Drittes Kind in der Babyklappe

  • Publiziert: 22.08.2005, Aktualisiert: 03.01.2012

EINSIEDELN SZ – Am Sonntag kurz vor Mittag öffnete sich die Babyklappe im Spital Einsiedeln zum dritten Mal. Eine Mutter legte ihr Mädchen hinein.

Das kleine Geschöpf ist 46 Zentimeter gross und wiegt 2470 Gramm. Das Mädchen ist gesund, bleibt aber vorerst noch im Spital.

Die Spitalverwaltung informierte sofort die Vormundschaftsbehörde Einsiedeln. Diese bestellte dem Neugeborenen einen Vormund, der nun für sämtliche rechtlichen Aspekte zuständig ist.

Der Vormund sorgt auch dafür, dass die Privatsphäre des Kindes gewahrt bleibt. Die Behörde will deshalb auch keine weiteren Auskünfte erteilen. Sie ersucht die Mutter oder den Vater, sich zu melden. Die Anonymität bleibe gewahrt.

Die Mutter oder der Vater des Kindes haben das Recht, das Kind bis zum Vollzug der Adoption zurückzufordern. Bedingung ist, dass die Elternschaft festgestellt werden kann und die Voraussetzungen für eine Aufnahme des Kindes gegeben sind.

Der Säugling ist das dritte Neugeborene, das ins umstrittene Babyfenster Einsiedeln gelegt wurde. Das zweite Baby, das Anfang April ins Babyfenster gebracht worden war, wurde Anfang August von den Eltern abgeholt. Im September 2002 war das erste Kind im Babyfenster gefunden worden.

Das Babyfenster wurde im 2001 eröffnet. Hinter der Einrichtung steht die Schweizerische Hilfe für Mutter und Kind (SHMK). Sie sieht darin ein Hilfsangebot für Mütter in extremen Situationen. Es sei eine Alternative zu Schwangerschaftsabbruch oder Kindstötung und besser als Aussetzung.

Ein Gutachten des Bundesamtes für Justiz war zum Schluss gekommen, das Babyfenster verletze Kinds- und Vaterrechte. Eine Mutter, die ihr Kind anonym ins Fenster lege, handle nicht legal.

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