Berner Polizei schafft Sex-Zone Dirnen-Invasion an der Euro

  • Publiziert: 22.03.2008, Aktualisiert: 20.01.2012
  • von Walter Hauser

Dirnen-Alarm in Bern! Die Polizei rechnet mit Hunderten von Prostituierten – der Parkplatz «Känzli» wird zur amtlich bewilligten Sex-Zone.

Zusätzlich zur Fanmeile auf dem Bundesplatz plant Bern noch etwas ganz Besonderes zur Fussball-Europameisterschaft: eine Lustmeile auf dem sogenannten «Känzli». Mit dem 10er-Bus vom Hauptbahnhof zum Fussballstadion Stade de Suisse problemlos erreichbar, dürfen hier für die Dauer der EM vor allem ausländische Dirnen ihre Liebesdienste anbieten. Marc Heeb (38), Leiter der Orts- und Gewerbepolizei der Stadt Bern: «Es passiert sowieso, warum sollen wir die Augen davor verschliessen?»

Der amtliche Akt ist Teil des EM-Sicherheitskonzepts und dient dem Schutz der Prostituierten ebenso wie dem der Wohnbevölkerung: «Indem wir einen öffentlichen Platz anbieten, können wir die Szene am besten kontrollieren», meint Stephan Hügli (49), Sicherheitsdirektor der Stadt Bern. Für die EM-Austragungsorte Zürich, Basel und Genf liegen keine entsprechenden Pläne vor. In Bern sind derzeit rund 300 Prostituierte registriert. Mindestens ebenso viele werden voraussichtlich während der Fussball-Europameisterschaft aus dem Ausland kommen.

Sie arbeiten Erfahrungen bei der Weltmeisterschaft in Deutschland zufolge meist in Wohnmobilen. So gesehen, ist der Wagenparkplatz auf dem Känzli ideal. Wohl deshalb sollen die Dirnen auch eine Parkgebühr von 50 Franken pro Tag und Camper entrichten. «Das haben wir mit den Prostituierten-Organisationen so abgemacht», sagt Heeb.

Vor allem zu jenen Spielen, an denen Frankreich, Italien und Holland teilnehmen, wird Bern von Zehntausenden fussballverrückten Fans überschwemmt werden. Die Anhänger dieser Top-Fussball-Nationen sind bekannt dafür, dass sie vor und nach den Spielen in ausgelassener Stimmung ausgiebig dem Alkohol und der käuflichen Liebe frönen wollen.

(Vor-)Freude herrscht bereits unter den Restaurant-Besitzern in der Umgebung des Känzli. «Wir werden sicherlich gute Geschäfte machen. Das ist voll geil», sagt einer von vielen, Tinu Bähler (56) von der OK-Bar. Ein treffendes Wort ... 

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