Tödlicher Ausrutscher? Din (14) stirbt unter dem Intercity nach Zürich

MUTTENZ - Tragischer Unfall in Muttenz: Der 14-jährige Din fällt vor den heranbrausenden Zug Richtung Zürich. Er ist sofort tot.

  • Publiziert: 03.02.2012
  • Von Sandro Inguscio
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Der Unglücksperron auf dem Bahnhof Muttenz. Din (14) hatte seinen Rucksack abgestellt.

(Peter Gerber/BLICK)
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Din (14) stirbt bei einem tragischen Unfall.

(ZVG)

Die Hände von Hava K.* (42) zittern, als sie am Stubentisch im Fotoalbum ihres jüngsten Sohnes blättert. «Er war doch unser Nesthäkchen, unser Liebster», sagt die Mutter über Din (†14).

Ihr Mann Ermin (47) kämpft gegen die Tränen. «Er war so ein liebes Kind. Er spielte gerne ­Klavier, war beliebt in der Schule, seine Freunde holten ihn täglich ab. Sie gingen zusammen Fussball spielen. Er ist hier aufgewachsen, war gut integriert», erzählt der Buschauffeur aus Muttenz BL. «Und in der Familie haben wir einen solch engen ­Zusammenhalt, es gab keinen Streit, nichts.»

Am Freitag erst war der Achtklässler aus dem Skilager in Bad Ragaz SG heimgekehrt. «Din liebte es zu snowboarden», sagt Ermin K. Regelmäs­sig schrieb er den Eltern aus den Bergen SMS oder rief an und erzählte, wie gut er es hat. «Die Lehrer haben uns erzählt, dass er im Lager so fröhlich war wie noch nie», sagt Mutter Hava. Am Wochenende geht Din auf den Flohmarkt, verkauft Spielzeug.

Am Montagmittag sieht Vater Ermin den jüngsten seiner drei Söhne zum letzten Mal. «Er hat Spiegeleier mit Wienerli gegessen und mir nichts übrig gelassen, weil er solchen Hunger hatte.»

Nach der Schule macht der 14-Jährige einen Umweg, begleitet einen Freund zu Fuss zum Bahnhof in Muttenz. «Er hat seinem Freund gesagt, er wolle im Bahnhofshop noch etwas kaufen», weiss Mutter Hava. Din verabschiedet sich mit den Worten: «Tschüss, bis morgen!»

Was dann passiert, ist ein Rätsel. Am Gleis 1 stellt Din seinen roten Invicta-Rucksack ab. Um 15.42 Uhr fällt er vor den heranbrausenden Zug Richtung Zürich. Der Bub ist sofort tot.

Ist Din auf dem Perron ausgerutscht? Hat ihn jemand geschubst? Oder ist der Schüler gesprungen?

Die Polizei befragt noch Zeugen, kann ein Drittverschulden aber mit Bestimmtheit ausschliessen. Das Handy des Achtklässlers hat sie beschlagnahmt.

Vater Ermin sagt: «Es gibt Leute, die sagen, dass er extra gesprungen ist, dass es kein ­Unfall war. Wenn er sich töten ­wollte, kann ich mir das nicht ­erklären. Es müsste eine Kurzschlussreaktion gewesen sein.»

Ein Haufen farbiger Briefe voller Trauer sammelt sich jetzt vor den Eltern auf dem Tisch. Abschiedsbriefe der Klassenkameraden. «Wir vermissen dich. Das ganze Schulhaus weint um dich, Din», steht da.

*Name der Redaktion bekannt

Kommentare (6)

  • Mike  Huber
    Zuerst einmal mein herzliches Beileid - es ist eine Tragödie! Das zeigt wieder einmal wie gefährlich es ist, dass die Züge ohne zu bremsen durch die Bahnhöfe rasen! Passiert immer wieder beispielsweise auch in Dietikon - haarsträubende Szenen!
    • 04.02.2012
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    • Leo  Erne
      Wie langsam oder wie schnell hätten Sie es denn gern, dass die Züge durch Bahnhöfe fahren? Sicher ist dies wahrscheinlich ein tragischer Unfall, aber was hat man auf dem Perron und nahe an den Gleisen zu suchen, bevor der eigene Zug kommt? Es ist immer so einfach andern die Schuld zu geben.
      • 04.02.2012
      • als Kommentar auf Mike  Huber
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  • rolf  sulzer
    die taxen erhöhen ist das eine, die bahnsteige zur sicherheit der fahrgäste zu unterhalten ist was anderes, da muss man eben salz und besen in die hand nehmen und das auch bei hohen minustemperaturen, die taxerhöhung kann man vom geheizten büro aus lancieren, man muss dafür nicht einmal aufstehehen.
    • 04.02.2012
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  • rene  schödler , wettingen
    mein beileid der Familie das ihr sohn so früh sterben muste.ich kann nur sagen die zeit hielft so eine schreckliche nachricht zu verarbeiten. Bei mir ging es jahre bis ich einigermassen ein normales leben hatte.allso kopf hoch ihr sohn ist immer bei ihnen wie meine tochter
    PS:Bitte nicht auf anderes geschwäz hören wo manche verbreiten
    • 04.02.2012
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  • A   S , BE
    Es tut mir so leid was Ihnen passiert ist.Unser Sohn ist im selben alter.Auch unser Sohn macht manchmal die seltsamsen Sachen.Ich wünsche Ihnen nur viel kraft, möge ihr Kind in Frieden ruhen.

    • 04.02.2012
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  • Daniel  Metzener , Kloten
    Da ist man einfach sprachlos und findet keine Erklärung. Warum müssen harmonisch gepolte Menschen früher sterben, als Verbrecher und Störenfriede?
    • 03.02.2012
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