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Der Unglücksperron auf dem Bahnhof Muttenz. Din (14) hatte seinen Rucksack abgestellt.
(Peter Gerber/BLICK)
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Din (14) stirbt bei einem tragischen Unfall.
(ZVG)Die Hände von Hava K.* (42) zittern, als sie am Stubentisch im Fotoalbum ihres jüngsten Sohnes blättert. «Er war doch unser Nesthäkchen, unser Liebster», sagt die Mutter über Din (†14).
Ihr Mann Ermin (47) kämpft gegen die Tränen. «Er war so ein liebes Kind. Er spielte gerne Klavier, war beliebt in der Schule, seine Freunde holten ihn täglich ab. Sie gingen zusammen Fussball spielen. Er ist hier aufgewachsen, war gut integriert», erzählt der Buschauffeur aus Muttenz BL. «Und in der Familie haben wir einen solch engen Zusammenhalt, es gab keinen Streit, nichts.»
Am Freitag erst war der Achtklässler aus dem Skilager in Bad Ragaz SG heimgekehrt. «Din liebte es zu snowboarden», sagt Ermin K. Regelmässig schrieb er den Eltern aus den Bergen SMS oder rief an und erzählte, wie gut er es hat. «Die Lehrer haben uns erzählt, dass er im Lager so fröhlich war wie noch nie», sagt Mutter Hava. Am Wochenende geht Din auf den Flohmarkt, verkauft Spielzeug.
Am Montagmittag sieht Vater Ermin den jüngsten seiner drei Söhne zum letzten Mal. «Er hat Spiegeleier mit Wienerli gegessen und mir nichts übrig gelassen, weil er solchen Hunger hatte.»
Nach der Schule macht der 14-Jährige einen Umweg, begleitet einen Freund zu Fuss zum Bahnhof in Muttenz. «Er hat seinem Freund gesagt, er wolle im Bahnhofshop noch etwas kaufen», weiss Mutter Hava. Din verabschiedet sich mit den Worten: «Tschüss, bis morgen!»
Was dann passiert, ist ein Rätsel. Am Gleis 1 stellt Din seinen roten Invicta-Rucksack ab. Um 15.42 Uhr fällt er vor den heranbrausenden Zug Richtung Zürich. Der Bub ist sofort tot.
Ist Din auf dem Perron ausgerutscht? Hat ihn jemand geschubst? Oder ist der Schüler gesprungen?
Die Polizei befragt noch Zeugen, kann ein Drittverschulden aber mit Bestimmtheit ausschliessen. Das Handy des Achtklässlers hat sie beschlagnahmt.
Vater Ermin sagt: «Es gibt Leute, die sagen, dass er extra gesprungen ist, dass es kein Unfall war. Wenn er sich töten wollte, kann ich mir das nicht erklären. Es müsste eine Kurzschlussreaktion gewesen sein.»
Ein Haufen farbiger Briefe voller Trauer sammelt sich jetzt vor den Eltern auf dem Tisch. Abschiedsbriefe der Klassenkameraden. «Wir vermissen dich. Das ganze Schulhaus weint um dich, Din», steht da.
*Name der Redaktion bekannt
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