Ehemann der Winterthurer Dschihad-Reisenden Franziska S. «Sie warf sogar meinen Rasier-Apparat weg»

Der ägyptische Unternehmer Mahmoud A. konnte seinen Sohn Adam (4) im letzten Moment zurückholen. Seine Frau, die Schweizerin Franziska S. (29) wollte sich dem IS anschliessen. Für ihn bleibt unverständlich, wie sich die Winterthurerin radikalisieren konnte.

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In der griechischen Stadt Kipi, an der Grenze zur Türkei endete am 2. Januar die Reise von Franziska S.* und ihrem 4-jährigen Sohn Adam. Die Polizei nahm die junge Mutter fest. Ihr Ehemann Mahmoud A. hatte in Kairo die ägyptischen Behörden über die Entführung ihres gemeinsamen Sohnes informiert. Und über Franziskas Pläne, sich in der syrischen Stadt Rakka dem IS anzuschliessen (BLICK berichtete).

Am 26. Dezember war die Konvertitin aus Winterthur in Ägypten aufgebrochen, hatte ihre Habseligkeiten verkauft, um die 12'000 Franken für den Schlepper aufzubringen.

Franziska S. wollte mit ihrem Sohn nach Syrien reisen, um sich dem IS anzuschliessen. play
Franziska S. wollte mit ihrem Sohn nach Syrien reisen, um sich dem IS anzuschliessen. Facebook

Mahomoud A. fand später zu Hause das Buch «Hijra to an Islamic State», Auswanderung zu einem Islamischen Staat, wie er der «NZZ» erzählte. Darin sind die Schlepperrouten genau beschrieben. Der Leitfaden gibt auch Tipps, wie man als Frau auf dem Weg zum IS am wenigsten auffällt.

Franziska und Mahmoud hatten sich während ihre Studiums in Frankreich kennengelernt. Im Jahr 2010 heirateten sie, 2011 kam Adam zur Welt. Zu diesem Zeitpunkt begann sie sich für den Islam zu interessieren.

Die Radikalisierung verlief offenbar rasant: Die Video-Vorträge des deutschen Dschihadisten Pierre Vogel seien ihr schnell zu wenig extrem erschienen, sagt ihr Mann: «Pierre Vogel war ihr zu sanft, zu medienorientiert.»

Sie habe seine Rasierapparate weggeworfen, damit er sich einen Bart wachsen lassen muss, verlangte, dass er, der in Kairo unter anderem ein Motorrad-Geschäft betreibt und auf Facebook als muskelbepackter Biker auftritt, die traditionellen knöchellangen Männergewänder trägt.

Unternehmer Mahmoud A. führt eine Motorrad-Garage, ein Sushi-Restaurant und eine Kleintierhandung. play
Unternehmer Mahmoud A. führt eine Motorrad-Garage, ein Sushi-Restaurant und eine Kleintierhandung.

Er habe nicht mehr mit ihr reden können und trennte sich schliesslich von seiner Frau. «Sie bezeichnete mich als Kafir, als Ungläubigen», sagt Mahmoud der «NZZ». Der IS warb die Schweizerin schliesslich über Twitter an, das fand er später auf ihrem Computer heraus.

Am 11. Januar schliesslich stellte Mahmoud A. ein Foto auf sein Facebook-Account, das ihn lächelnd zusammen mit Adam auf der Rückreise nach Hause zeigte. Sein Sohn freue sich, wieder zu Hause zu sein, sagt er zu «20 Minuten». Vor allem, dass er wieder mit seinem Spielsachen spielen dürfe. Auch das hatte ihm seine Mutter am Ende aus religiösen Gründen verboten.

Franziska S. ist mittlerweile wieder in der Schweiz, wie die Bundesanwaltschaft gegenüber BLICK bestätigt. Sie sei bei ihrer Einreise festgehalten und befragt worden. Gegen sie läuft eine Ermittlung wegen Verstosses gegen das IS-Gesetz.

Ihre Eltern haben bisher noch keinen Kontakt zu ihr gehabt. Wo sie sich im Moment aufhält, wissen sie nicht. (bih)

Publiziert am 13.01.2016 | Aktualisiert am 15.04.2016
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8 Kommentare
  • Karin  Schwegler 14.01.2016
    Und was macht die Schweiz nun mit ihr? Therapieren, Pony reiten, Thaiboxen. Hr. Oggenfuss wird sicherlich wissen wie man der Sozialindustrie Hunderttausende pro Jahr aus der Tasche zieht. Und wenn nicht hilf, gibts dann ein Attentat und jeder wird sagen, wir wussten es. Total verböldete Poltik
  • lui  chinotto 14.01.2016
    Das ganze ist mal wieder mehr als nur lächerlich. Die Bundesanwaltschaft: "Sie sei bei ihrer Einreise festgehalten und befragt worden. " Als potenzieller TerroristIn hat man in der Schweiz ja kaum etwas zu befürchten, kurze Befragung und wieder auf freiem Fuss. Wehe dem der zu schnell fährt!!
  • Urs  Zaugg aus Oakleigh
    14.01.2016
    Die Entfuhrung des Kindes war in Agypten. Die Frau sofort der Agyptischen Justitz ubergeben.
    • Andreas  Ruuska 14.01.2016
      An alle Hetzer, sie ist SCHWEIZERIN! Ist es schon so weit dass wir Schweizer Ausschaffen? Oder hat die SVP bereits Internierungslager beschlossen?
  • Christian  Meiergruber aus Winkel
    13.01.2016
    und schon wieder die Stadt Winterthur, wo es angeblich ich der speziellen Mosche keine IS Rekrutierungen geben soll. Man kann ja uns für vollkommen blöde verkaufen.
  • Hans  keller aus Ehrendingen
    13.01.2016
    bis jetzt habe ich immer gedacht die anderen seien verrückt. Aber diese Tochter ist nicht ohne.