«Ein Kreis von Mitarbeitern» im Visier USA ermitteln wieder gegen die Credit Suisse

Vor zwei Jahren bezahlte die Credit Suisse wegen illegaler Steuer-Deals eine Milliarden-Busse an die USA. Jetzt sind die Ermittler wieder aktiv.

Credit Suisse: US-Behörden haben Schweizer Bank wieder im Visier play
US-Behörden ermitteln wieder gegen CS-Angestellte. Alessandro Della Bella / Keystone

Aktuell auf Blick.ch

Top 3

1 Nach Facebook-Aufruf zum Geburtstag 31 Kisten Post für behinderte Denise
2 Hakenkreuz und Hitlergruss Nazi-Schande auf dem Waffenplatz
3 Wildwest beim «Saloon» in Wetzikon ZH Polizist springt auf Fluchtauto

Schweiz

Immer informiert - Abonnieren Sie den Blick-Newsletter!
Bitte geben Sie eine gültige E-Mail-Adresse ein.
Schön, dass wir Ihnen unsere BLICK News des Tages senden dürfen. Möchten Sie zusätzlich den BLICK Sport Newsletter erhalten?
teilen
teilen
0 shares
6 Kommentare
Fehler
Melden

Es sind dunkle Wolken, die über der zweitgrössten Bank der Schweiz aufziehen. Der Fall eines ehemaligen Wirtschaftsprofessors, der einen Grossteil seines Vermögens an den US-Steuerbehörden vorbei geschleust haben soll, könnte für die Credit Suisse gravierende Konsequenzen haben. Das meldet das SRF-Wirtschaftsmagazin «ECO».

Credit Suisse: US-Behörden haben Schweizer Bank wieder im Visier play
Kommt ein neuer Steuerstreit auf die CS zu? Heike Grasser / Ex-Press

Konkret geht es um die Vermögenssumme von 200 Millionen US-Dollar. CS-Bankangestellte sollen dem israelisch-amerikanischen Grosskunden 2012 geholfen haben, die Zeichnungsberechtigung auf dessen Sohn zu übertragen und so vor den US-Behörden zu verstecken. Damit das Geschäft nicht auffällt, wurde der Vorgang am Israel-Desk der Bank abgewickelt. 

Am verdächtigen Deal soll neben einem «Kreis von Mitarbeitern» auch ein hohes Kadermitglied der Bank – ein sogenannter Managing Director – beteiligt gewesen sein. Die US-Justiz hat den Fall vor rund einem Monat publik gemacht. Der Professor soll seit eineinhalb Jahren mit den Behörden kooperieren.

«Im schlimmsten Fall wird ein eigentliches Verfahren gemacht»

Gegenüber «ECO» sieht der Strafverteidiger Loren Washburn, der als Staatsanwalt selber Jagd auf Steuersünder gemacht hat, grosse Probleme auf die Credit Suisse zukommen: «Je mehr und je weiter hinauf Leute involviert sind, desto schwieriger kann man glaubhaft darlegen, dass ein griffiges Compliance-Programm implementiert wurde. Wie kann die Compliance angemessen sein, wenn vom Managing Direktor runter bis zum Kundenberater alle involviert sind?» Für die CS dürfte es deshalb schwierig werden, weil man sehe, wie viele Leute davon wussten.

Credit Suisse: US-Behörden haben Schweizer Bank wieder im Visier play
Für Wirtschaftsprofessor Peter V. Kunz hat der Fall grosses Problem-Potential. Marcel Bieri

Geht der Steuer-Streit zwischen der Credit Suisse und den USA jetzt wieder von vorne los? Für Wirtschaftsrecht-Professor Peter V. Kunz von der Universität Bern hat der Fall zumindest das Potential, den Vergleich der CS mit den Amerikanern – vor zwei Jahren bezahlte die Bank eine Busse von 2,4 Milliarden Dollar – in Frage zu stellen. Gehe man vom ärgsten Szenario aus, könne sich die Milliarden-Busse sogar noch erhöhen, sagt Kunz gegenüber dem Schweizer Fernsehen. «Im schlimmsten Fall könnte man ein eigentliches Strafverfahren machen.» Zumindest davon sei man mit den vorhandenen Informationen aber noch weit entfernt. (cat)

Publiziert am 05.12.2016 | Aktualisiert am 06.12.2016
teilen
teilen
0 shares
6 Kommentare
Fehler
Melden

TOP-VIDEOS

6 Kommentare
  • Karl-Heinz  Baumberger aus Winterthur
    06.12.2016
    Es ist langsam Fragwürdig, warum unsere Banken überhaupt noch Filialen in den USA haben ? Oder ist es jetzt die Returkutsche, des ungebremsten Globalisierungswahns ? Das eine Tat, die von einem einzeler Person gemacht wurde, immer auf die Firma zurückgeriffen wird, zeigt auch, das sie es primär auf das Geld abgesehen haben, da der einzelen ja solche Bussen gar nie bezahlen kann. Glaube kaum, das sich das US Geschäft für eine Bank je gelohnt hatte. Einzel managers, Ja, mit den Boni`s !
  • Samuel  Küchler 06.12.2016
    Bei jedem Apple Update werde ich erinnert, dass der Rechtsstand in CA, USA ist. Warum finden diese Prozesse mit schweizer Banken dann immer in den USA statt?
    Beim Vertrag kann ich jeden Ort angeben.
    • Marcel  Stierli aus Mérida, México
      06.12.2016
      Weil unsere Banken die Gesetze AUF US amerikanischem Grund verletzen. So schwierig zu begreifen? Das mögen die halt zurecht nicht so. Was die USA auf eigenem Grund und Boden machen, ist eine andere Sache. Aber die Schweizer denken eben immer, sie seien so viel cleverer als Andere.
  •   06.12.2016
    mit diesen Milliardenzahlungen an die USA fragt sich manch einer: rentiert das Geschäft in den USA noch? Wenn ja, müssen gewaltige Summen verdient werden. Da drängt sich eine weitere Frage auf: Versteuern die Banken ihren Profit auch wie andere Firmen, oder haben sie eine Schutzklausel im Gesetz. Bei riesigen Gewinnen wäre das moralisch nicht fair, dem kleinen keine Protzente auf dem mühsam Erspartem zu zahlen.
  • Thomas  Jauslin aus Niederglatt ZH
    05.12.2016
    Die USA brauchen Geld und die Milchkuh CS und deren Bonisammler dienen dazu, die Staatskassen zu füllen. Die CS Banker haben es trotz Uniabschluss immer noch nicht begriffen, was Recht und Ordnung ist. Darum wird die CS auch in vielen Jahren noch zahlen. Es tut halt eben jeder was er kann.
  • Stefan  Wiesendanger aus Assen
    05.12.2016
    Was soll die Bank den machen; dem Kunden verweigern, seinem Sohn die Unterschriftsberechtigung zu übertragen? Und weil keiner mehr weiss, was möglicherweise unerlaubt ist, wird zwangsläufig der Chef gefragt. Das wiederum gilt dann den USA als "Verschwörung von ganz oben". Es wird Zeit, dass sich die Schweizer Regierung für die Banken in die Bresche wirft.