Ein Insider packt aus So kommen die Schweizer Raser auf Touren

ZÜRICH - Der Zürcher Kantonspolizei gelang letzte Woche ein grosser Schlag gegen Raser. Am Wochenende verhaftete die deutsche Polizei trotzdem wieder vier Schweizer bei einem illegalen Autorennen ennet der Grenze. Ein Insider erzählt BLICK aus dem Innern einer verschworenen Gemeinschaft.

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Die Schweizer Raserszene ist in Aufruhr. Letzte Woche gab die Kantonspolizei Zürich bekannt: Bei einer koordinierten Aktion wurden in zahlreichen Kantonen Hausdurchsuchungen durchgeführt.

Insgesamt 22 Personen im Alter von 18 bis 37 Jahren wurden festgenommen (BLICK berichtete). Fünf Fahrzeuge wurden beschlagnahmt (BLICK berichtete).

Doch die Szene ist damit noch lange nicht lahmgelegt: In der Nacht auf Samstag stoppte die Polizei im deutschen Bundesland Baden-Würtemberg vier junge Männer in ihren Autos auf der A81. Ein ein schwarzer Audi A6 und ein Ford Focus RS bremsten den Verkehr, bis die Bahn frei war. Dann setzten die vier PS-Boliden laut der Polizei zu einem Rennen an. Ein Verhalten, das die deutschen Behörden immer wieder beobachten.

Ein Insider gewährt BLICK nun exklusiven Einblick in die sonst verschwiegene Szene. Garagist P.M.* (23) aus dem Kanton Zürich kennt sechs der während der Raser-Razzia verhafteten Männer. Er gehört selbst zur Szene.

Er möchte anonym bleiben. Denn: «Jeder kennt jeden. Ich will niemanden verraten.» Die Verhafteten seien, wenn sie sich nicht gerade im Temporausch befänden, ganz «normale Typen mit ganz normalen Jobs». Einziger Unterschied: «Für sie ist das Auto oder das Motorrad ihr A und O.»

Mit 200 km/h auf Schweizer Autobahnen unterwegs

Zum Verhängnis wurde den Tempo-Junkies ihr Geltungsdrang. «Einige Videos landeten im Internet. Es gab sogar einen Gruppenchat auf Whatsapp. Ich glaube, alle, die dort Mitglied waren und posteten, bekamen Besuch von der Polizei. Das war dumm.»

M. selbst ist kein Chat-Mitglied, gehört auch nicht zu den Verhafteten. Aber er kennt einige der Raser-Videos. «Da sieht man Fahrten auf Schweizer Autobahnen, wo von 100 auf über 200 km/h beschleunigt wird.» 

Der Garagist hat aber auch Verständnis für seine Raserkollegen. Er meint, die Gesetze in der Schweiz seien zu streng. «Kinderschänder werden weniger hart bestraft als Raser!» Dazu kommt: Die deutschen Behörden sind in den letzten Monaten massiv gegen Schweizer Tempo-Touristen vorgegangen. Wie dieses Wochenende. Der Umkehrschluss: «Das hat viele wieder zum Rasen in die Schweiz geführt.»

Beschlagnahmung der Autos schmerzt

Eine gesetzliche Handhabe ist der Szene dabei ein besonderer Dorn im Auge. «Viele akzeptieren es, eine sehr hohe Busse zu zahlen», sagt M. Aber: «Wenn die Fahrzeuge beschlagnahmt werden, tut es doppelt weh. Denn 99 Prozent der Wagen sind geleast.»

*Name der Redaktion bekannt

Publiziert am 13.12.2016 | Aktualisiert am 14.12.2016
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25 Kommentare
  • Lilo  Mueller aus Langrickenbach
    14.12.2016
    Ich kann euch gerne mal für eine Stunde in meinen Garten einladen. Was da zu den Rushhour-Stunden und nachts abgeht in einer 50erZone ist spielfilmreif. Radar habe ich noch nie gesehen. Es ist ja nicht nur die Geschwindigkeitsübertretung, sonder auch der Lärm!!! Besonders die Lieferwagen, Kipper und Lastwagenfahrer sind nicht mehr alle ganz normal!! Müssen wohl die schwarzfarbigen Audi- und BMW-Fahrer etc. auf der Arbeit sein.
  • Jens  Goldmann 13.12.2016
    Nicht dass ich das gutheisse, aber es wird immer auf den sogenannten Rasern herumgehackt oder sonst Leuten die etwas zu schnell unterwegs waren. Und was ist mit den Jägern die nur Tiere töten um damit anzugeben und während der Jagd sehr viel Alkohol konsumieren, dann besoffen nach Hause fahren mit ihren Allrad und Jeeps. Oh da gibts natürlich keine Kontrollen, denn der eine oder andere davon ist selbst Polizist und weiss das zu verhindern.
  • Thomas  Maeder 13.12.2016
    Ich halte es für verkehrt Raser gegen Kinderschänder aufzuwiegen. Es gibt leichte technische Massnahmen, wie man Raser feststellen kann (Tempokontrolle - 200 km/h - Raser) und ein leichtes Mittel, wie man sie am weiteren Rasen hindern kann (Auto einziehen). Wenn es genauso leicht wäre, Kinderschändern das Handwerk zu legen, würde man es sicher tun. Aber Kinderschänder treiben ihr Unwesen meistens im Verborgenen, am häufigsten sogar in der eigenen Familie.
  • Fliederotto  Silkonbort aus Rheintal
    13.12.2016
    Ob die Glattalbahn mehr opfer fordert als das Rasen? So oder so richtig die Kistn zu kassieren. Wichtig wäre - für die intensität - das der Raser eigenhändig den Knopf an der Schrottpresse drücken müsste - notabene nachdem er den Wagen so weit als möglich nach Material getrennt hat. Dies dürfte nachhaltiger ald das blose einsammeln des Corpus delicti sein. Eine Rennstrecke in der Schweiz wäre jedoch auch nicht so verkehrt. Da kann die Szene sich selber feiern - nur verbieten ist nichts.
  • Janos  Sinani aus zürich
    13.12.2016
    @p.muster
    Was haben sie für absurde Argumente..
    Der Terrorismus hat nix damit zu tun.
    Rasen ist genauso mutwillig und schon gar nicht zwingend notwendig. Und klar an den Unfällen sind nur die Fussgänger schuld ?? Ich bin selber Autofahrer und es liegt an uns vorsichtig zu sein.