Wunder von Evolène Er lag 17 Stunden unter dem Schnee

  • Publiziert: 07.02.2010, Aktualisiert: 03.01.2012

BERN – Bei Lawinen sind in der Schweiz übers Wochenende mindestens fünf Personen verschüttet worden. Alle konnten gerettet werden. Ein junger Waadtländer hatte besonderes Glück.

An ein Wunder grenzte am Sonntag die Rettung eines jungen Mannes, der in der Region Evolène VS 17 Stunden im Lawinenkegel überlebt hat.

Der 21-jährige Waadtländer war am Samstag von seiner Familie als vermisst gemeldet worden. Bei einer Suchaktion wurde ausserhalb der markierten Piste ein Lawinenkegel entdeckt. Eine Spur führte in den Kegel, verlor sich aber in den Schneemassen. In der Nacht musste die Suche sicherheitshalber unterbrochen werden.

Als am Sonntagmorgen ein Helikopter der Air-Glacier den Lawinenkegel überflog, konnten die Piloten Bewegungen ausmachen. Der junge Mann wurde bei vollem Bewusstsein und mit leichter Unterkühlung geborgen und hospitalisiert. Er hatte dank einem kleinen Hohlraum überlebt, den er vor seinem Gesicht geformt hatte.

Hilfreiche Geräte zur Ortung von Verschütteten

Oberhalb des freiburgischen Lessoc riss eine Lawine zwei Snowboarder 100 Meter in die Tiefe. Sie wurden nicht verschüttet; einer der beiden musste jedoch mit der Rega verletzt aus dem Hang geborgen werden.

In Davos GR und bei Crans-Montana VS konnten zwei Verschüttete dank Lawinenverschüttenen-Geräten geortet und lebend geborgen werden. In Davos hatte ein 17-jähriger Skifahrer hat am Samstag ein Schneebrett ausgelöst. Er war in einer Fünfergruppe ausserhalb der Piste unterwegs gewesen.

Bei Crans-Montana geriet am Samstag ein 60-jähriger italienischer Bergführer in eine Lawine. Mit drei Landsleuten verliess er die markierten Pisten und löste ein Schneebrett aus. Seine Kompagnons riefen zwei weitere Schneesportler um Hilfe.

Lawinenunglücke auch im benachbarten Ausland

15 Minuten nach dem Vorfall konnten der Waadtländer und der Walliser den Italiener dank eines Lawinenverschütteten-Geräts orten und bergen. Er musste hospitalisiert werden.

Über dreissig Retter mit drei Helikoptern und mit Suchhunden suchten am Samstag am Jaunpass einen Lawinenkegel ab, weil Spuren vermuten liessen, dass jemand verschüttet worden war. Da niemand lokalisiert werden konnte und auch keine Vermisstmeldung eingegangen war, wurde die Suchaktion am Abend abgebrochen.

Eine weitere Lawine löste sich am Sonntag oberhalb von Villars- sur-Ollon VD. Da unklar war, ob jemand mitgerissen worden war, wurde ebenfalls vorsorglich eine Suchaktion lanciert.

Bei Lawinenunglücken in Frankreich, Österreich und Italien kamen übers Wochenende mindestens sieben Menschen ums Leben.
(SDA/b35)

Graubünden: Zwei Lawinen fordern zwei Schwerverletzte

Am Sonntag ist es in Graubünden zu zwei Lawinenunfällen gekommen. Die erste Lawine wurde um die Mittagszeit von zwei Variantenskifahrern am Stätzerhorn oberhalb von Churwalden ausgelöst. Die zweite ging kurze Zeit später unterhalb des Mattjischhorns bei Peist nieder. Zwei Personen wurden dabei schwer verletzt. Die beiden Variantenskifahrer, ein 16- und ein 19-jähriger Einheimischer, wollten im Skigebiet Stätzerhorn vom Stätzertäli-Lift ausserhalb der gesicherten und markierten Pisten via Lerchenböden nach Churwalden fahren. Am Ende des Wanggrates auf 1900 m ü. M. lösten sie ein Schneebrett aus und wurden rund 150 Meter mitgerissen. Der 19-Jährige wurde teilweise verschüttet, blieb aber unverletzt und konnte sich selber befreien. Der 16-Jährige wurde von der Wucht der Lawine durch die Luft geschleudert und blieb schwer verletzt in den Ästen des Jungwuchses hängen. Die zweite Lawine ging kurz nach dem Mittag unterhalb des Mattjischhorns auf dem Gebiet der Gemeinde Peist nieder. Eine 36-jährige Deutsche und ein 33-jähriger Schweizer befanden sich auf der Abfahrt vom Mattjischhorn, als sie auf rund 2350 m ü. M. die Schneemassen auslösten und 300 Meter mitgerissen wurden. Der Mann konnte sich selber aus dem Schnee befreien und blieb unverletzt. Die Frau hingegen wurde komplett verschüttet.
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