Eklat in Genf – wegen dem Hetzer von Teheran

  • Publiziert: 20.04.2009, Aktualisiert: 19.01.2012

GENF – Da war der Saal der Anti-Rassimuskonferenz plötzlich leer. Weil Mahmud Ahmadinedschad provoziert hatte.

Dass der iranische Präsident Mahmud Ahmadinedschad überhaupt an der UNO-Konferenz gegen Rassismus teilnimmt, sorgte schon für Ärger.

Und der Hetzer von Teheran hat es tatsächlich auch geschafft, die Teilnehmer derart zu provozieren, dass sie unter Protest den Saal verliessen.

Ahmadinedschad bezeichnete Israel und die westlichen Staaten als rassistisch. «Der Weltzionismus ist der personifizierte Rassismus», sagte er heute Nachmittag. Israel sei das grausamste Regime. Die Regierung beherrsche die besetzten Gebiete in Palästina und der Staat sei unter dem «Vorwand jüdischen Leidens» im zweiten Weltkrieg gegründet worden, wie «Spiegel.de» berichtet. Die Delegierten mehrerer EU-Staaten verliessen darauf den Saal.

«Missbrauch religiöser Gefühle»

Israel missbrauche religiöse Gefühle um seinen Hass zu verbergen, sagte Ahmadinedschad in seiner Rede weiter. Die westlichen Länder hätten nichts gegen die Bombardierung der Menschen im Gazastreifen gesagt.

Aus Arroganz und um ihr Einflussgebiet auszuweiten, hätten die USA und ihre Verbündeten Krieg gegen den Irak und Afghanistan geführt. Im Übrigen forderte Ahmadinedschad eine Reform des Uno-Sicherheitsrats.

Die Schweiz war an der Konferenz nicht mit Aussenministerin Micheline Calmy-Rey vertreten. Im Gegensatz zu zahlreichen EU-Kollegen verliess aber UNO-Botschafter Dante Martinelli bei der Rede des iranischen Präsidenten den Saal nicht. Die Schweiz teile dessen Ansicht nicht, man sei aber geblieben, weil man das Recht auf Meinungsäusserung achte, sagte ein EDA-Sprecher

Boykott aus Angst vor Hasstiraden

Die Uno-Konferenz war wegen der Teilnahme Ahmadinedschads bereits im Vorfeld von den USA, Deutschland und Israel boykottiert worden. Hintergrund des Boykotts war die Sorge, dass die Konferenz zu einem Podium für anti-israelische Erklärungen werden könnte. Die deutsche Regierung rechtfertigte ihre kurzfristig beschlossene Nicht-Teilnahme mit Befürchtungen, dass die Veranstaltung von einzelnen Teilnehmern «für Hasstiraden, Schmähreden und antiisraelische Ausfälle» missbraucht werden könnte.

Diese Befürchtungen hat Ahmdinedschad mit seiner Rede erfüllt.

Ahmadinedschads Empfang durch Bundespräsident Hans-Rudolf Merz führte heute schon zu schweren diplomatischen Misstönen: Israel hat seinen Botschafter aus der Schweiz abberufen. (SDA/zum)

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Ban kritisiert Auftritt von Ahmadinedschad

Uno-Generalsekretär Ban Ki Moon hat die Rede des iranischen Präsidenten Mahmud Ahmadinedschad vor der Konferenz gegen Rassismus in Genf kritisiert. «Ich bedaure, dass der iranische Präsident diese Plattform dazu nutzte, um anzuklagen, zu spalten und sogar aufzuwiegeln», erklärte Ban. Das sei das Gegenteil von dem, was diese Konferenz erreichen wolle. Und es erschwere es, Lösungen gegen den Rassismus zu finden. Es sei bedauernswert, dass der iranische Präsident seiner Bitte nach Einigkeit nicht nachgekommen sei. Bei einem Treffen mit Ahmadinedschad vor dessen Rede, habe er die Bedeutung der Konferenz hervorgehoben. Sie solle die internationale Gemeinschaft im Kampf gegen die Rassendiskriminierung einen.
play Das Lächeln täuscht: Mahmud Ahmadinedschad provoziert in Genf. (Keystone)

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