Donnerwetter zum Auftakt der Herbstsession Egerszegi: Bloss nicht mit den Schweinen grunzen!

  • Publiziert: 17.09.2007, Aktualisiert: 03.01.2012

BERN – Nach der Roschacher-Blocher-Affäre hatte die Nationalratspräsidentin es schon angedroht: Zum Auftakt der letzten Session vor den Wahlen redete sie den Volksvertretern heute gehörig ins Gewissen.Und dabei sparte sie nicht mit deutlichen Worten: Christine Egerszegi (FDP/AG), als Präsidentin des Ntionalrats höchste Politikerin der Schweiz, wetterte gegen den Zerfall der politischen Kultur in der Schweiz.Was hatte die Empörung von Egerszegi ausgelöst? Das war, wie die Affäre um ein angebliches Komplott zur Absetzung von Ex-Bundesanwalt Valentin Roschacher, in das sogar Bundesarat Christoph Blocher verwickelt sein sollte, parteipolitisch ausgeschlachtet worden war.Mit dem Resultat, dass FDP-Nationalrat Pascal Couchepin Blocher mit dem italienischen Faschistenführer Mussolini verglich, SVP-Nationalrat Christoph Mörgeli die Präsidentin der Geschäftsprüfungskommission, Lucrezia Meier-Schatz, die die Roschacher-Affäre untersuchte, aufs übelste beschimpfte, und diese CVP-Nationalrätin jetzt nur noch unter Polizeischutz herumlaufen darf. Diese Geschäftsprüfungskommission wiederum hatte Blocher überhastet unter Verdacht gestellt.Dem schmettert unsere Nationalratspräsidentin ein klares «so nicht!» entgegen. Auch nicht in Zeiten des Wahlkampfs! Egerszegi: Die Bevölkerung hat genug von Verschwörungstheorien und Komplottverdächtigungen. Jetzt braucht es wieder Sachpolitik. Niemand darf die Glaubwürdigkeit des Parlaments und seiner demokratischen Einrichtungen aufs Spiel zu setzen. Denn wer das macht, verliert das Vertrauen der Bevölkerung. Hitzige Diskussionen sind nötig – aber nur mit Respekt vor den Andersdenkenden.Und in Anlehnung an ein altes Sprichwort meinte die Aargauer FDP-Politikerin schliesslich: Schlimmer, als mit den Wölfen zu heulen, sei es, mit den Schweinen zu grunzen.

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