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Ihr Liebster kann sie noch ins Schlauchboot ziehen, aber nicht mehr retten. Sie verblutet in seinen Armen.
Es ist eine Tragödie für Opfer und Angehörige. Und eine tieftraurige Geschichte für alle, die an ihrem Schicksal Anteil nehmen.
Der grässliche Unfall ist aber auch eine Warnung an alle, die sich in diesen tropisch heissen Tagen an Seen und Flüssen vergnügen. Das lustige Treiben kann blitzschnell in tödlichen Ernst umschlagen. Der verfügbare Raum an Land und im Wasser ist extrem belastet durch immer mehr Menschen, durch immer mehr und immer gefährlichere Technik.
An solch strahlenden Tagen stürmen ganze Völkerscharen auf den See: Als Schwimmer und in ungezählten Booten, Yachten, Pedalos oder Kursschiffen wuseln sie vergnügt durcheinander. Eigentlich ein Wunder, dass nicht viel mehr Unfälle geschehen.
So unpopulär es tönt: Angesichts des Gedränges fragt sich, ob wir nicht auch auf dem Wasser strengere Regeln brauchen. Die Freiheit im Gummiboot darf nicht dort enden, wo ein Hobbykapitän das Fehlen der Promillegrenze auf seinem Speedboot feiert.
Und je Enger der Raum, auf dem wir uns vergnügen, umso sozialer und solidarischer sollten wir uns verhalten. Nicht weghören und wegschauen, wenn einer um Hilfe schreit, nicht weiterfahren und fliehen, wenn Menschen
Rettung bitter nötig haben.
Beat E. und Mike B. sind Ritter des Wassers, auch wenn sie Angela nicht mehr retten konnten. Sie halfen deren Freund Stephan. Viele andere fuhren weiter, als er verzweifelt schrie. Was für eine Not für diesen jungen Mann! Beat E. und Mike B. liessen ihn nicht an den Menschen verzweifeln. Sie setzten sich der traumatischen Situation aus. Nun brauchen sie selber Hilfe.
Noch ist der Bootsführer nicht gefunden. Er könnte ein Zeichen setzen und sich melden – sogar jetzt noch. Wenn er es nicht will oder kann, braucht er Menschen in seinem Umfeld, die es für ihn tun. Sie würden ihn nicht denunzieren, sondern retten. Vor sich selbst.
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Ringier-Publizist Hannes Britschgi interviewt für Blick.ch Spitzenpolitiker. (Geri Born)