Diplomaten-Stunk nach F/A-18-Eskorte «Wir behandeln alle gleich, auch die Russen»

Nachdem die Schweizer Luftwaffe ein russisches Regierungsflugzeug eskortiert hat, interveniert die russische Botschaft in Bern. Und wartet weiterhin auf eine Antwort.

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Die Geschichte sorgte für Schlagzeilen: «Schweizer Kampfjets jagen Putins Präsidentenflugzeug», schrieb etwa die regierungsnahe russische News-Seite «Sputnik». Der Hintergrund: F/A-18-Jets der Schweizer Luftwaffe haben ein offizielles russisches Flugzeug während seines Überflugs über die Schweiz begleitet.

Die «Sputnik»-Story ist offenbar arg zugespitzt: Weder sass der russische Präsident an Bord, noch wurde die Maschine gejagt. Es handelte sich, wie die Luftwaffe mehrmals betonte, um ein «Standardverfahren». Trotzdem verlangte die russische Botschaft von der Schweiz eine Erklärung zum Vorfall, wie sie am Samstag auf Twitter schrieb.

Russland wartet noch auf eine Antwort

Beim Eidgenössischen Departement für auswärtige Angelegenheiten (EDA) ist tatsächlich eine entsprechende Anfrage eingegangen, wie Sprecherin Carole Wälti bestätigt. Man bleibe bei der Version, dass es sich um eine Routinekontrolle gehandelt habe. Offenbar braucht es aber Zeit, eine solche Antwort diplomatengerecht zu formulieren. Der Sprecher der russischen Botschaft in Bern sagte BLICK, man warte noch auf eine Antwort des EDA.

Auch Luftwaffensprecher Jürg Nussbaum hält daran fest, dass alles ganz normal zu- und hergegangen sei. Nussbaum sagt zu BLICK: «Wir haben in diesem Fall nicht anders gehandelt als sonst. Wir gehen bei Kontrollen im Rahmen des Luftpolizeidienstes bei ausländischen Staatsluftfahrzeugen immer gleich vor – egal, ob es sich um eine deutsche, italienische, amerikanische oder eben russische Maschine handelt.»

Das Flugzeug brachte eine russische Delegation an ein Treffen der Asiatisch-Pazifischen Wirtschaftsgemeinschaft nach Peru. Ein Passagier hatte den Einsatz der Schweizer Kampfjets auf Video aufgezeichnet und dieses im Internet veröffentlicht. (rey)

Publiziert am 21.11.2016 | Aktualisiert am 22.11.2016
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6 Kommentare
  • Moritz  Keppler aus Gstaad
    22.11.2016
    Solange sich die CH-Luftwaffe an das internationale Luftfahrtsrecht hält kann sie im CH-Luftraum tun und lassen was sie will. In vorliegendem Fall: Gut gemacht! Nicht immer nur Hr. Putin, sondern auch wir zeigen mal Flagge!
  • Andreas  N. aus Zürich
    22.11.2016
    Ich denke aber nicht, dass alle gleich behandelt werden. Es gibt auch dort sicherlich Ausnahmen (USA?).
    • Andreas  Inderbitzin aus Brunnen
      22.11.2016
      Als die Folter-Flugzeuge der USA über unser Gebiet flogen, wurden sie wohl auch kontrolliert. Ironie Ende.
  • Roland  Benz , via Facebook 22.11.2016
    Man hätte auch sagen können, dass wir aus Respekt gegenüber dem Russischen Präsidenten das teuerste Polizeimaterial aufgeboten haben, um die Gäste sicher durch den Luftraum zu lotsen. Nicht auszudenken, wenn ein Irrer eine solche Maschine über Schweizer Luftraum vom Himmel holt.
  • Mario  Basler 22.11.2016
    Die Superspione aus Russland sind auch nicht mehr das, was sie zu Zeiten des Kalten Krieges mal waren. Hätten sie ihre Arbeit gemacht, man muss es ja nur googeln, hätten die gewusst, dass bei der Schweizer Luftwaffe keine Jets mehr nach 18.00h starten und man hätte den Überflug ja einfach dann machen können. :-)
  • Hugo  Stettler aus Suhr
    21.11.2016
    Ein Kontrolle? Was um Himmel Willen soll da oben denn kontrolliert werden. Sicher hat sich das Regierungsflugzeug vor dem Durchflug ordnungsgemäss angemeldet und gut ist. Das Gewinke des Piloten unterstreicht die Lachhaftigkeit der ganzen Aktion.