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Der 73-Jährige wird von den Ermittlern in die Zange genommen. Die Verhöre förderten zutage, dass er seiner 42-jährigen Tochter Elisabeth und den gemeinsamen Kindern mit dem Tod drohte. Im Gas wollte er sie elendiglich sterben lassen, falls ihm etwas zustossen sollte.
Noch steht nicht fest, ob es sich dabei bloss um eine leere Drohung handelte. Wollte Josef Fritzl die Eingekerkerten bloss davon abhalten, ihn zu überwältigen und endlich zu fliehen? Ein Team von sechs Experten überprüft nun, ob es eine Vorrichtung gibt, mittels der Gas in das 60 Quadratmeter kleine Verlies hätte strömen können.
Sie sollten zugleich auch den elektronischen Schliessmechanismus der 300 Kilogramm schweren Betontür untersuchen. Nach Angaben von Ermittlungsleiter Franz Polzer hatte der Mann angegeben, dass sich die Tür bei einer längeren Abwesenheit von ihm automatisch geöffnet hätte. Es wäre das erste Mal, dass Fritzl menschliche Regungen zeigen würde.
Der Arzt der Inzestopfer appelliert derweil an die Medien, die Privatsphäre der Familie zu achten. Man müsse verstehen, dass die Opfer jetzt nicht an die Öffentlichkeit treten wollten und «nach dem schrecklichen Martyrium ein Recht auf Privatsphäre» hätten, sagte der Leiter der Landesklinik Amstetten-Mauer, Berthold Kepplinger, «die Familie braucht jetzt Zeit».
Radio ORF berichtete, dass Polizisten «zahlreiche Pressefotografen» von Bäumen bei der Klinik verjagt hätten. Der Anwalt der Opfer kündigte an, dass seine Mandaten in absehbarer Zeit keine Interviews geben werden.
Bundeskanzler Alfred Gusenbauer verurteilte sein Land gegen Verurteilungen in internationalen Medien.
In Wien sagte er bei einer Kundgebung zum 1. Mai: «Wir lassen nicht zu, dass ganz Österreich, dass unsere gesamte Bevölkerung von einem kriminellen, grausamen Einzeltäter in Geiselhaft genommen wird.»
Nach dem Fall Kampusch ist es innerhalb von zwei Jahren das zweite Verlies-Drama, welches Österreich in die internationalen Schlagzeilen bringt. (SDA/zeb)
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Kämpft für das Ansehen Österreichs: Bundeskanzler Alfred Gusenbauer. (Reuters)