Sprache
Der früher so eloquente Redner hatte mehrfach Sprachfindungsstörungen, Formulierungsprobleme, regelrechte Aussetzer. Das kannte man früher von Christoph Blocher nicht. Aber seit seiner Abwahl treten die Aussetzer öfter auf. Für alle sichtbar auch in der Arena-Diskussion mit Evelyne Widmer-Schlumpf. Irgendetwas stimmt nicht mehr mit Christoph Blocher.
Gestik
Sein Gesicht wirkte verhärtet. Sein Ausdruck strahlte Sturheit, Verbissenheit und Ich-Bezogenheit aus. Er scheint in sich selbst gefangen. Auf mich machte Blocher den Eindruck eines verletzten Tieres. Die Wunde seiner Abwahl schmerzt unvermindert weiter. Obwohl er vor der Bundesversammlung keinerlei Chance hat, stiert er seine Kandidatur durch. Lieber opfert er sich selbst – und seine Partei –, als sich in sein Schicksal zu fügen. Auf die Frage, was aus der SVP im Falle einer erneuten Nicht-Wahl würde, antwortete Blocher mit einem Anflug von Schadenfreude im Gesicht: ‹Dann bleiben wir in der Opposition.› Was wohl heissen soll: Wenn ich nicht kommen kann, dann ist die beste Lösung ausgeschaltet.
Botschaft
Trotz allem besitzt Blocher nach wie vor grosse Sugges-tionskraft. Er kann Menschen beeinflussen, fast wie ein Sektenprediger. Interessant die Momente, in denen er voll Sendungsbewusstsein über seinen neuen Auftrag sprach: ‹Meine Partei hat in dieser schwierigen Situation gesagt, du bist der Kandidat, der jetzt antreten sollte.› Blochers Augen leuchteten regelrecht. Man hat unweigerlich das Gefühl: Dieser Mann glaubt wirklich, was er da sagt. Sein Auftrag ist für ihn wie Religion. Das Wort Religion kommt ja vom Lateinischen re-ligio – Zurückbindung. Blocher fühlt sich fest an diesen Auftrag gebunden. Nämlich die Schweiz zu bewahren vor allem Bösen. Blochers Botschaft hat messianische Züge. Deshalb ist er auch felsenfest davon überzeugt, dass er allein diesen Auftrag erfüllen kann.
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