Er wollte in den Dschihad ziehen Ahmed J. (25) wird angeklagt

BERN - Zum ersten Mal wird in der Schweiz ein mutmasslicher Dschihadreisender, der vor seiner Ausreise in ein Kampfgebiet verhaftet werden konnte, vor Gericht gebracht.

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Der Schweizer Islamist Ahmed J. muss sich vor dem Bundesstrafgericht verantworten. 

Die Bundesanwaltschaft reichte am Donnerstag eine Klage gegen den Winterthurer ein. Sie wirft dem Beschuldigten in der Anklageschrift vor, er habe beabsichtigt, sich dem Islamischen Staat (IS) anzuschliessen.

Der 25-Jährige, der ursprünlich aus dem Libanon stammt, war am 7. April 2015 bei seiner Ausreise am Flughafen Zürich von der Kantonspolizei Zürich festgenommen worden.

Der junge Mann wird mutmasslicher Verstösse gegen das sogenannte IS-Gesetz beschuldigt sowie allenfalls der Unterstützung einer kriminellen Organisation. Des Weiteren werden ihm mehrfache Verstösse gegen das Verbot von Gewaltdarstellungen zur Last gelegt.

Die Strafanträge zu den Sanktionen werden anlässlich der Hauptverhandlung gestellt, heisst es vonseiten der Bundesanwaltschaft. Es sei dies der erste Fall dieser Art, der vors Bundesstrafgericht in Bellinzona gelange.

«Diese Anklage ist ein weiteres Element in der konsequenten Strafverfolgung aller Personen in der Schweiz, die sich am dschihadistisch motivierten Terrorismus zu beteiligen versuchen, oder diesen mit Propagandamitteln unterstützen», schreibt die Bundesanwaltschaft.

46 Verfahren hängig

Zurzeit sind bei der Bundesanwaltschaft 46 Strafverfahren im Themenkomplex des dschihadistisch motivierten Terrorismus hängig. Es handelt sich dabei primär um den Verdacht der propagandistischen Unterstützung terroristischer Organisationen.

Am Donnerstag war bekannt geworden, dass im Februar offenbar keine weiteren Personen aus der Schweiz in den Dschihad gereist sind. Der Nachrichtendienst des Bundes (NDB) korrigierte die Gesamtzahl der Dschihadreisenden gar nach unten.

Im Januar war der Dienst noch von 73 Fällen ausgegangen - neu sind es noch 72. Die Zahl bezieht sich auf Personen, die seit 2001 mutmasslich in den heiligen Krieg gezogen sind: 58 reisten nach Syrien und in den Irak, 14 nach Somalia, Afghanistan und Pakistan.

Aus dem Dschihad zurückgekehrt sind insgesamt zwölf Personen - neun dieser Fälle sind bestätigt, drei sind unbestätigt. Letzteren geht der NDB gemäss eigenen Angaben weiterhin nach.

Von den 72 Dschihadreisenden auf der Liste haben 28 einen Schweizer Pass; 16 von ihnen sind Doppelbürger. Weitere Details gibt der Nachrichtendienst nicht bekannt. Seit gut einem Jahr publiziert er regelmässig die Anzahl Personen, die aus dschihadistischen Motiven aus der Schweiz in Konfliktgebiete reisen. (bau/SDA)

Publiziert am 19.02.2016 | Aktualisiert am 01.07.2016
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35 Kommentare
  • Eugen  Troglia aus Zürich
    19.02.2016
    Ganz klar er Verletzt das Schweizer Rechtssystem in aller Form und für das gibts kein Pardon. Ticket lösen und weg.
  • Peter  Stierli aus Geroldswil
    19.02.2016
    Eine unverständliche Anklage, sie kostet sehr viel Geld und bringen tut sie nichts. Zu mehr als einer bedingten Geldstrafe wird es nicht kommen aber der Junge geht in Freiheit seinen gewohnten Weg weiter.
  • Therese  Boston 19.02.2016
    Einfach ausreisen lassen und die Grenzen dicht machen für solche Leute.
    Wenn solche Menschen meinen dort sei es besser, dann bitteschön. Er würde früher oder später eh abgeknallt werden. Wer sich für eine solche Perspektive entscheiden will, den soll man nicht hindern.
  • Abbas  Schumacher , via Facebook 19.02.2016
    Und wie will man den hier auf den rechten Weg bringen? Wieviel Geld darf wieder fliessen? So einer wie der, der im Kopf nichts wie Dschihadist ist, glaubt da jemand daran, den Umzupolen? Den hätte man gehen lassen sollen, für den Rest hätte der Gott, der Dschihadisten gesorgt. So haben wir nur ein unlösbares Problem!
  • Ines Maria  Giezendanner aus Viganello
    19.02.2016
    Unverständlich dass man sie nicht ausreisen lässt. Es ist doch besser, sie machen dort unten ihre Kriege und Verbrechen als bei uns. Die meisten kommen ja sowieso nicht mehr zurück_und diejenigen, die zurückkommen wollen, die muss man einfach unbedingt zurückschicken in ihr Traumland !