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Der SVP-Nationalrat Dominique Baettig ist gar nicht happy. Er ist glücklich. Der 56-jährige Jurassier kam mit seinem Vorstoss durch, englische Lehnwörter aus dem Wortschatz der Angestellten der Bundesverwaltung zu streichen.
Auf der Schwarzen Liste stehen Wörter wie «Spam» (neu: «E-Mail-Massenwerbung»), «Crew» («fliegendes Personal») – und über 500 weitere Anglizismen (siehe Box unten). Das berichtete der «Sonntag» gestern.
Herr der provokanten Vorstösse
SVP-Politiker Baettig provoziert gerne. Der Mann mit Hosenträgern und Schnauzbart erregte erst vor wenigen Wochen die Gemüter – als er beim Bund einen Vorstoss einreichte, die Bundesverfassung so zu ändern, dass grenznahe Gebiete einen Beitritt zur Schweiz beantragen können. Ende 2009 sorgte er ausserdem für Aufruhr, als er Ausländer als «gebietsfremde Arten» bezeichnete und in einem Vorstoss nach den Kosten von deren «Eindringen» fragte. Im Nachhinein bezeichnete er die Äusserungen als «Gag» – und zog die Anfrage zurück.
Nebst seiner Tätigkeit als Politiker führt Baettig in Delémont eine eigene psychiatrische Praxis. Der Dr. med. geht ausserdem leidenschaftlich gerne auf die Jagd, ist verheiratet und hat vier Kinder.
«Einfach lächerlich»
Der neuste Vorstoss des Familienvaters stösst auf Unverständnis – und für Lacher. «Das ist ja noch lächerlicher als der Gleichberechtigungs-Vorstoss», meint Ex-SVP-Generalsekretär und Mitglied der IG Freiheit, Gregor A. Rutz. Er spricht damit die Regelung der Stadt Bern an, die aus Gründen der Gleichberechtigung empfiehlt, Eltern «das Elter» zu nennen.
Für Rutz nimmt die neue Sprachreglementierung des Bundes sogar gefährliche Züge an: «Wenn politische Instanzen den Sprachgebrauch reglementieren, wird es kritisch. Demokratie lebt von Meinungsäusserungs-Freiheit. Dazu gehört auch, dass man reden kann, wie einem der Schnabel gewachsen ist. Sprach-Reglementierung ist totalitären Staaten eigen.» Er nennt die Anglizismus-Regel einzig und allein einen «Leerlauf, der wieder einmal viel Geld kostet».
«Ufo-Erklärung» und «islamische Autos»
Auch im Ausland sorgen Gaga-Vorstösse oft für Kopfschütteln: So kämpft in Italien ein Politiker für eine «Ufo-Erklärung», in der er die Regierungen Europas auffordert, ein wissenschaftliches Ufo-Forschungszentrum einzurichten – und das EU-Parlament musste sich mit der Frage beschäftigen, ob sie «islamische Autos» mit GPS, das den Weg nach Mekka zeigt, plane.
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