Panne am Eröffnungstag Zug am Gotthard auf alte Bergstrecke umgeleitet

ERSTFELD - Der erste reguläre Passagierzug ist am Sonntagmorgen um 06.09 Uhr von Zürich in Richtung Gotthard-Basistunnel abgefahren - an Bord viele Bahnfans und geladene Gäste. Am späten Nachmittag gabs Probleme im neuen Tunnel. Ein Zug wurde auf die alte Bergstrecke umgeleitet.

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Für SBB-Chef Andreas Meyer war es «ein Tag wie Weihnachten», wie er kurz vor der Abfahrt auf dem Perron sagte. Er freue sich sehr, dass es jetzt endlich losgehe. Nachdem die extralange Doppelkomposition pünktlich um 06.09 Uhr losgefahren war, stellte sich Meyer gleich selber ans Mikrofon, um die Durchsage zu machen.

«Vergessen Sie nicht, es geht jetzt nicht mehr lange ins Tessin», sagte er zu den Passagieren. Für das Frühstück könne man sich jetzt nicht mehr endlos Zeit lassen wie früher. Alle Passagiere erhielten an diesem speziellen Morgen gratis Kaffee, Orangensaft und Gipfeli.

Neben Bahnfans und regulären Passagieren standen auch zahlreiche geladene Gäste an diesem Morgen extra früh auf. An Bord waren Regierungsmitglieder aller Kantone, Mitarbeitende des Bundes, Parlamentarier sowie Vertreter der Bahnbranche, darunter auch SBB-Präsidentin Monika Ribar.

SBB-Chef Meyer weiss schon jetzt genau, was er mit der halben Stunde machen will, die er künftig bei Fahrten ins Tessin spart. Er habe vom Bürgermeister von Lugano viele gute Tipps bekommen, wo es guten Kaffee gebe. «Und ich weiss jetzt auch, wo ich eine 6-Kilo-Salami kaufen kann», sagte er gegenüber der Nachrichtenagentur sda.

Die zusätzliche halbe Stunde will Meyer aber nicht nur gastronomisch nutzen. «Ich könnte mich in dieser Zeit auch mit den italienischen Kollegen treffen und mit ihnen Gespräche führen, etwa über die Verbesserung der Pünktlichkeit.»

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Auch für SBB-Personenverkehrs-Leiterin Jeannine Pilloud war der Tag speziell - wegen des Fahrplanwechsels allerdings auch mit etwas Spannung verbunden. «Es ist wie bei einem Theaterstück. Man probt es oft, aber erst am Tag selber merkt man, ob es klappt», sagte sie.

Was die Zeitersparnis betrifft, denkt Pilloud zuerst ans Arbeiten. «Die Sitzungen im Tessin können jetzt eine halbe Stunde früher beginnen. Das werden wohl nicht alle gerne hören.»

Aber auch für ihre Freizeit weiss sie, was sie mit der gewonnenen Zeit machen will: «Die Shoppingtrips in den Süden werden jetzt wohl noch etwas häufiger, oder sie dauern länger und werden teurer.»

Vom 57 Kilometer langen Hauptdarsteller merkten die meisten Passagiere eigentlich gar nichts. Draussen war es wegen der frühen Uhrzeit noch dunkel - und im Tunnel ohnehin. «Oh, wir sind schon durch», wunderten sich einige. Bei Tagesanbruch erreichte der Zug dann das Tessin. Pünktlich um 08.17 Uhr traf die historische Erstfahrt in Lugano ein - Premiere geglückt.

Publiziert am 11.12.2016 | Aktualisiert um 16:05 Uhr
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15 Kommentare
  • Ronn  sommer 12.12.2016
    Fährt man mit einem Fahrzeug über 3,5t durch den Brennertunnel werden elektronisch Motoren- und Bremstemperaturen geprüft. Erst dann wird der Weg zum Tunnel frei. Die SBB lässt es mit darauf ankommen, dass defekte Züge den Tunnel blockieren und einen Riesenschaden verursachen.
  • anneliese  hofer 12.12.2016
    was bringt die gesparte zeit? nichts nur mehr hektik, aber nicht mehr komfort. und was ist schon eine gesparte halbe stunde! dafür muss ich mich wie ein maulwurf fühlen, so ein mist!
  • Rolf  Wittwer 11.12.2016
    Wundere mich etwas: wenn an meinem Auto sich im Radkasten sich 2 cm Rost angesetzt haben, muss ich das Fahrzeug nochmals beim Verkehrsamt vorführen. Was ist mit Schienenfahrzeugen?
    Trotzdem: den Tunnel trifft deswegen keine Schuld, und die Bergstrecke darf nie und nimmer aufgegeben werden!
  • Adolf  Brändle 11.12.2016
    Güterzug am Sonntag? Du sollst den Sonntag heiligen. War vielleicht ein Hinweis von oben. Der nächste Sonntags - Güterzug bleibt dann für immer drin!
  • Shovel  Wally 11.12.2016
    Schadenfreude ist die schönste Freunde. Ich war NEIN-Stimmer und stehe dazu, immer klarer und konsequener, da nun wirklich nicht das ankommt, wie es grossspurig versprochen wurde. Nie und nimmer darf zu einem solchen Zeitpunkt dieser Lapsus passieren, never. Das ist ein derart finanzlastiges Projekt, dass dieser Vorfall schon fast nach einem einschneidenden Massnahmen schreit. Auch dann, wenn dieser Lapsus nur ein alltäglicher Vorfall ist, welcher (..leider bei der SBB) überall vorkommen kann.
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