sich auf ein Nachbeben gefasst machen. Suchen Sie das Gebäude nach allfälligen Brandherden ab. Danach sollten Sie das Gebäude verlassen.
Vorsicht vor herabfallenden Mauerwerksteilen, Dachbalken, Ziegeln usw. Suchen Sie draussen offene Flächen auf. Abstand zu Gebäuden, Brücken und Strommasten halten. (gca)