GRINDELWALD BE – Am Sonntag waren die beiden jungen Schweizer zu ihrer Eiger-Tour aufgebrochen. Aber schon bald schlug das Wetter um. Die weisse Hölle wurde für die beiden zur Todesfalle.
Heute Mittag an der Medienkonferenz kam die traurige Gewissheit: Die zwei seit Montag am Eiger im Berner Oberland vermissten Alpinisten sind tot! Das mussten in Interlaken Vertreter der Rettungsstation Grindelwald bekanntgeben. Es handelt sich um zwei junge, bergerfahrene Schweizer.Bis jetzt haben die Retter die beiden Alpinisten noch nicht erreicht, doch ein Arzt kam per Helikopter bis zu fünf Meter an die zwei Bergsteiger heran. Der Arzt sei aufgrund der Position der Körper im Schnee sicher, dass die beiden tot seien, sagte der Einsatzleiter Berg, Marc Ziegler. Die Retter hatten gehofft, dass die beiden ein Biwak aufgebaut haben. Dies hätte sie noch vor der Kälte schützen können. Dem war aber nicht so. Die Rettungsstation Grindelwald hatte am Dienstag mit einer Grossaktion versucht, die am Eigerjoch georteten Bergsteiger zu retten. Doch waren die Verhältnisse extrem schlecht:Es lag enorm viel Neuschnee. Die Temperatur lag bei minus 22 Grad. Die Retter sind sich denn auch ziemlich sicher, dass die Todesursache Erfrieren ist.Da die beiden Leichen noch nicht geborgen sind, gibt die Rettungsstation Grindelwald Alter und genaue Herkunft der beiden Alpinisten nicht bekannt. Sie sagte lediglich, es handle sich um sehr gut ausgebildete Alpinisten.Laut dem Grindelwalder Bergrettungschef Kurt Amacher stiegen die beiden Bergsteiger am Sonntagmorgen bei recht guten Verhältnissen in die Eigernordwand ein. Am Abend biwakierten sie im so genannten Bügeleisen. Am Montagabend schlugen ihre Familien Alarm – die beiden steckten fest! Wie BLICK weiss, hatte einer der beiden Bergsteiger seinen Vater per Handy kontaktiert und bereits über erste Erfrierungen geklagt. Das Wetter verhinderte aber eine Rettung oder Bergung. Rega-Sprecher Walter Stünzi sagte gegenüber Blick.ch, Helikopter der Armee und von Air Glacier seien mit Wärmebildkameras unterwegs gewesen, um die beiden zu suchen. Sie hätten sie zwar geortet, hätten aber wegen des schlechten Wetters nichts ausrichten können. Wegen der massiven Schneefälle herrscht im Unglücksgebiet eine extreme Lawinengefahr. Die Bergsteiger konnten im tiefen Schnee zuletzt offenbar weder vorwärts noch zurück. Wann die Toten geborgen werden können ist weiter ungewiss. Vorerst ist keine Wetterbesserung in Sicht. (SDA/num/snx)
Mehr als 60 Opfer
Über 60 Menschen sind am Eiger schon zu Tode gekommen, die meisten davon – über 50 – in der Nordwand.
Neben der Nordwand ist die Westflanke Schauplatz vieler Bergunglücke. Im April 2007 stürzte dort ein französischer Alpinist beim Abstieg zu Tode, nachdem er zuvor die Nordwand durchstiegen hatte.