Ein Feierabendbier soll Wählerstimmen bringen: So erklärt die Junge CVP das Panaschieren

THURGAU - Mit einem Feierabendbier soll es für die Junge CVP im Kanton Thurgau bei den kommenden Grossratswahlen rund laufen. Diese laden Jungwähler ein, gemeinsam die Wahlunterlagen auszufüllen.

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Die Junge CVP Thurgau lädt Wählerinnen und Wähler auf ein Bier ein. Dangubic

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Die Initiative gegen die Heiratsstafe hatte bei den letzten eidgenössischen Abstimmungen keine Chance. Nun geht die Junge CVP Thurgau auf Stimmenfang. Mit einem Feierabendbier wollen die Jungen mögliche Wahlstimmen für die kommenden Grossratswahlen vom 10. April im Kanton Thurgau gewinnen. «Du hast noch nie gewählt oder bist dir unsicher dabei? Junge Kandidaten helfen dir deinen Wahlzettel auszufüllen, damit er gültig ist», schreiben sie auf Facebook zu einem Event vom kommenden Dienstag und ergänzen: «Dazu spendieren wir dir ein Feierabendbier.»

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Der Post der Jungen CVP Thurgau auf Facebook. Facebook / JCVP Thurgau

Petra Merz, Veranstalterin und Kandidatin der Jungen CVP sagte gegenüber der «Thurgauer Zeitung»: «Uns geht es nicht darum, dass alle, die vorbeikommen, nur uns wählen». Das Ziel würde viel mehr sein, dass Junge ihre Möglichkeit zur Teilnahme an den Wahlen wahrnehmen würden. Ruedi Zbinden, Präsident der Thurgauer SVP ist über die Veranstaltung und das offerierte Bier nicht erfreut. Er ist der Meinung, dass damit der freie Wählerwille untergraben würde, «das ist eine Beeinflussung der Wähler», sagte er gegenüber der «Thurgauer Zeitung». Weniger kritisch sieht dies Oliver Straub, Präsident der Jungen SVP Thurgau. Solange kein Druck auf die Wählerinnen und Wähler ausgeübt werde, habe er keine ernsthaften Bedenken. Einen komischen Beigeschmak habe die Veranstaltung aber schon, führte auch er der Zeitung aus.

Vorsicht bei Wahlhilfe

Bereits 2006 wollte der ehemalige SP-Nationalrat Ricardo Lumengo bei den Grossratswahlen im Kanton Bern mehreren Wählern beim Ausfüllen der Wahlunterlagen helfen. So füllte er 44 Wahlzettel von eingebürgerten Schweizern eigenhändig aus. Seine politische Karriere war daraufhin beendet. Vom Vorwurf der Wahlfälschung wurde er vom Bundesgericht zwar freigesprochen, nicht aber von jenem des Stimmenfangs. (lz)

Publiziert am 16.03.2016 | Aktualisiert am 17.03.2016
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4 Kommentare
  • Marco  Hanhart , via Facebook 17.03.2016
    Ausgerechnet Zbinden regt sich auf, ja klar. Von welcher Partei ist denn der ganze Werbemüll in meinem Briefkasten, der versucht mich zu beeinflussen trotz STOP Aufkleber?
    Normal schreibe ich keine Listennummer hin aber jetzt erst recht und zwar auch ohne Gratisbier, für die CVP. Die sind wenigstens kreativ.
  • André  Sprunger aus Vitez
    17.03.2016
    Solange sie sich anschliessend nicht ins Auto setzen, wie gewisse Exponenten einer anderen Partei, geht das in Ordnung. Herr Zbinden soll sich besser um die Schäfchen in seinen Reihen kümmern. Eigene Ideen kreieren statt andere kritisieren. Wäre mal etwas ganz Neues für eine gewisse Partei.
    • Marco  Weber 17.03.2016
      Nach einem Bier darf man bedenkenlos autofahren!
  • Vreneli  Meier 17.03.2016
    Heikel ist das ganze schon. Aber solange die CVP-Leute das ganze nur Sachlich erklären und keine Empfehlungen abgeben ist es kein Problem. Für die SVP ist es auch nur deshalb ein Problem, weil sie nicht selber auf die Idee gekommen sind. Ein paar Agenten werden sie aber sicher entsenden, die dann ihrerseits Empfehlungen abgeben werden. Also seid auf der Hut, Junge CVP, am Ende hattet ihr den Aufwand, und die SVP sahnt ab.