Dr. Schwab verordnet Impfzwang für WEF-Angestellte

  • Aktualisiert am 03.01.2012
  • Von Guido Schätti und Roman Seiler
Knüppelhart: WEF-Gründer Klaus Schwab kennt kein Pardon für Impfmuffel.- Keystone

In Davos herrscht Impf-Hysterie. Selbst Hotelangestellte drängt das WEF dazu, sich impfen zu lassen – und zwar gleich doppelt.

Weltweit geben die Behörden Entwarnung: Die Schweinegrippe habe ihren Höhepunkt überschritten, meldete das Bundesamt für Gesundheit (BAG) diese Woche. Die Sterberate ist laut britischen Angaben weit geringer als bei früheren Grippepandemien.

Nur in Davos GR macht man noch auf Panik. Das World Economic Forum (WEF) verlangt von allen Angestellten, die Ende Januar ans Jahrestreffen wollen, eine doppelte Impfung: gegen die Schweine-grippe und die saisonale Grippe. «Ohne doppelten Impfnachweis», so WEF-Sprecher Matthias Lüfkens, «lassen wir niemanden nach Davos.» Die Vorgaben von WEF-Gründer Klaus Schwab (71) sind knüppelhart, aber legal. «Soweit noch kein Arbeitsvertrag abgeschlossen ist», so der St. Galler Arbeitsrechtler Thomas Geiser (56), «kann das WEF die Anstellung verweigern, wenn sich der Arbeitnehmer nicht zur Impfung verpflichtet.» Im Klartext: Temporäre können sich nicht gegen den Impfzwang wehren.

Seine weltweit 380 Festangestellten kann das WEF zwar nicht zur Spritze zwingen. Es kann ihnen aber verbieten, in Davos zu arbeiten. Immerhin: «Die Angestellten können auch dann ihren Lohn verlangen, wenn sie das WEF in Davos ohne Impfung nicht beschäftigt», sagt Geiser. SonntagsBlick weiss: Selbst bei den Davoser Hoteliers macht das WEF Druck, damit sich das Personal impfen lässt. Eine rechtliche Handhabe fehlt hier jedoch ebenso wie bei der Armee. Dort pariert man aber freiwillig: Der Oberfeldarzt hat den Davoser Truppen eine Impfempfehlung gegeben.

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