Divisionär Andreas Stettbacher (54) freigestellt Gab sich der Oberfeldarzt eine Geldspritze?

BERN - Das VBS hat heute bei der Bundesanwaltschaft Strafanzeige gegen den Oberfeldarzt der Armee wegen des Verdachts auf strafbare Handlungen gegen das Vermögen sowie strafbare Handlungen gegen die Amts- und Berufspflichten eingereicht.

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BLICK besuchte den beschuldigten Andreas Stettbacher (54) an seinem Wohnort im bernischen Bolligen. Der Divisionär öffnete die Tür, grüsste freundlich, beantwortete dann aber keine Fragen. Die Strafanzeige kam für ihn überraschend: Noch am Donnerstagabend hatte er am Fest anlässlich der Kommandoübergabe von Armeechef André Blattmann an dessen Nachfolger Philippe Rebord in Murten FR teilgenommen. 

Der Oberfeldarzt wurde vom Verteidigungsdepartement (VBS) vorläufig freigestellt. Wegen strafbaren Handlungen gegen das Vermögen. Darunter fallen Delikte wie Veruntreuung, Erpressung und Betrug, aber auch Datendiebstahl. Laut Strafgesetzbuch droht ihm eine Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren oder Geldstrafe.

Es gilt die Unschuldsvermutung. Mit Rücksicht auf die laufenden Untersuchungen macht die Bundesanwaltschaft keine weiteren Angaben. «Die Bundesanwaltschaft bestätigt den Eingang einer Strafanzeige des VBS in dieser Angelegenheit. Die Strafanzeige wurde am Freitag eingereicht. Diese wird nun geprüft», sagt André Marty, Informationschef der Bundesanwaltschaft einzig.

 

Amstutz: «Grobe Verfehlung»

Welche Vergehen Stettbacher genau begangen haben soll, ist unklar. Wegen laufenden Untersuchungen der Bundesanwaltschaft macht auch das VBS keine weiteren Angaben. Die Strafanzeige habe das Departement als solches gestellt, Bundesrat Guy Parmelin habe selbstverständlich Kenntnis von der Sachlage, heisst es beim VBS einzig.

Adrian Amstutz, SVP-Fraktionschef und Vizepräsident der Sicherheitspolitischen Kommission des Nationalrats sagt zu BLICK: «Ich habe keine Kenntnis, was genau vorgefallen ist, gehe aber davon aus, dass es sich um eine grobe Verfehlung handeln muss. Ansonsten hätte Bundesrat Parmelin nicht den Stecker gezogen.»

Auch andere Sicherheitspolitiker wie Alois Gmür (CVP, SZ) und Ida Glanzmann (CVP/LU) sind überrascht von der Strafanzeige. Es habe keine Anzeichen gegeben, dass etwas nicht stimme. Wie Glanzmann sagt, war der freigestellte Oberfeldarzt erst kürzlich in einer Sitzung der Geschäftsprüfungskommission des Nationalrats anwesend.

Wieso ermittelt nicht Militärjustiz?

Stettbacher ist in der Armee im Rang eines Divisionärs, sein akademischer Titel lautet: Dr. med. Facharzt Chirurgie, Universität Bern. Der Berner ist aber zudem in ziviler Funktion Beauftragter des Bundesrates für den koordinierten Sanitätsdienst.

Hat er in dieser Funktion die Verfehlungen begangen? Möglich, denn in der Regel ermittelt die Militärjustiz bei beruflichen Vergehen von Militärangehörigen. Wie der Mediensprecher Tobias Kühne bestätigt, ist die Militärjustiz jedoch nicht involviert in den Fall.

Vor Jahren kritisierte Stettbacher im BLICK die Schweizer Jugend: «Die Jungen sind heute sehr ichbezogen. Es geht ihnen mehr darum, sich selbst zu verwirklichen oder dem eigenen Lustgefühl nachzugehen, als sich für andere einzusetzen.»

Und: «Den Gemeinschaftssinn kennen viele nicht mehr», so Stettbacher.

Er offenbar auch nicht.

Publiziert am 09.12.2016 | Aktualisiert am 10.12.2016
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21 Kommentare
  • Nora  Stein 10.12.2016
    Lieber Lucio Silva Safnanno. Es ist sehr bedenklich, dass Sie nicht einmal sich selbst trauen. Also stülpen Sie Ihre Ansichten nicht über andere, welche eine andere Meinung vertreten und überlegt eine Ecke weiterdenken. Es ist halt nicht jedem gegeben. Aber bleiben Sie sich treu.
  • rolf  sulzer 10.12.2016
    Leider hat es nur in erwischt, es wäre töricht zu glauben, dass in diesem Armee-Führungstschungel als Alleingänger bezeichnet werden darf. Bei diesem VBS-Milliarden-Budget ist es doch fast verständlich, dass der eine oder andere noch etwas für sich abzweigt - merkt doch keiner.
  • Adrian  Gerber aus Aarberg
    10.12.2016
    Die Unschuldsvermutung gilt und trotzdem gibt das VBS eine Meldung heraus? Freistellen bis die Sachlage geklärt ist, hätte meiner Meinung nach ausgereicht.

    Und ob Blick zum jetzigen Zeitpunkt beurteilen kann ob Divisionär Stettbacher den Gemeinschaftssinn kennt, wage ich zu bezweifeln.
    • Christian  Müller aus Genf
      10.12.2016
      Die UNschuldsvermutung gilt nicht nur nicht, sie existiert gar nicht. Eine reine Erfindung unserer Superfeudalisten, dient dem Täterschutz. Von Vorteil, wenn man Beschuldigte mit dem Wort "Unschuld" in Verbindung bringen kann. In Realität handelt es sich um eine SCHULDvermutung, die vor Gericht bewiesen werden muss, die Beweislast liegt bei der Anklage, wobei auch die umgekehrte Beweislast existiert. So zumindest nach Verfassung und Gesetzt, was dann daraus wird, ist was anderes. :-]
  • Rolf  Gruber 10.12.2016
    Die Militärjustiz ermittelt nicht. Das zu Kenntnis aller linken Militärabschaffer und Kritiker. Es ist also eine Zivile Angelegenheit die wohl von einem linken Kuschelrichter beurteilt werden wird.
  • Ernst  Fischer aus Baltenswil
    10.12.2016
    Es ist schon eigenartig, keine Kenntnis als NR der Sicherheitskommission, aber als SVP Mann grosse Sprüche klopfen.